"Feuerschein am Himmel"
Meteorit beschädigt Hausdach nahe Koblenz – Wie wahrscheinlich ist ein Einschlag?
Aktualisiert:
von Jana Wejkum:newstime
Meteorit beschädigt Häuser im Südwesten
Videoclip • 23 Sek • Ab 12
Teile eines Meteoriten sorgten in Rheinland-Pfalz für Aufregung. Das Himmelsspektakel war in weiten Teilen Westdeutschlands zu sehen. Doch wie gefährlich können derartige Himmelskörper werden?
Das Wichtigste in Kürze
Ein Meteorit beschädigte am Sonntagabend (8. März) ein Hausdach im rheinland-pfälzischen Koblenz; verletzt wurde niemand.
Der Meteor war in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg zu sehen; auch aus benachbarten Ländern gibt es Augenzeugenberichte.
Dass ein Meteorit in Deutschland Schaden anrichtet, kommt nicht oft vor: Die Himmelskörper fallen nur selten zu Boden und verglühen oftmals in der Atmosphäre.
Ein Meteorit hat am Sonntagabend (8. März) ein Hausdach im rheinland-pfälzischen Koblenz beschädigt. Schadensmeldungen habe es auch aus dem Hunsrück und der Eifel gegeben, wie ein Polizeisprecher am Abend gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte. Bei dem Einschlag wurde niemand verletzt.
Die zunächst unbekannte Lichterscheinung hatte am Abend viele Menschen in Westdeutschland fasziniert. Die Polizei habe zahlreiche Anrufe zu dem mysteriösen Leuchtschein am Horizont bekommen. Bürger:innen berichteten von einem "Feuerschein am Himmel" und einem "Leuchtball", so ein Polizeisprecher aus Mannheim.
Manche Anrufer:innen vermuteten eine Rakete. Es habe jedoch "keinerlei Hinweise auf ein sicherheitsrelevantes Ereignis" gegeben, betonte ein Sprecher der Polizei Kaiserslautern. Gesichtet wurde der Meteor in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg.
Meteor über Hunderte Kilometer zu sehen
Der Meteor war laut Carolin Liefke, stellvertretende Leiterin am Haus der Astronomie in Heidelberg, über eine Entfernung von hunderten Kilometern sichtbar gewesen. Anhand von Sichtungen und Fotos sei seine Flugbahn gut eingrenzbar. Er sei über Rheinland-Pfalz hinweggeflogen. Sichtungen habe es auch in den Niederlanden, in Belgien, Frankreich oder der Schweiz gegeben.
Ein Meteorid aus dem All zerfällt oft in viele kleine Stücke, sobald er auf die Erdatmosphäre trifft. Manche davon verglühen, andere treffen auf der Erdoberfläche auf. Diese Brocken werden Meteoriten oder Meteoritenteile genannt, die zugehörige Leuchterscheinung am Himmel heißt dagegen Meteor.
Die Fragmente haben eine lange Reise hinter sich: Die meisten von ihnen stammen aus dem Asteroidengürtel zwischen Jupiter und Mars und können bereits mehrere Milliarden Jahre alt sein. Sie sind aus Überresten des Sonnensystems entstanden.
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Meteoriten: Seltene Besucher aus dem Weltall
Die Meteoriten sind laut Liefke an sich vollkommen ungefährlich. Sie seien vereinfacht gesagt normale Steine, die aus dem Weltall kommen. Dass es zu Schäden kommt, ist eine Ausnahme, denn Meteoriteneinschläge auf der Erde sind sehr selten.
In Deutschland machten mehrere Teile eines Meteoriten nahe Elmshorn 2023 Schlagzeilen: Das größte Fragment wog 3,7 Kilogramm. Nach einer wissenschaftlichen Untersuchung wurde er ausgestellt. Er galt als das schwerste gefundene Meteoritenstück der letzten hundert Jahre in Deutschland.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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