Erneute Veröffentlichung

Epstein-Akten: Neue FBI-Protokolle zu Vorwürfen gegen Trump

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

:newstime

Epstein-Akten: Dokumente über Trump fehlen

Videoclip • 01:15 Min • Ab 12


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Mehr als 47.000 Akten zum Epstein-Skandal wurden zeitweise entfernt. Nun hat das US-Justizministerium einen Teil wieder freigegeben und spricht von einem Dubletten-Irrtum.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das US-Justizministerium hat nach massiver Kritik zuvor entfernte Dokumente zum Epstein-Skandal wieder veröffentlicht.

  • Laut Ministerium wurden rund 47.000 Dateien aufgrund eines Fehlers bei der Kennzeichnung als Duplikate vorübergehend entfernt.

  • Die freigegebenen FBI-Memos betreffen unter anderem Vorwürfe einer Zeugin gegen US-Präsident Donald Trump aus den 1980er Jahren.

Mehrere US-Medien hatten in den vergangenen Tagen bemängelt, dass in den vom Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten wichtige Unterlagen fehlten. Analysen kamen auf mehr als 47.000 Dateien, die zumindest zeitweise aus der Online-Bibliothek verschwunden waren. Darunter: Protokolle von FBI-Vernehmungen einer Frau, die 2019 behauptet hatte, als Minderjährige von Donald Trump und im Umfeld des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein missbraucht worden zu sein.

Nun hat das Ministerium reagiert und unter anderem drei dieser bislang zurückgehaltenen FBI-Memos veröffentlicht. Es handelt sich um interne Berichte zu Befragungen durch die Bundespolizei aus dem Jahr 2019. Wie der Sender "ABC News" berichtet, fehlen in der nun nachgereichten Version allerdings weiterhin handschriftliche Anmerkungen der Ermittler:innen.


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Ministerium spricht von Dubletten-Fehler

Auf der Plattform X erklärte das US-Justizministerium, bei einer Überprüfung habe sich gezeigt, dass 15 Dokumente "irrtümlich als Dubletten markiert" und deshalb zunächst entfernt worden seien. Außerdem habe man festgestellt, dass fünf als vertraulich eingestufte Vernehmungsprotokolle doch veröffentlicht werden könnten, "während das geheimhaltungsbedürftige Material weiter geschützt ist".

Schon zuvor hatte eine Sprecherin betont, Unterlagen seien lediglich "vorübergehend zur weiteren Überprüfung" offline genommen worden. In einem Beitrag auf X heißt es nach der neuerlichen Freigabe, man habe wie bislang gehandhabt auf Hinweise aus der Öffentlichkeit reagiert: "Wenn ein Mitglied der Öffentlichkeit Bedenken zu Informationen in der Bibliothek meldete, überprüft das Ministerium diese, nimmt gegebenenfalls Korrekturen vor und veröffentlicht sie erneut online."

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Frau behauptet, Trump gebissen zu haben

Zu den nun veröffentlichten Akten gehört der Fall einer Frau, die sich kurz nach Epsteins Festnahme 2019 beim FBI gemeldet hatte. Sie gab an, ein Mann mit dem Namen "Jeff" habe sie in den 1980er-Jahren vergewaltigt, als sie etwa 13 Jahre alt gewesen sei. Zunächst habe sie seine Identität nicht gekannt, sei aber Jahrzehnte später auf Epstein gekommen, nachdem eine Freundin ihr ein Foto aus einer Nachrichtensendung geschickt habe.

Später ergänzte die Frau ihre Aussage: Epstein habe versucht, ihre Mutter ins Gefängnis zu bringen, sie geschlagen, sexuelle Begegnungen mit anderen Männern arrangiert und sie einmal nach New Jersey oder New York geflogen. Dort, so ihre Darstellung, habe Donald Trump versucht, sie sexuell zu missbrauchen – sie behauptet, sie habe Trump dabei gebissen. Das FBI vernahm die Frau viermal, forderte mehr Details zu den angeblichen Begegnungen mit Trump. Sie brach den Kontakt jedoch ab und verweigerte weitere Auskünfte. Unklar blieb, ob der Mann "Jeff" tatsächlich Epstein war und ob Trump und Epstein zu dem fraglichen Zeitpunkt bereits Kontakt hatten.

Das Justizministerium hatte schon im Januar betont, einige der Dokumente enthielten "unwahre und aufsehenerregende Behauptungen gegen Präsident Trump", die kurz vor der Wahl 2020 beim FBI eingegangen seien. Wären die Vorwürfe "in irgendeiner Weise glaubwürdig", wären sie nach Einschätzung der Behörde "sicherlich bereits gegen Präsident Trump instrumentalisiert worden". Trump bestreitet jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit Epstein bis heute.

Auch in den News:

Transparenzgesetz und anhaltende Skepsis

Rechtliche Grundlage für die aktuellen Veröffentlichungen ist der "Epstein Files Transparency Act", der das Justizministerium verpflichtet, große Teile der Ermittlungsakten öffentlich zugänglich zu machen. Insgesamt handelt es sich um Millionen Seiten Material aus den Untersuchungen gegen Epstein, der jahrelang einen Missbrauchsring betrieb und 2019 im Gefängnis starb.

Das Ministerium und Ressortchefin Pam Bondi standen zuletzt unter Druck. Opfervertreter:innen und Medien warfen der Behörde vor, die Akten nicht vollständig offenzulegen und mögliche belastende Dokumente – insbesondere zu prominenten Namen – zurückzuhalten. Zwar wurden nun zusätzliche Protokolle freigeschaltet, doch Überlebende des Missbrauchssystems und Bürgerrechtsgruppen fordern weiterhin mehr Transparenz, vor allem zu Schwärzungen und nicht veröffentlichten Anhängen. Die jetzt zugänglichen FBI-Memos zeigen, dass es entsprechende Vorwürfe gegen Trump gab – sie liefern aber bislang keine Belege, die über die Aussagen der Frau hinausgehen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

ZDF heute: "Fehlende Epstein-Akten mit Trump-Bezug veröffentlicht"

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