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Grünen-Fraktion fordert App zum Vergleich von Supermarktpreisen
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von dpaVerbraucher sollen nach dem Willen der Grünen im Bundestag per App die günstigsten Lebensmittel finden können.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn
Lebensmittelpreise live am Smartphone vergleichen? Die Grünen wollen der Macht großer Supermarktketten etwas entgegensetzen - eine App soll dafür eine niedrigschwellige Lösung bieten.
Das Wichtigste in Kürze
Die Grünen-Fraktion im Bundestag will eine App einführen, auf der Verbraucher:innen Preise von Lebensmitteln vergleichen können, sowie über die Änderung von Packungsgrößen informiert werden.
Große Supermärkte sollen verpflichtet werden, kleinere Märkte sollen freiwillig mitmachen können.
Außerdem fordern die Grünen einen besseren Schutz von Landwirt:innen durch ein Verbot des Einkaufs von Produkten unterhalb ihrer Produktionskosten.
Verbraucher:innen sollen nach dem Willen der Grünen im Bundestag per App die günstigsten Lebensmittel finden können. "Die großen Supermärkte wären zur Teilnahme an der App verpflichtet, die Kleinen könnten freiwillig mitmachen. Die Märkte müssten die Preise melden und Änderungen in Echtzeit dort abbilden", sagte Fraktionschefin Katharina Dröge der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Wenn die Verbraucher sich informieren können, haben sie der Macht der großen Ketten mehr entgegenzusetzen."
Weniger Gewinn in Krisenzeiten?
Entsprechende Apps gibt es bereits, sie sind aber für Supermärkte nicht verpflichtend, und es gibt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Kund:innen geben den Anbietern damit Einblick in ihr Einkaufsverhalten.
"Für Krisenzeiten wollen wir Möglichkeiten, die Gewinnmargen der Supermärkte zu begrenzen", erklärte die Fraktionschefin. In Krisen schlügen die Supermärkte auf die höheren Preise in der Regel noch etwas drauf.
Vorschlag für Verbaucher-App: Hinweis auf kleinere Packungsgrößen
Auf Änderungen der Packungsgröße sollten Kund:innen gezielt hingewiesen werden, sagte Dröge. "Da könnte zum Beispiel ein Aufkleber drauf, auf dem steht, wann die Packung in welchem Umfang verkleinert wurde. Märkte machen das immer wieder: Sie verkleinern die Packung, der Preis bleibt gleich, und Verbraucher merken das nicht sofort."
Preise können Verbraucher heute schon über gesetzlich vorgeschriebene Schildchen, die meist am Supermarktregal hängen, vergleichen: Dort steht, wie viel 100 Gramm oder 100 Milliliter beziehungsweise 1 Kilogramm oder ein Liter eines Produkts kosten.
Verbraucherbildung sei wichtig, räumte Dröge dazu ein. "Aber es sollte nicht jeder top gebildet und informiert sein müssen, um sich gegen unfaire Preise wehren zu können. So eine App ist etwas Niedrigschwelliges."
Weiterhin Schutz von einheimischen Landwirten
Weitere Fusionen von Supermarkt-Ketten möchten die Grünen verbieten. Heute beherrschen vier Konzerne einen Großteil des Marktes. Gleichzeitig müssten Landwirte besser gegen unfairen Wettbewerb geschützt werden, sagte Dröge. "Wir wollen zum Beispiel verbieten, dass die Handelsketten Produkte unter den Produktionskosten einkaufen dürfen. Die Landwirte müssen ihre Kosten decken können."
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