Trump und Medien
Trump attackiert Medien bei Gala-Dinner mit scharfen Spitzen
Veröffentlicht:
von Damian Rausch:newstime
Trumps neuer Zoll-Hammer
Videoclip • 01:45 Min • Ab 12
Erstmals als US-Präsident sprach Donald Trump beim traditionsreichen Gala-Dinner der Hauptstadtpresse. Dabei teilte er gegen Medien aus, lobte sich selbst und sprang in seiner Rede zwischen unterschiedlichsten Themen – von Iran über Käfigkämpfe bis zu einer möglichen dritten Amtszeit.
Das Wichtigste in Kürze
Donald Trump warf den US-Medien erneut die Verbreitung von Falschinformationen vor und erklärte, viele Unternehmen der Branche profitierten von seiner Präsenz.
Die Veranstaltung fand unter deutlich verschärften Sicherheitsmaßnahmen statt, nachdem Trump beim vorherigen Gala-Dinner wegen eines Schussvorfalls evakuiert worden war.
Der mutmaßliche Angreifer muss sich inzwischen unter anderem wegen versuchten Mordes an dem Präsidenten verantworten und bestreitet die Vorwürfe.
Donald Trump hat seine erste Rede beim traditionellen Gala-Dinner der Hauptstadtpresse vor allem für scharfe Angriffe auf die Medien genutzt. Zwar sprach der US-Präsident den Journalist:innen stellenweise Anerkennung aus, warf ihnen zugleich jedoch die Verbreitung von "Fake News" vor. Zudem behauptete er, viele Medienhäuser lebten wirtschaftlich von seiner Präsenz.
Vor den Gästen in einem Washingtoner Hotel sagte Trump: "Wenn ich weg bin, seid ihr alle pleite." Ohne ihn gebe es niemanden mehr, über den sich zu berichten lohne. "Niemand interessiert sich für irgendjemand anderen." Die Presse wisse gar nicht, wie sehr sie von ihm profitiere, erklärte Trump und fügte hinzu, ihm lägen die Medien sehr am Herzen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.
Der Republikaner ist seit Jahren für seine harte Kritik an der Berichterstattung über ihn bekannt. Immer wieder ging er juristisch gegen Medien vor und bezeichnete sie wiederholt als "Feinde des Volkes".
Sprünge zwischen Politik, Sport und Eigenlob
Auch inhaltlich wechselte Trump während seiner Ansprache häufig das Thema. Er lobte seine Regierung, sprach über den geplanten Ballsaal am Weißen Haus und äußerte sich begeistert über die Käfigkämpfe, die anlässlich seines 80. Geburtstags im Juni organisiert worden waren.
Zwischendurch bekräftigte er, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen dürfe. Außerdem setzte Trump erneut auf Symbolik: Er zog eine rote Kappe mit der Aufschrift "Trump 2028" auf. Obwohl eine dritte Amtszeit nach der US-Verfassung ausgeschlossen ist, spielt der Präsident immer wieder öffentlich mit diesem Gedanken. Auch Kommentare zum Erscheinungsbild einzelner Journalistinnen und Journalisten im Saal gehörten zu seiner Rede.
Auch in den News:
Gala nach Schussvorfall unter hohen Sicherheitsauflagen
Die diesjährige Veranstaltung stand unter deutlich strengeren Sicherheitsvorkehrungen. Sie diente zugleich als Nachholtermin für das Gala-Dinner, das wenige Monate zuvor nach einem Schussvorfall abgebrochen worden war. Damals hatte ein bewaffneter Mann eine Sicherheitsschleuse gestürmt. Zwar gelangte er nicht bis zu Trump, dennoch fielen Schüsse. Ein Sicherheitsbeamter wurde verletzt, der Präsident und weitere Gäste wurden in Sicherheit gebracht.
Die erhöhten Schutzmaßnahmen waren an vielen Stellen sichtbar. Nach Angaben einer dpa-Reporterin mussten Medienschaffende neben ihrem Ausweis erstmals einen personalisierten QR-Code vorzeigen. Zusätzlich führten Sicherheitskontrollen mit Metalldetektoren in den Ballsaal, außerdem waren deutlich mehr Polizeikräfte im Einsatz.
Angreifer muss sich wegen Mordversuchs verantworten
Der mutmaßliche Täter ist inzwischen unter anderem wegen versuchten Mordes an Donald Trump angeklagt. Darüber hinaus wirft ihm die Anklage vor, einen Bundesbeamten mit einer tödlichen Waffe angegriffen zu haben. Über seinen Verteidiger ließ der Angeklagte die Vorwürfe im Mai zurückweisen.
Bei der nachgeholten Gala wurde neben den Journalistinnen und Journalisten auch jener Sicherheitsbeamte geehrt, der bei dem Angriff angeschossen worden war. Nach Angaben der scheidenden Vorsitzenden der Journalistenvereinigung, Weijia Jiang, habe dessen entschlossenes Eingreifen maßgeblich dazu beigetragen, den Angreifer am weiteren Vordringen zu hindern.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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