Feuertragödie
Nach Feuer in Crans-Montana: Schweizer Ski-Orte prüfen Brandschutz
Veröffentlicht:
von dpaDie Trauer nach dem verhängnisvollen Feuer in einer Schweizer Bar ist groß.
Bild: AP
Partyfontänen lösten den verheerenden Brand in einer Schweizer Bar aus. Manche Lokalbetreiber:innen wollen jetzt freiwillig auf Pyrotechnik verzichten.
Das Wichtigste in Kürze
Angesichts der anstehenden Skisport-Veranstaltungen prüfen Lokalbesitzer:innen und Gemeinden in der Schweiz den Brandschutz.
Der Schweizer Präsident Guy Parmelin sieht keine Notwendigkeit darin, ein generelles Verbot von Pyrotechnik in Innenräumen zu beschließen.
Das tödliche Feuer in einer Bar in Crans-Montane wurde durch eine funkensprühende Partyfontäne ausgelöst.
Nach der Feuerkatastrophe von Crans-Montana in der Schweiz legen zwei andere bekannte Wintersportorte des Alpenlandes einen verstärkten Fokus auf Brandschutz. Im Schweizer Radio SRF kündigten Lokalpolitiker in Adelboden und Lauterbrunnen vor den Ski-Weltcuprennen der nächsten Wochenenden an, Gastronomie-Betriebe in die Pflicht zu nehmen, um für die Sicherheit der Fans zu sorgen.
In der Silvesternacht waren in einer Bar in Crans-Montana 40 Menschen bei einem Brand ums Leben gekommen. Bei den Toten handelte es sich überwiegend um Jugendliche und junge Erwachsene. Weitere 119 Personen wurden großteils schwer verletzt. Das Inferno wurde nach bisherigen Ermittlungen durch eine funkensprühende Partyfontäne ausgelöst, die Schaumstoff an der Decke in Brand setzte.
Freiwilliger Verzicht auf Pyrotechnik
Der Schweizer Präsident Guy Parmelin verwies im TV-Sender SRF auf Berichte, wonach bereits viele Lokalbetreiber:innen in der Schweiz beschlossen hätten, künftig auf Pyrotechnik in Innenräumen zu verzichten. Die Regierung müsse kein offizielles Verbot beschließen, "aber ich glaube, dass die notwendigen Lehren zum gegebenen Zeitpunkt daraus gezogen werden", sagte der Politiker der rechtskonservativen SVP.
In Adelboden sollen die Lokale vor den Riesenslalom- und Slalomrennen am 10. und 11. Januar überprüft werden, sagte Gemeinderatspräsident Willy Schranz im Radio. Es gehe darum, zu schauen, "ob wir hier alles in Ordnung haben, damit nicht so etwas eintreffen kann", sagte er.
Vom 16. bis 18. Januar finden Weltcuprennen in Wengen statt. Der Ort ist Teil der Gemeinde Lauterbrunnen. Gastronom:innen sollen selbst prüfen, ob Fluchtwege frei seien und ob unerlaubte brennbare Materialien in ihren Lokalen eingebaut seien, sagte Gemeinderatspräsident Karl Näpflin. Er warnte davor, in Lokalen mit Feuer und Kerzen zu hantieren. "Das wäre das Schlimmste", sagte er.
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