24 Betten und 40 Beschäftigte

Helgoland: Nordseeklinik will mit Insolvenz medizinische Versorgung sichern

Veröffentlicht:

von Andrea Ege

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Videoclip • 01:04 Min • Ab 12


Bei medizinischen Notfällen ist das Festland für Helgoländer:innen nicht immer schnell erreichbar. Nun hat die Nordseeklinik ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Ziel ist, dadurch mit einer rechtlichen Sonderlösung die chirurgische Versorgung auf der Insel zu sichern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Nordseeklinik versorgt auf Helgoland rund 1.500 Menschen sowie zahlreiche Gäste.

  • Wind und Wetter können den schnellen Zugang zu chirurgischer Hilfe auf dem Festland verhindern.

  • Das Insolvenzverfahren soll die wirtschaftliche Voraussetzung für eine künftige Versorgung schaffen.

Die Nordseeklinik auf Helgoland hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Ziel sei es, damit die internistische und chirurgische Krankenversorgung sicherzustellen, teilte Geschäftsführer des Krankenhauses, Sten Wessels, mit. Das Verfahren soll die Klinik wirtschaftlich so aufstellen, dass sie künftig ambulante und stationäre Versorgung verbinden kann. Auch das Land und die Krankenkassen unterstützen diese Neuausrichtung.

Die Nordseeklinik Helgoland setzt auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Bild: Marcus Brandt/dpa


Helgolands Lage erschwert Zugang zum Festland

Die Lage weit vor der deutschen Nordseeküste bringt nach Angaben von Wessels besondere Herausforderungen mit sich: In allen anderen Teilen Deutschlands sei ein Chirurg oder ein Krankenhaus mit chirurgischer Abteilung innerhalb von höchstens 30 Minuten erreichbar. Deshalb sehe das Bundesrecht dort keine chirurgische Grundversorgung durch eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung vor.

Auf Helgoland jedoch verhinderten die Entfernung sowie Risiken durch Wind und Wetter, dass chirurgische Hilfe auf dem Festland ständig innerhalb von 30 Minuten erreichbar sei. Bei Knochenbrüchen, tiefen Schnittwunden, einem lebensbedrohlichen Pneumothorax oder ähnlichen Notfällen könnten Inselbewohner und Gäste ohne eine chirurgische Station auf Helgoland demnach nach Darstellung der Klinik nicht versorgt werden

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Landesverordnung könnte Chirurgie absichern

Abhilfe könnte eine im Krankenhausentgeltgesetz vorgesehene Rechtsverordnung des Landes schaffen. "Die Nordseeklinik ist deshalb sicher, dass die Politik die Voraussetzungen schaffen wird, um zukünftig neben der internistischen Versorgung auch die stationäre chirurgische Versorgung auf der einzigen Hochseeinsel Deutschlands sicherzustellen", teilte Wessels mit.

Verantwortung bleibt bei Geschäftsführung

Das Eigenverwaltungsverfahren ist nach Angaben von Wessels Teil einer Anpassungsstrategie, um die medizinische Versorgung der Bewohner:innen und Besucher.innen zu sichern. Während des Verfahrens werde die Klinik weiterhin vom Geschäftsführer und nicht von einem Insolvenzverwalter geführt. Das zuständige Amtsgericht habe einen vorläufigen Sachwalter bestellt.


24 Betten in Nordseeklinik auf Helgoland

Die Nordseeklinik verfügt nach Angaben von Wessels über 24 Betten und 40 Beschäftigte und versorgt rund 1.500 Inselbewohner sowie jährlich etwa 300.000 Urlaubs-, Kur- und Tagesgäste in ihren Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie und Unfallchirurgie. Der angegliederte Rettungsdienst übernimmt die Erstversorgung bei medizinischen Notfällen. Die neurologische Station verfügt zudem über langjährige Erfahrung im Bereich Parkinson.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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