Rückkehr zum Mond

LIVE: "Artemis 2"-Crew erreicht entscheidenden Punkt auf dem Weg zum Mond

Aktualisiert:

von Christopher Schmitt

:newstime

Ziel Mond: Die Artemis-2-Mission (1. April)

Videoclip • 01:43 Min • Ab 12


- Anzeige -
- Anzeige -

Vier Astronaut:innen der "Artemis 2" haben fünf Tage nach dem Start die Einflusssphäre des Mondes erreicht – ein zentraler Meilenstein der Mission.

Das Wichtigste in Kürze

  • "Artemis 2" hat die Einflusssphäre des Mondes erreicht.

  • In der Nacht auf Donnerstag (2. April) haben sich wieder Menschen auf den Weg in die Nähe des Mondes gemacht.

  • Im Rahmen der "Artemis 2"-Mission der NASA sollen die vier Astronaut:innen eine "Acht" um Erde und Mond fliegen.

Rund fünf Tage nach dem Start haben die vier Astronaut:innen der Mondmission "Artemis 2" einen entscheidenden Punkt ihrer Reise erreicht: Die Raumkapsel "Orion" befindet sich nun in der Einflusssphäre des Mondes. Ab diesem Moment wirkt die Schwerkraft des Erdtrabanten stärker auf das Raumschiff als die der Erde, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte.

An Bord sind die US-Astronaut:innen Victor Glover, Christina Koch und Reid Wiseman sowie der kanadische Astronaut Jeremy Hansen. Gemeinsam sind sie die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren, die sich auf den Weg zum Mond gemacht haben. Während Glover, Koch und Wiseman bereits Weltraumerfahrung besitzen, ist es für Hansen der erste Flug ins All. Zudem markiert die Mission mehrere Premieren: Koch ist die erste Frau auf einer Mondmission der Nasa, Glover der erste schwarze Astronaut und Hansen der erste Kanadier auf diesem Kurs.

In den kommenden Stunden steht einer der spektakulärsten Momente der Mission bevor: Die Kapsel soll sich dem Mond bis auf etwa 7.500 Kilometer nähern – hinter dessen erdabgewandter Seite. Dabei könnten die Astronaut:innen sowohl Erde als auch Mond gleichzeitig sehen und sogar eine Sonnenfinsternis aus ihrer einzigartigen Perspektive beobachten.

Zugleich besteht die Möglichkeit, dass die Crew weiter von der Erde entfernt sein wird als jemals zuvor ein Mensch. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 1970, als die Besatzung von "Apollo 13" eine Entfernung von rund 400.171 Kilometern erreichte.

Die Mission "Artemis 2" baut auf den Erkenntnissen des unbemannten Testflugs "Artemis 1" aus dem Jahr 2022 auf. Ihr Flugverlauf ähnelt einer Acht zwischen Erde und Mond. Die Rückkehr der Astronauten wird für Samstag (MESZ) erwartet, wenn die Kapsel im Meer landen soll.

Zündung bringt "Artemis 2" auf Kurs

"It was a good burn", hieß es aus dem NASA-Kontrollzentrum in Houston, als das Orion-Haupttriebwerk rund 25 Stunden nach dem Start der Artemis-2-Mission fast sechs Minuten lang zündete. Dieser entscheidende "Translunar Injection Burn" katapultierte die Crew endgültig aus der Erdumlaufbahn auf eine Schussbahn um den Mond – die Mission ist unwiderruflich auf Mondkurs.

Die Kapsel wird durch die Gravitation des Mondes später zurück zur Erde gelenkt und soll am frühen Samstag, 11. April, deutscher Zeit, im Pazifik landen. Der kanadische Astronaut Jeremy Hansen, erstmals im All, bedankte sich bewegend bei allen Beteiligten weltweit: "Die Menschheit hat einmal mehr gezeigt, wozu wir fähig sind."

Nachdem die Orion-Kapsel kurz auf 185 Kilometer an die Erde herangekommen war, verlässt sie nun den Erdorbit. Die Ankunft am Mond wird für die Nacht zum Montag erwartet – rund 380.000 Kilometer entfernt.

- Anzeige -
- Anzeige -

NASA-Mission "Artemis 2"

US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Mittwoch (1. April, Ortszeit) als "historischen Tag" – denn die "Orion"-Kapsel ist abgehoben: Vier Astronaut:innen befinden sich – nach zahlreichen Verzögerungen aufgrund technischer Probleme – im Rahmen der Mission "Artemis 2" auf dem Weg zum Mond.

Um 18:35 Uhr Ortszeit (0:35 Uhr MESZ) startete das Raketensystem "Space Launch System" vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida in Richtung All. "Der heutige Start ist ein entscheidender Moment für unsere Nation und für alle, die an Erforschung glauben", so NASA-Chef Jared Isaacman.

"Artemis 2" sei der Start von "etwas, das größer ist als nur eine Mission. Es ist der Beginn unserer Rückkehr zum Mond, nicht nur zum Besuchen, sondern irgendwann auch zum Bleiben in unserer Mond-Station."

Für die nächsten "gigantischen Schritte" lege man jetzt die Basis. Isaacman zufolge sei zwischenzeitlich die Kommunikation zwischen den Astronaut:innen sowie dem Kontrollzentrum abgebrochen. Mittlerweile ist das Problem gelöst – es war nicht das einzige: Zeitweise konnte die Bordtoilette NASA-Angaben zufolge aufgrund eines Steuerungsproblems nicht genutzt werden.

Verfolge die Mond-Mission der vier Astronaut:innen ab sofort im kostenlosen NASA-Livestream:

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube.

Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.

Im Januar war ein unbemannter Bodentest, das sogenannte "Wet Dress Rehearsal", bei dem alle Abläufe außer dem eigentlichen Start getestet werden sollten, wegen außergewöhnlich niedriger Temperaturen in den Februar verschoben worden. Und auch im Februar hatte es zuletzt einen Rückschlag gegeben.

Das sind die wichtigsten Infos rund um die Besatzung und die Ziele der "Artemis 2".

Wer ist an Bord?

Die "Artemis 2"-Besatzung besteht aus:

  • Christina Koch (geboren am 29. Januar 1979, USA)

  • Victor Glover (geboren am 30. April 1976, USA)

  • Reid Wiseman (geboren am 11. November 1975, USA)

  • Jeremy Hansen (geboren am 27. Januar 1976, Kanada)

Für Glover, Koch und Wiseman wäre es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch würde als erste Frau an einer Mondmission der NASA teilnehmen, Glover als erster Nicht-Weißer und Hansen als erster Kanadier.

"Artemis 2" sei "mehr als eine Mission", sagte Glover nach der Crew-Bekanntgabe. "Es ist der nächste Schritt auf dem Weg, der die Menschheit zum Mars bringen wird, und diese Crew wird das nie vergessen."

Wie ist der Zeitplan?

Das "Artemis"-Programm wurde von der NASA 2017 verkündet. Es ist benannt nach der Göttin des Mondes und Zwillingsschwester des Gottes Apollo aus der griechischen Mythologie. Ursprünglich war eine bemannte Mondlandung ("Artemis 3") bis 2024 vorgesehen, aber es kam zu mehreren Verschiebungen.

Nach dem erfolgreichen unbemannten Testflug "Artemis 1" im Jahr 2022 wurde "Artemis 2" schließlich für "die erste Jahreshälfte 2026" angesetzt.

Wie soll die Mission ablaufen?

Mit der Rakete "Space Launch System" sollen die vier Astronaut:innen vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida abheben. An Bord der "Orion"-Kapsel werden sie etwa zehn Tage lang um den Mond fliegen, bevor die Kapsel im Meer auf der Erde landet.

Der Flugverlauf gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die Besatzung wird mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Am weitesten Punkt werden sie sich etwa 370.000 Kilometer von der Erde entfernen, etwa 7.500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite des Mondes. Von dort können sie Erde und Mond gleichzeitig sehen.

Wie leben die Astronaut:innen?

Die "Orion"-Kapsel fliegt größtenteils vollautomatisch, aber die Astronaut:innen werden zu Testzwecken auch manuell steuern. Sie müssen alle Systeme und ihren Gesundheitszustand mit Tests, Sensoren und Messungen überwachen. Fotos und Analysen von Erde und Mond gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben.

In der Enge der Kapsel schlafen die Astronaut:innen in an der Wand befestigten Schlafsäcken. Zur Reinigung stehen Feuchttücher, Flüssigseife und Waschlappen zur Verfügung. Das Essen ähnelt dem auf der ISS, ist aber limitierter, da der Essenswärmer nur begrenzte Kapazitäten hat. Mindestens 30 Minuten täglich sind für Sport vorgesehen. Jede:r hat ein Tablet und einen Laptop für die Wifi-Kommunikation mit der Erde sowie einige heruntergeladene Filme und Spiele.

Gibt es längerfristige Pläne?

Die "Artemis"-Pläne wurden vom neuen NASA-Chef Jared Isaacman gerade komplett umgeschmissen. Die Mission "Artemis 3", mit der ursprünglich frühestens 2028 eine Crew auf dem Mond landen sollte, soll nun bereits im kommenden Jahr starten, aber nicht auf dem Mond landen.

Stattdessen soll die "Orion"-Kapsel sich bei dieser Mission im Weltraum mit einem oder zwei Mondlandern zusammendocken. Zudem soll es 2028 möglicherweise sogar zwei Mondlandungsversuche geben – "Artemis 4" und "Artemis 5". Außerdem wird eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond anvisiert.

Was kostet die "Artemis"-Mission?

2021 schätzte der damalige Generalinspekteur der NASA, dass die Kosten für das "Artemis"-Programm bis 2025 auf 86 Milliarden Dollar steigen würden – deutlich mehr als anfangs veranschlagt. Es wurde als die "ehrgeizigste und teuerste Aktivität" der NASA bezeichnet. "Artemis 2" allein dürfte laut Expertenschätzungen etwa vier Milliarden Dollar kosten.

Zum Vergleich: Das "Apollo"-Programm kostete insgesamt rund 28 Milliarden Dollar, was heute etwa 280 Milliarden entsprechen würde.

Auch in den News

Wer arbeitet neben der NASA mit?

An "Artemis" sind neben der NASA viele private Raumfahrtunternehmen beteiligt, darunter Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos und SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk. Internationale Partner sind vor allem die Raumfahrtprogramme von Kanada, Japan, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die europäische Raumfahrtbehörde Esa.

Die Rückkehr zum Mond symbolisiert strategisch technologische und geopolitische Führung im Wettlauf um den Weltraum. Eine dauerhafte Präsenz dort gilt als Weg, nationale Interessen in der Raumfahrt zu sichern.

Historische Bedeutung

Zuletzt betrat im Dezember 1972 der 2017 verstorbene NASA-Astronaut Eugene Cernan im Rahmen der "Apollo 17"-Mission den Mond. Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen

Nachrichtenagentur dpa

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken