Hamburg, München, Köln

"Gen Z regelt"-Demos: Was erwartet dich am Samstag in deutschen Großstädten?

Veröffentlicht:

von Valentin Kronberger

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Sorge um "Gen Z regelt"-Demos wächst

Videoclip • 01:43 Min • Ab 12


In ganz Deutschland wollen junge Menschen am 31. Oktober auf die Straße gehen. Während Händler:innen Krawalle befürchten, rechnet die Polizei mit friedlichen Demos. Das erwartet dich in den Großstädten.

Das Wichtigste in Kürze

  • "Gen Z regelt" ruft bundesweit in Städten zu Protesten von jungen Menschen auf.

  • Einzelne Medien und Händler:innen erwarten gewaltsame Ausschreitungen wie in Frankreich.

  • Die Polizei geht in Deutschland von überwiegend friedlichen Protesten aus.

Am 31. Oktober wollen in ganz Deutschland junge Menschen der Gen Z demonstrieren: Einzelne Medien befürchten, dass das Paris-Chaos jetzt in deutsche Innenstädte schwappen könnte. Geschäfte verbarrikadieren vorsorglich ihre Schaufenster – das Bundeskriminalamt (BKA) geht jedoch nicht davon aus, dass die Jugendproteste so gewalttätig verlaufen wie in Frankreich.

Proteste sollen friedlich ablaufen

Laut der Webseite von "Gen Z regelt" wollen die jungen Menschen für Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und ein bezahlbares Leben auf die Straße gehen. Geplant sind Demonstrationen in Großstädten wie Köln, Frankfurt am Main, Berlin und München – zehntausende Personen haben sich der Webseite nach für die Proteste angemeldet. Krawalle seien nicht geplant: "Unser Protest ist friedlich, ohne Ausnahme."

Auch in den News:

Diese Einschätzung teilt auch das BKA: Der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte die Behörde, "dass dem BKA keine Erkenntnisse vorliegen, die Rückschlüsse auf eine grundsätzlich unfriedliche Versammlungslage zulassen". Nur vereinzelte Kommentare und Postings mit Aufrufen zu Gewalt konnten demnach festgestellt werden.

Geschäfte in Köln verbarrikadiert

Händler:innen in Köln blicken dennoch besorgt auf die Proteste in ihrer Stadt, berichtet der WDR. Manche Geschäftsleute würden am Samstag etwa keine Tische und Stühle nach draußen stellen, um den Menschen keine Grundlage zu bieten, Vandalismus zu betreiben.

Der Inhaber einer Goldschmiede möchte dem WDR zufolge seinen Laden frühzeitig verbarrikadieren und die Ware ausräumen, um keine Angriffsfläche zu bieten. Auch die Parfümeriekette Douglas würde wegen der geplanten Proteste insgesamt zwölf Filialen sicherheitshalber schließen. Die Polizei Köln hingegen bestätigte dem WDR, dass konkrete Hinweise auf gewalttätige Aktionen wie in Frankreich nicht vorliegen würden.

In der Stuttgarter Innenstadt werden wegen der Gen-Z-Demo vor einer Filiale der Uhrenmanufaktur Breitling Holzwände vor den Schaufenstern befestigt.

Bild: Christoph Schmidt/dpa


Gen-Z-Demo: 1.000 Teilnehmende in München angekündigt

Auch in Bayern rechnet man nicht mit einer Eskalation der Gewalt durch die Demonstrationen. "Die angekündigten Schülerproteste lassen zum jetzigen Zeitpunkt keine vergleichbaren Ausschreitungen wie in Frankreich erwarten", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

In München erwarten die Veranstalter:innen laut Polizei 1.000 Teilnehmende – die online angegebene Teilnehmerzahl von rund 8.000 Personen dürfte vom tatsächlichen Andrang drastisch abweichen.

Großaufgebot in Hamburg

Für die Demonstration in Hamburg hatten sich online fast 9.400 Menschen angekündigt. Die Polizei will daher ein Großaufgebot mit mehreren Hundertschaften stellen und auch Drohnen sollten zum Einsatz kommen – es wird aber ein weitgehend störungsfreier Verlauf der Demonstrationen erwartet.

Polizei erwartet bundesweit friedliche Demos

In anderen Großstädten und Bundesländern schätzt die Polizei die Sicherheitslage ebenfalls ruhig ein: Die Behörden in Niedersachsen und Bremen sehen keine konkreten Hinweise auf eine Eskalation mit gewaltsamen Ausschreitungen. Die Polizei in Frankfurt und Erfurt rechnet mit einem überwiegend friedlichen Verlauf.


Störungen in Stuttgart erwartet

In Stuttgart teilte die Polizei mit, es gebe Hinweise, dass es zu Störungen kommen könne. "Mit welcher Intensität zu rechnen ist, ist derzeit Gegenstand der fortlaufenden Aufklärungen", hieß es in einer Mitteilung. Menschen aus dem Umfeld der Veranstalter hätten sich jedoch bewusst von Gewalt distanziert und zum friedlichen Protest aufgerufen.

Unterwanderung aus der linksextremistischen Szene

Das Bundesinnenministerium warnte, dass Teile der linksextremistischen Szene und einzelne Gruppierungen aus dem auslandsbezogenen Extremismus sich an der Mobilisierung beteiligen. Es betont ausdrücklich, dass zwischen friedlichen Schülerprotesten und einer gewaltbereiten extremistischen Szene zu unterscheiden sei, die die Proteste möglicherweise nutzen möchte, um Gewalt zu verbreiten.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Webseite "Gen Z regelt"

WDR: "So wappnen sich Händler im Rheinland"

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