Flammen greifen um sich
Waldbrände außer Kontrolle: Warum die Natur in Spanien und Frankreich wie Zunder brennt
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von Christopher Schmitt:newstime
Waldbrände: Angst vor neuer Hitzewelle
Videoclip • 32 Sek • Ab 12
In Spanien und Frankreich sorgen verheerende Waldbrände für beispiellose Zerstörung. Wie konnte es so weit kommen? Für das Feuer herrschen perfekte Bedingungen.
Das Wichtigste in Kürze
Die zerstörerischen Waldbrände in Spanien und Frankreich sind kaum unter Kontrolle zu bekommen.
Die Natur in Südwesteuropa ist dieses Jahr ganz besonders anfällig für die Flammen.
Der feuchte Winter schuf gute Wachstumsbedingungen für Pflanzen, welche nach den starken Hitzewellen leicht in Flammen aufgehen.
Das Ausmaß der Feuer ist erschreckend: In Spanien wütet der größte Waldbrand der jüngeren Landesgeschichte. In Frankreich erreichen die Feuer mit etwa 100.000 Hektar verbrannter Fläche seit Jahresbeginn einen historischen Rekordwert. Dabei steht der Höhepunkt der Waldbrand-Saison, der August, erst noch bevor.
Wenn Regen die Gefahr erschafft
Paradoxerweise legten ausgerechnet starke Niederschläge den Grundstein für die aktuelle Katastrophe. Die heftigen Winterstürme, unter anderem "Marta" im Januar und Februar, die Felder überschwemmten und Strommasten umknickten, sorgten für beste Wachstumsbedingungen. Gräser, Sträucher und Unterholz schossen in die Höhe. Dann folgten zwei Hitzewellen, die sämtliche Vegetation austrockneten – perfektes Brennmaterial für verheerende Feuer.
Auch in den News:
"Nach feuchten Wintern gibt es in Südwesteuropa beste Wachstumsbedingungen für die Pflanzen", erklärt Klimawissenschaftlerin Julia Miller vom Schweizerischen WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die anschließende Trockenheit verwandelte diese Biomasse in Zunder, der sich explosionsartig entzündet.
Beeinflussen die Feuer das Wetter selbst?
Besonders beunruhigend: Die Brände sind so gewaltig, dass sie möglicherweise ihr eigenes Wetter erzeugen. Über den Flammen bei Bordeaux könnten sogenannte Pyrocumulonimbus-Wolken entstanden sein – Gewitterwolken, die durch die extreme Hitze der Brände mehrere Kilometer hoch aufsteigen. "Sie sind in Europa sehr selten", betont Jason Müller vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung in Leipzig im Gespräch mit der dpa. In Portugal habe es 2017 solche Wolken gegeben, sonst seien keine bekannt.
Diese Feuerwolken machen die Situation noch gefährlicher: Sie erzeugen gewaltige Windböen, die das Feuer weiter anfachen, und aus ihrem Inneren können Blitze zum Boden zucken. "Neue Brände sind viel wahrscheinlicher, da glühende Trümmer, also brennende Pflanzenreste, aus der Konvektionssäule herausgeschleudert werden können", warnt Christophe Chantepy, Brandschutz-Experte beim Nationalen Forstamt Frankreichs.
Waldbrände viel verheerender als sonst
Nach Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission ist in Spanien bereits mehr als doppelt so viel Fläche abgebrannt wie sonst im Durchschnitt in einem ganzen Jahr, in Frankreich sogar mehr als die fünffache Fläche. Rund 257.000 Menschen mussten in beiden Ländern evakuiert werden.
Klimawandel wird zum Brandbeschleuniger
Eine so extreme Bodendürre wie in diesem Jahr in Westeuropa sei etwa fünfmal wahrscheinlicher als ohne die menschengemachte Klimaerwärmung, heißt es in einer Analyse der World Weather Attribution. Entscheidend sei nicht allein der Mangel an Regen, sondern vor allem die durch Hitze dramatisch gestiegene Verdunstung.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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