Kaum noch Hoffnung
Buckelwal liegt wohl im Sterben: Was mit Timmys Kadaver passieren würde
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von Christopher Schmitt:newstime
Verirrter Wal: Überlebenschancen sinken (1. April)
Videoclip • 01:10 Min • Ab 12
Der Wal in der Wismarer Bucht wird wohl nicht überleben. Für den Fall von Timmys Ableben gibt es bereits Pläne. Was die Wissenschaft mit seinem Kadaver vorhat.
Es gibt kaum noch Hoffnung auf Rettung in der Ostsee: Der von Medien "Timmy" getaufte Buckelwal liegt seit Tagen vor Wismar, aktuell vor der Insel Poel. Rettungsversuche wurden inzwischen eingestellt. Laut Expert:innen habe das Tier kaum noch Überlebenschancen. Wie das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund erklärt, seien Strandungen für große Wale fast immer lebensbedrohlich. Wissenschaftler:innen gehen davon aus, dass auch dieser Wal die Situation nicht überleben wird.
"Jede Strandung ist individuell", betont Tom Bär, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Hauptgründe für das Sterben eines Wales am Strand sind Lageschäden, Überhitzung und Vorschädigungen", erläutert er. Diese verschiedenen Ursachen führten – auch in Kombination – in fast allen Fällen zu einem akuten Herz-Kreislauf-Versagen.
Im Todesfall wird der Wal seziert
Ob der Buckelwal vor Wismar bereits vor der Strandung gesundheitlich angeschlagen war, lasse sich laut Bär derzeit nicht sicher sagen. Möglich seien Infektionen, Organschäden oder Folgen von Nahrungsmangel. Zwar könnten Buckelwale grundsätzlich monatelang ohne Nahrung auskommen, da sie von ihren Fettreserven lebten.
Doch in Kombination mit Verletzungen oder inneren Schäden werde die Situation schnell kritisch. Auch der im Maul gefundene Netzrest spiele möglicherweise eine Rolle. Ein Großteil des Netzes sei bereits entfernt worden, doch es sei unklar, ob sich weiteres Material im Körper befinde oder bereits ins Gewebe eingewachsen sei.
Bär fügt hinzu: "Im Falle seines Sterbens soll das Tier im Rahmen einer Sektion wissenschaftlich untersucht werden. Dabei werden sowohl der Körper als auch die Organe untersucht und beprobt." Ziel sei es, Hinweise auf Vorerkrankungen, Verletzungen oder die Auswirkungen von Fischereigeräten zu finden.
Auch die Frage, warum der Wal in den vergangenen Wochen mehrfach auf Grund lief, stehe im Fokus. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) betonte, es gehe dabei ausdrücklich nicht um eine museale Ausstellung, sondern um die Klärung der Todesursache.
Kritik aus dem Tierschutz: Beispiel für menschliche Eingriffe
Der Fall hat auch eine größere Dimension: Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation weist darauf hin, dass sich jedes Jahr weltweit Hunderttausende Wale und Delfine in Fischereigeräten verfangen. Der Buckelwal in der Ostsee sei ein sichtbares Beispiel für die Folgen menschlicher Eingriffe in die Meere.
Stirbt ein Wal hingegen fernab der Küsten, erfülle er laut Expert:innen noch eine wichtige ökologische Funktion: Sein Körper sinke auf den Meeresboden und werde dort zur lebenswichtigen Nahrungsquelle für zahlreiche Arten – und trage langfristig zur Bindung von Kohlenstoff im Ozean bei.
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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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