Er spricht Tacheles
Bryan Adams rechnet mit Kanzler Merz ab: Man sollte "wissen, wann es Zeit ist, zu gehen"
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von Emre Bölükbasi:newstime
Bryan Adams: Merz kein beliebter Kanzler
Videoclip • 59 Sek • Ab 12
Er hat Millionen zum Mitsingen gebracht. Nun lässt Bryan Adams eine andere Art von Statement hören – und dieses Mal geht es nicht um Rockmusik, sondern um harte politische Realität in Deutschland.
Der 66-jährige kanadische Rockmusiker Bryan Adams hat sich in einem Interview mit dem "Stern" ungewohnt deutlich zur Lage des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU) geäußert. Sein Urteil fällt eindeutig aus: Merz sei kein beliebter Kanzler. Kein Expertenwissen sei nötig, um das zu erkennen, so Adams.
Wenn offensichtlich wird, dass man nicht mehr gewollt ist, sollte man auch wissen, wann es Zeit ist, zu gehen.
Aus Gesprächen, die der Musiker – bekannt durch Hits wie "Summer of '69" und "(Everything I Do) I Do It For You" – in Deutschland geführt hat, gewann er den Eindruck, dass die Menschen von Merz schlicht nicht beeindruckt seien. Und Adams geht noch weiter: "Wenn offensichtlich wird, dass man nicht mehr gewollt ist, sollte man auch wissen, wann es Zeit ist, zu gehen. Man verbeugt sich, sagt vielen Dank und überlässt dem Nächsten das Feld."
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Kein Einzelfall: Die Zahlen sprechen eine ähnliche Sprache
Adams steht mit seiner Einschätzung nicht allein. Laut einer Umfrage des Instituts Ipsos im Auftrag des "Spiegel" vom frühen Oktober 2026 stimmen insgesamt 67 Prozent der Befragten der Aussage zu, die Kanzlerschaft von Merz sei gescheitert – in Ostdeutschland sogar 80 Prozent.
Eine Insa-Umfrage von Mitte September 2026 ergab sogar, dass 78 Prozent der Befragten Merz nicht mehr für den richtigen Mann im Amt halten – selbst unter Unionswählern sprachen sich 58 Prozent gegen ihn aus.
Das ZDF-Politbarometer vom September zeigte zudem, dass die Mehrheit der Deutschen davon ausgeht, Merz werde die volle Wahlperiode nicht überstehen. 65 Prozent der Befragten glauben demnach nicht, dass Merz bis zum Ende der regulären Legislaturperiode Kanzler der schwarz-roten Koalition bleibt.
Europa entfremdet sich von seiner Politik
Adams beschränkt seine Diagnose nicht auf Deutschland. Er beobachtet eine wachsende Entfremdung zwischen Bürger:innen und Politik in mehreren europäischen Ländern – besonders in Frankreich, aber auch in Großbritannien und Deutschland.
Auf einem anderen Feld zeigte sich der Musiker hingegen ausgesprochen optimistisch: Die politische Annäherung seiner Heimat Kanada an die Europäische Union begrüßte er ausdrücklich. Beide Seiten könnten voneinander profitieren und lernen, so Adams.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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