Ringen um Übernahme

Unicredit übt Kritik – Commerzbank spricht von "feindlichem" Vorgehen

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Unicredit will Commerzbank übernehmen (16. März)

Videoclip • 01:16 Min • Ab 12


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Von Seiten der Unicredit wird der Vorwurf an die Commerzbank erhoben, man setze zu sehr auf kurzfristigen Erfolg. Strukturelle Schwächen werden ebenfalls angeprangert.

Der Großaktionär Unicredit hält den Druck auf die Commerzbank hoch und stellt deren Zukunftsfähigkeit offen infrage. So wirft das italienische Geldhaus dem Dax-Konzern in einer aktuellen Präsentation eine jahrelange operative Schwäche vor. Die Commerzbank schreibe demnach eine "Geschichte der Underperformance" und sei gemessen an ihren Fundamentaldaten inzwischen überbewertet. Zudem weise das Institut strukturelle Defizite auf, die den langfristigen Erfolg gefährden könnten.

Unicredit-Chef Andrea Orcel erklärte, die Entscheidung sei klar: Entweder setze die Commerzbank ihren bisherigen Kurs fort – oder sie beschreite mit einer tiefgreifenden Transformation neue Wege. Der aktuelle Kurs könne laut Orcel mittelfristig sogar das Überleben der Bank gefährden. Aus Sicht der Unicredit sei die Commerzbank zu stark auf kurzfristige Erfolge fixiert und unzureichend auf kommende Herausforderungen vorbereitet, hieß es weiter.

In ihrer Analyse skizziert die Unicredit zwei mögliche Zukunftsszenarien. Sollte die Commerzbank eigenständig bleiben, müsse sie bis 2028 deutlich sparen und ihr Kerngeschäft schärfer fokussieren. Alternativ stellt das italienische Institut einen Zusammenschluss mit Unicredit oder deren deutscher Tochter Hypovereinsbank in den Raum – mit einem Zeithorizont bis 2030. Unabhängig vom Szenario solle sich die Commerzbank stärker auf Deutschland und Polen konzentrieren und internationale Aktivitäten zurückfahren, die aus Sicht der Unicredit als zu komplex, ineffizient und risikoreich gelten.

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Orcel verweist auf Zeitdruck

Brisant ist der Vorstoß auch politisch und strategisch. Unicredit hält bereits rund 26 Prozent der Commerzbank-Aktien und hat nach eigenen Angaben Zugriff auf knapp unter 30 Prozent. Mitte März hatte das Institut ein freiwilliges Tauschangebot für alle Aktien angekündigt. Anfang Mai sollen die Unicredit-Aktionäre über eine Kapitalerhöhung abstimmen. Orcel begründet den öffentlichen Vorstoß mit Zeitdruck – ein weiteres Abwarten sei nicht mehr möglich gewesen.

Die Commerzbank selbst weist das Vorgehen als "feindlich" zurück. Zwar habe es Gespräche gegeben, eine einvernehmliche Lösung sei jedoch derzeit nicht erkennbar. Die bislang skizzierten Eckpunkte einer möglichen Transaktion bieten aus Sicht des Managements keinen zusätzlichen Mehrwert gegenüber der bestehenden Strategie. Am 8. Mai will die Bank neue Finanzziele präsentieren.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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