Invasive Art
Schlangen erobern Urlaubsinsel – und jetzt das Meer: Regierung reagiert
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Bahn statt Flug: Urlaubspreise steigen (14. Mai)
Videoclip • 01:44 Min • Ab 12
Die invasive Hufeisennatter hat auf einer beliebten Urlaubsinsel eine Echsenart fast ausgerottet. Nun machen sich die Schlangen auf ins Meer, um neue Nahrung zu finden.
Auf der beliebten Urlaubsinsel wird das Fressen knapp – deshalb zieht es die Schlangen ins Meer vor den Balearen. Die Hufeisennatter, die ursprünglich vom spanischen Festland stammt und mittlerweile auch auf dem Großteil der Fläche Ibizas anzutreffen ist, wurde sogar von professionellen Schlangenkämpfer:innen gejagt, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ).
Über ein Dutzend der Spezialist:innen seien bereits auf Ibiza von lokalen Behörden eingesetzt worden. Nun erobern die Reptilien auch das Wasser und begeben sich auf kleinen Nachbarinseln auf Nahrungssuche – mit drastischen Folgen.
Für Tourist:innen gibt es zwar Entwarnung: Hufeisennattern sind für den Menschen nicht giftig. Dafür stellen die Schlangen jedoch eine Bedrohung für das gesamte Ökosystem dar. Denn am liebsten fressen sie ein Tier, welches auch als kulturelles Symbol der Inselgruppe gilt: die Ibiza-Mauereidechse, von der es laut einer Studie des Umweltforschungsinstituts CREAF kaum noch Exemplare gibt.
Auch in den News:
Über 3.500 Hufeisennattern 2025 gefangen
Im April meldete die balearische Regionalregierung laut "Diario de Ibiza", dass im vergangenen Jahr insgesamt 4.400 invasive Schlangen auf den Inseln gefangen wurden. 3.604 Schlangen gingen auf Ibiza in die Falle, davon 3.528 Hufeisennattern.
In diesem Jahr will die Regierung die operativen Kapazitäten weiter ausbauen. Es soll mehr Fallen geben, das Personal soll aufgestockt werden. Alle Anstrengungen dienen dem Arterhalt und Schutz der Ibiza-Mauereidechse.
Schlaraffenland Balearen
Haben die Hufeisennattern bald alle Echsen ausgelöscht? Wissenschaftler:innen warnen jedenfalls vor dem kompletten Verschwinden der Population. Auf zehn von 40 kleinen Inseln sollen die Schlangen, die auch von Formentera aus ins Wasser kommen, die Population bereits vollständig ausgerottet haben, berichtet die FAZ.
Dabei steht die Schlangenart auf dem spanischen Festland selbst unter Schutz. Die Eier der Art kamen mit dekorativen Olivenbäumen auf die Inseln. Auf den Balearen entdeckten sie dann ein Schlaraffenland, da die Echsen sie nicht als Fressfeinde identifizierten. So wurden die Schlangen etwa 200 Prozent größer auf den Inseln und lernten zudem das Schwimmen.
Verwendete Quellen
FAZ: "Der Hunger treibt die Schlangen über das Wasser"
Diario de Ibiza: "Fight against snakes in Ibiza and Formentera: more than 4,400 captured to try to save native lizards"
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