Krise in der Branche

Industrie baut laut BDI monatlich 15.000 Jobs ab

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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Deutsche Industrie verliert 177.000 Arbeitsplätze in einem Jahr

Videoclip • 01:00 Min • Ab 12


Die deutsche Industrie verliert laut BDI jeden Monat rund 15.000 Stellen. Verbandschefin Tanja Gönner warnt vor einer kritischen Lage, sieht aber weiter Chancen für ein Comeback.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der BDI sagt, dass die deutsche Industrie derzeit rund 15.000 Arbeitsplätze pro Monat verliert.

  • BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner nennt die Lage "kritisch", glaubt aber weiter an ein industrielles Comeback.

  • Als entscheidend gelten laut Gönner bessere Rahmenbedingungen, mehr Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen in Innovation und KI.

Die deutsche Industrie verliert nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) jeden Monat rund 15.000 Arbeitsplätze. Das sagte BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Gönner findet dafür deutliche Worte. "Die Lage der Industrie ist kritisch", sagte sie der dpa. Gleichzeitig warnte sie davor, den Abbau von Jobs nur als vorübergehende Schwäche zu sehen. Der Druck auf viele Unternehmen sei groß, weil Kosten, internationale Konkurrenz und politische Vorgaben gleichzeitig auf den Standort wirkten.


Gönner sieht trotzdem Chancen für ein Comeback

Trotz der angespannten Lage hält Gönner eine Trendwende für möglich. "Ich bin überzeugt: Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, haben wir wieder alle Chancen", sagte sie der dpa. Nach ihrer Einschätzung ist die schleichende Deindustrialisierung in Deutschland also nicht unausweichlich.

Dabei setzt sie vor allem auf die Innovationskraft der Unternehmen. Viele Betriebe hätten das Thema längst ganz oben auf ihre Agenda gesetzt. Die Industrie habe sich immer wieder verändert und stehe nun mit Künstlicher Intelligenz vor einer neuen industriellen Revolution. Gerade darin sieht Gönner Möglichkeiten für den Standort Deutschland.

Hoffnung auf Stärke bei Produktion und KI

"Gerade in der industriellen Produktion haben wir alle Chancen", sagte Gönner. Dort entstünden Daten, Prozesse und Anwendungskompetenz, die große Tech-Konzerne so nicht hätten. Genau deshalb seien diese Unternehmen an einem Zugang zu industriellen Strukturen interessiert.

Entscheidend sind aus ihrer Sicht aber die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. "Deutschland hat an Wettbewerbsfähigkeit verloren", sagte die frühere CDU-Politikerin. Bei jeder Entscheidung in Deutschland und Europa müsse deshalb gefragt werden, ob sie Unternehmen helfe, wieder wettbewerbsfähiger zu werden. Nur dann könnten Investitionen in Umbau und Modernisierung gelingen.

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Zollstreit und Konkurrenz verschärfen den Druck

Zusätzlich verwies Gönner auf schwierige internationale Bedingungen. Die Zollpolitik der USA und Marktverzerrungen aus China hätten den Wettbewerb noch härter gemacht. Das passiere zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland sich eigentlich erst wieder fit machen müsse, um alte Schwächen abzubauen.

Der BDI vertritt nach eigenen Angaben rund 100.000 Unternehmen mit mehr als acht Millionen Beschäftigten. Wenn der Verband von monatlich 15.000 verlorenen Industriearbeitsplätzen spricht, ist das deshalb auch ein Warnsignal weit über einzelne Branchen hinaus.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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