Erdbeben
Mehr als 1.900 Tote in Venezuela - Kleinkind aus Trümmern gerettet
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Venezuela sucht weiter nach Überlebenden
Videoclip • 23 Sek • Ab 12
Nach den schweren Erdbeben in Venezuela steigt die Zahl der Toten auf mindestens 1.943. Zugleich gibt es einzelne Rettungen aus den Trümmern – doch die Hoffnung schwindet.
Das Wichtigste in Kürze
Nach Angaben der Nationalversammlung sind in Venezuela nach den Erdbeben mindestens 1.943 Menschen gestorben, mehr als 10.500 wurden verletzt.
Ein dreijähriges Kind in Caracas und ein 44-Jähriger in Maiquetía wurden noch Tage nach der Katastrophe lebend gefunden.
Während die Hoffnung auf weitere Rettungen sinkt, wachsen in den betroffenen Gebieten Verzweiflung, Wut und Kritik am Vorgehen der Behörden.
Fast eine Woche nach den schweren Erdbeben in Venezuela ist das Ausmaß der Katastrophe immer deutlicher. Nach Angaben von Jorge Rodríguez, dem Präsidenten der Nationalversammlung, sind inzwischen mindestens 1.943 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 10.500 Menschen wurden demnach verletzt, viele weitere gelten noch als vermisst.
Besonders betroffen ist der Bundesstaat La Guaira. Dort sollen sich laut Rodríguez allein in den Städten Catia La Mar und Caraballeda zum Zeitpunkt der Erschütterungen rund 30.000 Menschen aufgehalten haben. Etwa 13.500 hätten sich selbst in Sicherheit bringen können, weitere 6.400 seien in den Tagen danach von Rettungskräften geborgen worden. Was mit den übrigen Menschen geschah, blieb zunächst offen.
Einzelne Rettungen geben noch Hoffnung
Trotz der hohen Opferzahl gibt es vereinzelt weiter Überlebende. Nach Angaben der jordanischen Polizei wurde in der Hauptstadt Caracas ein dreijähriges Kind nach sechs Tagen lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes gerettet. Die Nachricht verbreitete die Polizei in einem Beitrag auf der Plattform X.
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Auch aus der Küstenstadt Maiquetía wurde in der Nacht auf Dienstag eine Rettung gemeldet. Nach Angaben von El Salvadors Präsident Nayib Bukele erreichten salvadorianische Einsatzkräfte dort einen 44 Jahre alten Mann unter den Trümmern eines Einkaufszentrums. Er sei zunächst über einen Schlauch mit Wasser versorgt worden, während die Bergung weiterlief.
Auch in den News:
Hoffnung schwindet, Kritik wächst
Gleichzeitig sinkt mit jedem Tag die Hoffnung, noch viele weitere Überlebende zu finden. Nach offiziellen Angaben wurden rund 855 Gebäude vollständig zerstört oder schwer beschädigt. Einsatzkräfte aus Venezuela und mehreren anderen Staaten durchsuchen weiter eingestürzte Häuser und öffentliche Gebäude. Eine Modellrechnung der US-Erdbebenwarte USGS geht sogar davon aus, dass die Zahl der Todesopfer noch in die Zehntausende steigen könnte.
In Venezuela wächst unterdessen die Verzweiflung der Angehörigen. Videos in sozialen Netzwerken zeigen Menschen, die vor Trümmern lautstark schnelleres und entschlosseneres Handeln der Behörden verlangen. Die Zeitung El Nacional berichtet zudem von Sorgen über mögliche Plünderungen beschädigter Häuser. Die venezolanische Journalistin Maryorin Méndez veröffentlichte Aufnahmen, in denen ein Mann ruft: "Es sind meine Kinder, ich möchte sie zurückhaben – ob lebendig oder tot –, aber ich will sie bei mir haben!" In einem weiteren Video fordert ein anderer Mann Soldaten auf, selbst mit Schaufeln und Spitzhacken bei der Suche zu helfen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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