Laut Geheimdienstinformationen

Fast 500.000 Tote: Moskaus Preis für den Ukraine-Krieg wächst

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

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Bundesregierung lehnt Putin-Vorschlag ab

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Der Krieg in der Ukraine fordert nach britischer Einschätzung auf russischer Seite einen immer höheren Preis. Fast 500.000 Soldaten sollen bereits getötet worden sein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Neue britische Geheimdienstinformationen setzen Russlands Krieg in der Ukraine in ein schonungsloses Licht.

  • Nahezu eine halbe Million russische Soldaten sollen bereits getötet worden sein.

  • Für den hohen Blutzoll hat Moskau allerdings wenig vorzuweisen. Der Vormarsch der Russen kommt kaum voran.

Fast eine halbe Million russische Soldaten sind nach neuen britischen Geheimdienstinformationen seit Beginn der großangelegten Invasion in der Ukraine getötet worden. Diese Einschätzung nannte Anne Keast-Butler, Chefin des britischen Abhördienstes GCHQ, bei einer öffentlichen Rede. Demnach gerät Moskau militärisch zunehmend unter Druck, während sich der Krieg nach mehr als vier Jahren zu einer verlustreichen Abnutzungsschlacht entwickelt hat.

Keast-Butler erklärte, Präsident Wladimir Putin bewege sich auf dem Schlachtfeld "rückwärts". Die Kämpfe seien zwar vielerorts nahezu festgefahren, doch die russischen Verluste blieben immens. Westliche Schätzungen gehen demnach davon aus, dass die russischen Streitkräfte zuletzt Zehntausende Ausfälle pro Monat erlitten. Zugleich versucht die Ukraine, den Druck so weit zu erhöhen, dass Russland seine Verluste nicht mehr durch neue Rekruten ausgleichen kann.


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Verluste insgesamt über einer Million Soldaten

Zusammen mit Verwundeten und Vermissten beträgt die Zahl der russischen Verluste sogar weit über eine Millionen Soldaten. Die britische Zahl liegt über anderen bekannten Schätzungen, bewegt sich aber im Rahmen westlicher und unabhängiger Analysen. Die Exilmedien Meduza und Mediazona kamen auf Basis offizieller Nachlassdaten und namentlich bestätigter Todesfälle auf mindestens 352.000 getötete russische Soldaten. Andere westliche Dienste nennen noch höhere Gesamtausfälle. Die Unterschiede erklären sich vor allem durch abweichende Methoden, Erhebungszeiträume und die schwierige Datenlage in einem andauernden Krieg.

An der Front haben sich die Bedingungen zuletzt verändert. Russische Truppen drängten die Ukraine über lange Zeit mit kleinen, verlustreichen Angriffen zurück, doch inzwischen gelingt es Kiew laut mehreren Einschätzungen häufiger, russische Vorstöße mit neuen Drohnentaktiken zu stoppen. Teilweise konnten ukrainische Einheiten sogar kleinere Gebiete zurückerobern. Gleichzeitig bleibt auch die Lage der Ukraine schwierig: Es fehlt an Personal für die Front, und belastbare eigene Verlustzahlen veröffentlicht Kiew nur eingeschränkt.

Auch in den News:

Russland verstärkt hybride Kriegsführung gegen Europa

Die britische Geheimdienstchefin verband ihre Verlustbilanz mit einer deutlichen Warnung an Europa. Russland richte seine hybriden Aktivitäten verstärkt gegen kritische Infrastruktur, demokratische Prozesse, Lieferketten und das öffentliche Vertrauen, sagte sie. Im Fokus stünden unter anderem Unterseekabel, Pipelines, Cyberangriffe, Sabotage und der Versuch, westliche Technologie trotz Sanktionen zu beschaffen. Damit wird die militärische Lage in der Ukraine aus Sicht Londons längst zu einer umfassenderen Sicherheitsfrage für ganz Europa.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

The Guardian

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