Teils zu viel Kupfer enthalten
Katzenfutter im Öko-Test: Nur zwei Produkte schneiden "sehr gut" ab
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Öko-Test und Stiftung Warentest im Vergleich (9. März)
Videoclip • 01:35 Min • Ab 12
Die meisten von 23 getesteten Katzentrockenfuttern können den Nährstoffbedarf von Katzen laut Öko-Test decken. Bei einzelnen Produkten sorgen jedoch zu viel Kupfer, zu wenig Jod und fehlende Angaben auf der Verpackung für deutliche Abzüge.
Das Wichtigste in Kürze
Die meisten der 23 getesteten Katzentrockenfutter können den Nährstoffbedarf von Katzen laut Öko-Test decken.
Ein Trockenfutter überschreitet den EU-Höchstgehalt für Kupfer und erhält deshalb die Note "ungenügend".
Viele Futter weichen bei den Nährstoffen von den Angaben auf der Verpackung ab, was zu Abzügen führt.
Viele Katzenhalter:innen fragen sich, ob das Trockenfutter aus dem Handel den Nährstoffbedarf ihrer Katze deckt und ob es frei von Schwermetallen ist. Öko-Test hat deshalb 23 Katzentrockenfutter in spezialisierte Labore geschickt. Dort wurde unter anderem der Gehalt an Mineralstoffen und Proteinen überprüft. Zusätzlich beurteilte ein veterinärmedizinischer Experte, ob die Futter ernährungsphysiologisch wirklich zu empfehlen sind.
Das Ergebnis fällt in weiten Teilen positiv aus. "Die gute Nachricht vorweg: Was die Testergebnisse Ernährungsphysiologie und Schwermetalle angeht, haben wir an den meisten Produkten nichts auszusetzen", schreibt Öko-Test. Schwermetalle aus natürlichen Zutaten waren in allen Produkten nur in Spuren nachweisbar, was als unkritisch gilt. Die Futter können zudem den Protein- und Aminosäurebedarf von Katzen decken, darunter den Bedarf an Arginin und Taurin.
Viele Trocken-Katzenfutter können bei Öko-Test "gut" oder "sehr gut" abschneiden. Doch es gibt auch Produkte, die durchfallen.
Bild: Marijan Murat/dpa
Kupfer und Jod sorgen für Abzüge
Bei vier Produkten gibt es jedoch Probleme bei Mineralstoffen und Spurenelementen. Am schwersten wiegt der Befund beim "Liebeskind Bio-Geflügel Trockenfutter", das den EU-rechtlich festgelegten Höchstgehalt für Kupfer in Alleinfuttermitteln überschreitet. Der ernährungsphysiologische Gutachter geht zwar nicht davon aus, dass Katzen, die das Futter fressen, Schaden nehmen. "Wir werten die Überschreitung des Grenzwerts dennoch streng um fünf Noten ab und bewerten das Futter deshalb als 'ungenügend'", so Öko-Test. Der Hersteller habe die gemessenen Werte zur Kenntnis genommen, sich aber nicht weiter zur Grenzwertüberschreitung geäußert.
Auch das Produkt "Pet Bistro Knusper-Mix mit Geflügel und Knabbertaschen" der Drogeriemarktkette Müller fällt auf. Es enthält laut Test zu wenig Jod. Das Spurenelement ist wichtig, damit die Schilddrüse Hormone bilden kann, die nahezu auf alle Zellen im Körper wirken. Der gemessene Wert liegt unter den Mindestempfehlungen des Verbands der europäischen Tierfutterindustrie (FEDIAF) und des US-amerikanischen National Research Council (NRC). Deshalb wird das Futter mit "mangelhaft" bewertet.
Auch in den News:
Diese beiden Katzenfutter können Öko-Test am meisten überzeugen
Zwei Produkte konnten bei Öko-Test hingegen mit der Bestnote "sehr gut" glänzen.
Jai Knusper-Mix mit Huhn (Rewe)
Josi Cat Crunchy Chicken (Josera Petfood)
Beide haben in der Ernährungsphysiologie die Bewertung "sehr gut" erreicht. Bei Schwermetallen, weiteren Mängeln und Fütterungsempfehlung gab es keine Abzüge. Den vollständigen Katzenfutter-Test kann man hier bei Öko-Test für 3,79 Euro abrufen.
Was das für Halter:innen bedeutet
Ein großes Problem laut Öko-Test sind die Angaben auf den Verpackungen. Bei vielen Produkten weichen die gemessenen Nährstoffgehalte stark von den deklarierten Werten ab, in einigen Fällen betrifft das mehrere Bestandteile. Zwei Hersteller schreiben, Zutaten in ihren Futtern wirkten entzündungshemmend. Laut Öko-Test suggerieren sie damit, dass das Futter Krankheiten verhindern oder behandeln könnte. Auch die Aussage "besonders verträglich durch getreidefreie Rezeptur" wird kritisiert, weil der Hersteller dafür keinen ausreichenden Beleg vorgelegt habe.
Insgesamt sind die allermeisten Futter laut Öko-Test ernährungsphysiologisch zu empfehlen. Trotzdem schneiden die meisten nicht mit "sehr gut" oder "gut" ab, weil mehrere fehlende Hinweise auf den Verpackungen den Ausschlag geben. Die Tester:innen fordern deshalb, dass sich Hersteller an die Empfehlungen halten, damit Katzen auf lange Sicht optimal versorgt sind.
Verwendete Quellen:
Öko-Test: "Katzentrockenfutter im Test: Nur 2 von 23 sind 'sehr gut'"
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