Mögliche Brandstiftung
Stromausfall in Reutlingen: Staatsschutz und Antiterrorzentrum ermitteln
Veröffentlicht:
von Momir Takac:newstime
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Videoclip • 01:26 Min • Ab 12
Nach dem großflächigen Stromausfall in Reutlingen prüfen die Behörden einen möglichen Brandanschlag. Noch sind keine Hinweise auf Täter oder Motiv bekannt.
War es Brandstiftung? Nach dem Brand in einem Umspannwerk mit großflächigem Stromausfall in Reutlingen verdichten sich die Hinweise auf einen Anschlag. Ermittler konnten eine Substanz sichern, die möglicherweise als Brandbeschleuniger infrage kommt. Alle Spuren würden nun ausgewertet, teilte das Landeskriminalamt (LKA) mit. Der Staatsschutz und das Antiterrorzentrum beim LKA ermitteln.
Reutlingen hat insgesamt knapp 120.000 Einwohner und liegt am Fuße der Schwäbischen Alb. Nach Angaben von Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel waren rund 7.600 Gebäude und etwa 40.000 Menschen von dem Stromausfall betroffen. Eine Polizeieinsatzhundertschaft wurde nach Reutlingen verlegt, um Präsenz an kritischer Infrastruktur und in den vom Stromausfall betroffenen Gebieten zu zeigen.
Stromausfall in Reutlingen: Ermittler gehen Verdacht auf Brandstiftung nach
Die Ermittlungen konzentrieren sich inzwischen auf den Verdacht der vorsätzlichen Brandlegung sowie der gezielten Störung öffentlicher Betriebe. Hagel sagte, man werde den Fall ergebnisoffen in alle Richtungen untersuchen - also auch, ob ein Brandanschlag oder gar ein terroristischer Akt dahinterstecken könnte. Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach im ZDF von einem wahrscheinlichen Brandanschlag.
Das LKA teilte mit, bislang gebe es weder Hinweise auf Tatverdächtige noch auf ein Motiv. Die Ermittlungen der Spurensicherung einschließlich des Einsatzes eines Brandmittelspürhundes seien noch nicht abgeschlossen. Unklar ist weiterhin, wann die Stromversorgung vollständig wiederhergestellt sein wird.
Auch in den News:
Zehntausende in Reutlingen für Stunden ohne Strom
Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zu Montag (8. Juni) ausgebrochen. In der Folge fiel das Umspannwerk aus, eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. Zeitweise waren dadurch Zehntausende Menschen ohne Strom, auch ein Krankenhaus war betroffen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur entstand durch den Brand und den Stromausfall ein Schaden von mehreren Millionen Euro.
Am Montagmorgen war die Stromversorgung in Teilen der Kernstadt und dem dortigen Krankenhaus wiederhergestellt. Am Nachmittag wurde dann ein großer Teil der Privathaushalte in Betzingen und Ohmenhausen wieder an das Elektrizitätsnetz angeschlossen. Auch Schulen und Kindergärten seien dort wieder mit Strom versorgt, teilte die Stadtverwaltung mit.
Erinnerungen an Brandanschläge in Berlin
Der Vorfall erinnert an zwei mutmaßlich von Linksextremisten begangene Brandanschläge auf die Stromversorgung in Berlin. Nach dem ersten Anschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe ohne Strom. Der Ausfall dauerte rund 60 Stunden, erst am Nachmittag des 11. September waren alle Haushalte wieder am Netz. Beim zweiten Anschlag am 3. Januar wurden 15 Kabel auf einer Kabelbrücke zerstört. Erst am 7. Januar, also nach rund 100 Stunden, war die Stromversorgung wieder flächendeckend hergestellt.
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