Naher Osten

USA verlegen Soldaten in Hotels und zivile Unterkünfte: Ein Verstoß gegen das Kriegsrecht?

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

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Trump: Bomben den Iran ins Steinzeitalter

Videoclip • 01:51 Min • Ab 12


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Die US-Armee soll im Nahen Osten aus Furcht vor iranischen Raketen heimlich Stützpunkte geräumt und Soldaten in Hotels sowie Bürogebäude gebracht haben. Das wäre ein Verstoß gegen das Kriegsrecht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Bericht der "New York Times" bringt das US-Verteidigungsministerium in Erklärungsnot.

  • US-Soldaten im Nahen Osten sollen aus Angst vor iranischen Raketen in Hotels und zivile Büros umgezogen sein.

  • Obwohl das Pentagon solche Vermischung von Militär und Zivilisten untersagt.

Das US-Verteidigungsministerium steht unter Druck, nachdem ein Bericht der "New York Times" nahelegt, dass das Pentagon eigene Regeln der Kriegsführung missachtet haben könnte. Demnach wurden US-Soldaten im Nahen Osten aus von iranischen Raketen bedrohten Militärbasen in Hotels und andere zivile Einrichtungen verlegt. Mehrere Militärangehörige bestätigten der Zeitung, dass Truppen inzwischen von Bürogebäuden und Hotels aus arbeiten – weit entfernt von den eigentlichen Stützpunkten.

Auslöser sind anhaltende iranische Angriffe auf US-Militäranlagen in der Region, die seit Präsident Donald Trumps Angriffen Ende Februar massiv zugenommen haben. Ziele waren unter anderem die Prince-Sultan-Air-Base in Saudi-Arabien und die Al-Udeid-Air-Base in Katar, die schwer beschädigt wurden. Nach Angaben aus US-Kreisen wurden seit Beginn der Angriffe mehr als 300 Soldat:innen und Soldaten verletzt, mindestens 13 getötet. Auch rund 20 US-Luftfahrzeuge, darunter ein wichtiges Aufklärungsflugzeug, sollen beschädigt sein.


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Zivilisten könnten in Mitleidenschaft gezogen werden

Brisant ist, dass die Verlegung in zivile Einrichtungen möglicherweise gegen das eigene Handbuch zum Kriegsrecht der USA verstößt. Dieses schreibt vor, dass Konfliktparteien militärische Ziele nach Möglichkeit räumlich von Zivilpersonen und zivischen Objekten trennen müssen, um Kollateralschäden zu minimieren. Die Unterbringung von Soldaten in Hotels oder gewöhnlichen Bürogebäuden könnte im Ernstfall das Risiko für zivile Opfer deutlich erhöhen, da Iran seine Angriffe weiterhin explizit gegen Orte mit US-Präsenz richtet.

Der Iran hat nach US- und israelischen Angriffen eine breit angelegte Vergeltungskampagne begonnen, die sich gegen US-Basen, Botschaften und – nach jüngsten Drohungen – auch gegen US-Unternehmen in der Golfregion richtet. Die Revolutionsgarden forderten die Bevölkerung auf, Standorte von US-Truppen zu melden. Gleichzeitig warnte die US-Botschaft in Saudi-Arabien US-Bürger, dass Versammlungsorte potenzielle Ziele seien. Damit wächst die Sorge, dass im dicht besiedelten Umfeld von Hotels und Geschäftsvierteln auch Unbeteiligte in den Konflikt hineingezogen werden könnten.

Auch in den News:

Innenpolitisch steht Präsident Trump unter wachsendem Druck: Die Eskalation im Nahen Osten treibt die Energiepreise in die Höhe und verunsichert die globalen Märkte, nachdem der Iran den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus sperrt.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

"New York Times"

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