Kanzler: Mehr Arbeit für Wohlstand
"Nicht hoch genug": Merz kritisiert Arbeitsmentalität in Deutschland
Veröffentlicht:
von Benedikt RammerBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will das Deutschland mehr arbeitet.
Bild: Kay Nietfeld/dpa
Bundeskanzler Friedrich Merz fordert längere Arbeitszeiten und mehr Einsatz von Arbeitnehmer:innen. Mit Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche sei der Wohlstand Deutschlands nicht zu halten, so Merz.
Das Wichtigste in Kürze
Friedrich Merz fordert längere Arbeitszeiten und mehr Einsatz von Arbeitnehmer:innen, um den Wohlstand Deutschlands zu sichern.
Der Bundeskanzler sieht die Schweiz als Vorbild für eine höhere Arbeitsleistung.
Gesetzliche Regelungen ermöglichen steuerbegünstigtes Arbeiten über das Renteneintrittsalter hinaus.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich in einer Rede vor der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau kritisch zur aktuellen Arbeitsmentalität in Deutschland geäußert. Er mahnte eine höhere Arbeitsleistung an, um den Wohlstand des Landes auch in Zukunft zu sichern. "Insgesamt ist die Arbeitsleistung unserer Volkswirtschaft nicht hoch genug", betonte Merz laut der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch (14. Januar). Mit Blick auf die Diskussionen um Work-Life-Balance und die Einführung der Vier-Tage-Woche äußerte der Kanzler deutlich: "Mit Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche lässt sich der Wohlstand unseres Landes, den wir heute haben, in Zukunft nicht erhalten - und deswegen müssen wir mehr arbeiten."
Als Vergleich zog Merz laut AFP die Schweiz heran, deren Bürger:innen im Schnitt 200 Stunden pro Jahr mehr arbeiteten als die Menschen in Deutschland. Der Kanzler stellte klar, dass er "keine genetischen Unterschiede" zwischen den beiden Ländern sehe, die eine solche Diskrepanz rechtfertigen würden. Die hohen Arbeitskosten in Deutschland seien ein Problem, das dringend angegangen werden müsse.
Forderung nach einem Wandel der Arbeitsmentalität
Merz sprach sich für einen grundlegenden Wandel der Arbeitsmentalität aus. Er schlug vor, die Arbeitskosten durch eine höhere volkswirtschaftliche Leistung zu senken. "Eine der besten Möglichkeiten, die Arbeitskosten zu senken, ist, dass wir uns alle gegenseitig versprechen, dass wir insgesamt wieder durch Mehrarbeit, durch mehr Leistung eine höhere volkswirtschaftliche Leistung in Deutschland erbringen", sagte der Kanzler. Dabei betonte er jedoch, dass viele Arbeitnehmer:innen bereits Überstunden leisten und großen Einsatz zeigen. Dennoch sei es notwendig, die durchschnittliche Arbeitszeit insgesamt zu erhöhen.
Ein weiteres Thema seiner Rede war die Möglichkeit, nach Erreichen des Renteneintrittsalters steuerbegünstigt weiterzuarbeiten. Dieses Modell wurde Ende des vergangenen Jahres gesetzlich verankert. Merz betonte, dass viele Menschen gesundheitlich dazu in der Lage seien, länger zu arbeiten: "Es besteht nicht das ganze deutsche Volk aus Dachdeckern und Fliesenlegern." Mit diesen Maßnahmen will die Regierung schrittweise die Basis für eine wettbewerbsfähigere Volkswirtschaft legen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur AFP
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