Nur 63 Prozent

Deutschlands verfehlt Gasspeicher-Ziel: Das müssen Verbraucher:innen wissen

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von Max Strumberger

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Verband: Komplett leere Gasspeicher im Februar sind möglich

Videoclip • 01:33 Min • Ab 12


Die europäischen Energiepreise schießen durch weltweite Konflikte in die Höhe – ausgerechnet jetzt verfehlt Deutschland mit 62 Prozent Füllstand seine Gasspeicher-Vorgaben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschlands Gasspeicher gehen nur zu knapp zwei Dritteln gefüllt in die kalte Jahreszeit.

  • Das Ministerium gibt dennoch Entwarnung.

  • Die aktuelle Lage sei nicht mit dem Jahr 2022 vergleichbar.

Kurz vor dem entscheidenden Stichtag am 1. November steuert Deutschland auf eine deutliche Verfehlung seiner gesetzlichen Vorgaben bei den Gasspeichern zu. Statt des im Gesamtschnitt geforderten Füllstands von rund 70 Prozent lagen die Erdgasspeicher zuletzt nur bei knapp 62 Prozent. Während veränderte Vorgaben für einzelne Speicher ein Erreichen ohnehin erschwerten, drückten einige wenige, extrem schwach befüllte Anlagen mit Ständen unter 40 Prozent den Gesamtschnitt stark nach unten. Der Großteil der einzelnen Speicher meldet hingegen solide Stände von über 70 bis 90 Prozent.

Als Hauptgrund für den schleppenden Befüllungsprozess nennt das Bundeswirtschaftsministerium die angespannte Lage auf den globalen Energiemärkten. Geopolitische Konflikte wie die Eskalation in der Straße von Hormus sowie anhaltende Auseinandersetzungen in der Ukraine, im Jemen und im Iran trieben die Notierungen für Öl und Erdgas kräftig an. Der europäische Referenzpreis für Erdgas überschritt dadurch erstmals seit Dezember 2022 wieder die Marke von 100 Euro je Megawattstunde, was das wirtschaftliche Nachfüllen der Reservekapazitäten massiv verteuerte.


Gasversorgung laut den Verantwortlichen gesichert

Trotz des verfehlten Mindestziels betonen das Wirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur unisono, dass die deutsche Gasversorgung für den kommenden Winter gesichert sei und kein Grund für staatliche Eingriffe bestehe. Die Ausgangslage sei nicht mit dem Krisenjahr 2022 zu vergleichen: Dank des beschleunigten Ausbaus eigener Flüssigerdgas-Terminals (LNG) sowie verlässlicher Pipeline-Lieferungen aus Norwegen verfügt Deutschland heute über flexible Bezugsquellen, die vor zwei Jahren noch nicht vorhanden waren. Der reine Blick auf die Füllstände greife daher zu kurz.

Dennoch sorgt das Defizit für scharfe Kritik aus dem In- und Ausland. Grünen-Politiker Michael Kellner bezeichnete den historischen Tiefstand als besorgniserregend. In Italien werden schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung erhoben. Der italienische Energieministeriumsbeamte Alessandro Noce beschuldigte Berlin, die Speicherbefüllung gezielt hinausgezögert zu haben, was die europäischen Marktpreise weiter angetrieben habe. Zudem wies ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums Spekulationen zurück, Deutschland habe die Speicher im Vorfeld von Privatisierungen bewusst leer gelassen.

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Bundesregierung bleibt optimistisch

Während die europäischen Regierungen nun mit Hochdruck an Maßnahmen arbeiten, um die Verbraucher:innen vor der drohenden Welle steigender Energiekosten und der anziehenden Inflation zu schützen, bleibt die Lage am Energiemarkt angespannt. Das verfehlte Speicherziel unterstreicht die verbliebene Verwundbarkeit der europäischen Energieversorgung gegenüber globalen Krisen. Dennoch geht die Bundesregierung optimistisch davon aus, dass die erweiterte Importinfrastruktur ausreicht, um Deutschland ohne Engpässe durch die kalte Jahreszeit zu bringen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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