Flexiblere Zeiten

Arbeitszeit-Reform: Der Acht-Stunden-Tag wackelt in Deutschland

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von Max Strumberger

Immer wieder wird über die Arbeitszeit und auch die Abschaffung von Arbeitstagen diskutiert. (Symbolbild)

Bild: Arne Dedert/dpa/dpa-tmn


Der klassische Acht-Stunden-Tag könnte bald Geschichte sein, denn die Bundesregierung will das Arbeitszeitgesetz grundlegend modernisieren. Im Zentrum steht die Abkehr von der täglichen hin zur wöchentlichen Höchstarbeitszeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Arbeitnehmer in Deutschland könnten ihren Job künftig deutlich flexibler organisieren.

  • Die Bundesregierung plant, die tägliche Höchstarbeitszeit aufzuweichen.

  • Beschäftigte könnten so länger am Stück arbeiten – und sich dafür zusammenhängende freie Tage sichern.

Arbeitnehmer:innen in Deutschland könnten ihre Arbeitszeit bald deutlich flexibler gestalten. In der neuen nationalen Tourismusstrategie, die das Bundeskabinett heute beschließt, steckt eine kleine Arbeitsmarkt-Revolution: Die Regierung will "die Möglichkeit einer wöchentlichen anstatt einer täglichen Höchstarbeitszeit schaffen", berichtet die "Bild"-Zeitung.

Ziel ist eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben – etwa für Eltern, die "länger am Stück arbeiten – und anschließend freihaben" könnten. Bislang gilt: Maximal 8 Stunden Arbeit pro Tag, ausdehnbar auf 10 Stunden, wenn im Schnitt binnen sechs Monaten wieder 8 Stunden eingehalten werden.

Künftig soll vor allem die Tourismusbranche mit viel Saison-, Wochenend- und Nachtarbeit profitieren, das geplante neue Arbeitszeitgesetz soll jedoch für alle Branchen gelten. Laut dem Tourismus-Koordinator Christoph Ploß (CDU) soll es "noch in diesem Jahr" einen Beschluss geben: "


DGB will an 8-Stunden-Grenze festhalten

Davon werden nicht nur mittelständische Unternehmen profitieren, sondern auch Millionen Arbeitnehmer in Deutschland", sagte Ploß der "Bild". Auch Mehrarbeit soll attraktiver werden: "Als Anreiz wird der Bund Überstundenzuschläge steuerfrei stellen und einmalig gezahlte Prämien zur Ausweitung der Arbeitszeit bei Teilzeit steuerlich begünstigen." Künftig soll vor allem die Tourismusbranche mit viel Saison-, Wochenend- und Nachtarbeit profitieren, das geplante neue Arbeitszeitgesetz soll jedoch für alle Branchen gelten.

Laut dem Tourismus-Koordinator Christoph Ploß (CDU) soll es "noch in diesem Jahr" einen Beschluss geben: "Davon werden nicht nur mittelständische Unternehmen profitieren, sondern auch Millionen Arbeitnehmer in Deutschland", sagte Ploß der "Bild". Auch Mehrarbeit soll attraktiver werden: "Als Anreiz wird der Bund Überstundenzuschläge steuerfrei stellen und einmalig gezahlte Prämien zur Ausweitung der Arbeitszeit bei Teilzeit steuerlich begünstigen."

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hingegen will an der 8-Stunden-Grenze festhalten. Die tägliche Begrenzung der Arbeitszeit sei ein "unverzichtbares Schutzrecht für die Beschäftigten", teilte der DGB in einem Statement mit.

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