Klimawandel

Wasserknappheit: Verband fordert strengere Regeln beim Wasser

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von dpa

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Wasserknappheit droht in Niedersachsen

Videoclip • 01:32 Min • Ab 12


Der Verband kommunaler Unternehmen fordert angesichts zunehmender Trockenheit strengere Vorgaben für die Wasserentnahme. Auch private Nutzungen sollen künftig stärker reguliert werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der VKU fordert, genehmigungsfreie Wasserentnahmen – auch für private Zwecke – möglichst einzuschränken und ein bundesweites digitales Wasserregister einzuführen.

  • Bei Wasserknappheit soll die öffentliche Trinkwasserversorgung Vorrang haben, zudem fordert der Verband einen besseren Schutz des Grundwassers vor Schadstoffen.

  • Laut einer repräsentativen Umfrage sparen viele Menschen bereits bewusst Wasser und erwarten, dass Haushalte, Landwirtschaft und Industrie gleichermaßen Verantwortung übernehmen.

Angesichts zunehmender Trockenheit und sinkender Grundwasservorräte dringt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) auf strengere Vorgaben bei der Wasserentnahme. Genehmigungsfreie Nutzungen – darunter auch die private Wasserentnahme – sollten nach Möglichkeit eingeschränkt werden, sagte VKU-Vizepräsident Karsten Specht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Ziel sei es, die Trinkwasserversorgung langfristig zu sichern.

Nach Ansicht des Verbands braucht es außerdem mehr Transparenz darüber, wer wann und in welchem Umfang Wasser entnimmt. Der VKU fordert deshalb, das bereits geplante digitale Wasserbuch in allen Bundesländern einzuführen. In diesem zentralen Register sollen unter anderem Wasserrechte, Entnahmemengen, Einleitungen und Schutzgebiete erfasst werden.

Der Verband begründet seine Forderungen mit dem steigenden Druck auf die Wasserressourcen infolge des Klimawandels. Bislang benötigen vor allem kommunale Versorger und Unternehmen eine Genehmigung für die Wasserentnahme. Von den Ausnahmen profitieren unter anderem private Gartenbewässerung oder die Wassernutzung in landwirtschaftlichen Betrieben.

Sollte Wasser knapp werden, müsse die öffentliche Trinkwasserversorgung oberste Priorität haben, fordert der VKU. Gleichzeitig spricht sich der Verband für einen besseren Schutz des Grundwassers vor Nitrat, Pestiziden und weiteren Schadstoffen aus.

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Mehrheit geht bereits sparsam mit Wasser um

Eine vom VKU beauftragte repräsentative Civey-Umfrage zeigt, dass viele Menschen nach eigenen Angaben bereits bewusst Wasser sparen. 64 Prozent achten demnach im Alltag häufig auf einen sparsamen Verbrauch – etwa beim Duschen, Zähneputzen oder im Garten. Nur 17 Prozent gaben an, dies selten oder nie zu tun. Für die Befragung wurden Ende Juni 5.000 Menschen interviewt.

Auch mögliche Sparappelle von Behörden stoßen laut der Umfrage auf Zustimmung: 35 Prozent würden entsprechende Empfehlungen sehr wahrscheinlich befolgen, weitere 29 Prozent eher wahrscheinlich. Rund ein Drittel zeigte sich dagegen skeptisch oder unentschlossen.

Die Mehrheit der Befragten spricht sich dafür aus, dass bei Wasserknappheit alle Bereiche ihren Beitrag leisten. 60 Prozent sehen Haushalte, Landwirtschaft und Industrie gleichermaßen in der Verantwortung. Jeweils 16 Prozent würden dagegen ausschließlich private Haushalte oder die Industrie stärker in die Pflicht nehmen, nur drei Prozent die Landwirtschaft.

Nach Einschätzung des VKU sind viele Menschen bereit, ihren Beitrag zum Wassersparen zu leisten. Gleichzeitig werde erwartet, dass auch Wirtschaft und Landwirtschaft ihren Anteil übernehmen. Bereits heute können die zuständigen Wasserbehörden bei anhaltender Dürre Einschränkungen für die Wassernutzung anordnen.



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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