NATO-Ostflanke
Lettland unter Alarm: NATO‑Jets schießen Drohne ab – was Russland damit zu tun hat
Veröffentlicht:
von Emre Bölükbasi:newstime
Europa ist Russland auch ohne die USA militärisch überlegen (26. Mai)
Videoclip • 01:19 Min • Ab 12
Erstmals schießen NATO-Kampfflugzeuge über Lettland ein unbemanntes Flugobjekt ab. Russlands elektronische Kriegsführung soll die Drohne fehlgeleitet haben.
Das Wichtigste in Kürze
Erstmals haben NATO-Kampfjets über Lettland eine Drohne abgeschossen.
Das unbemannte Flugobjekt soll durch russische elektronische Kriegsführung vom Kurs abgekommen sein.
Der Vorfall verschärft die Sicherheitslage im Baltikum weiter.
Über lettischem Territorium ist am Montagvormittag (8. Juni) eine Drohne von NATO-Kampfjets abgeschossen worden – ein Novum für das baltische Land. Das unbemannte Flugobjekt war zuvor in den Luftraum des EU- und NATO-Mitglieds eingedrungen.
Herkunft der Drohne noch unbekannt
Der Abschuss erfolgte um 10:05 Uhr Ortszeit über der Gemeinde Berzgale nahe Rezekne im Osten Lettlands, wie Brigadegeneral Kaspars Zdanovskis auf einer Pressekonferenz mit Verteidigungsminister Raivis Melnis mitteilte. Nach Angaben der lettischen Streitkräfte handelte es sich um ein ausländisches Flugobjekt, das durch "russische elektromagnetische Kriegsführung" vom Kurs abgekommen und in lettisches Hoheitsgebiet eingedrungen war.
Vor dem Abschuss hatten die Behörden die Bewohner:innen mehrerer Regionen im Osten des Landes über eine mögliche Bedrohung des Luftraums informiert. In zwei davon wurde die Bevölkerung aufgefordert, Schutz zu suchen. Nach dem erfolgreichen Abschuss wurde der Alarm aufgehoben. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht, die Suche nach Trümmerteilen läuft noch.
Verteidigungsminister Melnis bestätigte zunächst nicht die vielfach veröffentlichte Information, wonach die Drohne von einem französischen Kampfjet abgeschossen wurde. Auch der genaue Absturzort blieb zunächst unklar. Zur Herkunft und Art des Flugkörpers machten die Behörden keine näheren Angaben.
Lettlands Regierungschef Andris Kulbergs dankte der lettischen Armee und den NATO-Verbündeten für ihren Einsatz. Dank "schneller Entscheidungen und professionellen Handelns" habe eine nach Lettland eingeflogene Drohne erstmals erfolgreich abgeschossen werden können, schrieb er auf X.
Auch in den News:
Nicht der erste Drohnenvorfall
Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Drohnenzwischenfällen im Baltikum. Bereits am 19. Mai hatten NATO-Kampfjets über dem benachbarten Estland eine Drohne vom Himmel geholt. Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen in Lettland gegeben, bei denen fehlgeleitete unbemannte Flugkörper in den Luftraum des Baltenstaats eingedrungen und abgestürzt waren. Die Vorfälle lösten eine politische Krise in Lettland aus und führten zu einem Regierungswechsel.
Estland, Lettland und Litauen besitzen keine eigenen Kampfjets. Die NATO sichert deshalb bereits seit 2004 den baltischen Luftraum. Dazu verlegen die Verbündeten im regelmäßigen Wechsel Kampfflugzeuge samt Personal in die Ostseestaaten im Nordosten Europas. Stationiert sind die Einheiten auf Militärflughäfen in Ämari (Estland) und Siauliai (Litauen).
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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