Kritik an Kommunikation

Sparkassen-Einbruch: Das sagt der Gelsenkirchner Chef im Gespräch mit Betroffenen

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

:newstime

Gelsenkirchen-Beute bis zu 100 Mio. wert (5. Januar)

Videoclip • 34 Sek • Ab 12


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Erstmals hat der örtliche Sparkassenchef Klotz mit den vom Tresor-Raub in Gelsenkirchen betroffenen Kund:innen geredet. Ihre Wut kann er kaum lindern – aber hat eine gute Nachricht.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei einem Gesprächsformat des WDR stellte sich der Gelsenkirchener Sparkassenchef Michael Klotz den Fragen der Betroffenen.

  • Es gab deutliche Kritik am Kommunikationsverhalten der Bank, was Klotz im Rückblick bedauerte.

  • Immer noch ermitteln hunderte Beamt:innen rund um den Tresor-Raub; man sei zuversichtlich, die Täter:innen angesichts der großen Fülle an Hinweisen zu finden.

"Wo waren Sie bis jetzt?", fragt ein Kunde den Sparkassenchef Michael Klotz. Schon längst hätten sich die Anwesenden ein persönliches Gespräch mit ihm gewünscht. Beim "WDR Lokalzeit Stadtgespräch" in Gelsenkirchen hatten die Betroffenen des Gelsenkirchener Sparkassen-Einbruchs am Donnerstagabend (19. Februar) Gelegenheit zum Austausch.

Es ist das erste Aufeinandertreffen des Sparkassen-Chefs mit den Kund:innen seitdem Täter:innen Ende Dezember mehr als 3.000 Schließfächer im Tresorraum aufgebrochen hatten. Der spektakuläre Raub, bei dem die Einbrecher:innen ein Loch in die Betonwand gebohrt hatten, sorgte für ein großes Medien-Echo. Es wird vermutet, dass die Täter:innen Gold, Bargeld und andere Wertsachen in möglicherweise zwei- oder sogar dreistelliger Millionenhöhe erbeuteten.

Klotz: Kaum eine Minute nicht mit dem Einbruch beschäftigt

Wie die "Tagesschau" berichtet, war der Veranstaltungssaal mit rund 200 Menschen gefüllt. Einige äußerten deutliche Kritik am Umgang der Sparkasse mit dem Vorfall. Viel zu spät seien sie informiert worden. Klotz verteidigt sich: Man habe die Sparkasse direkt nach der Tat teilweise öffnen wollen, aber der Andrang sei zu groß gewesen., Besorgte Kund:innen hatten damals die Bank gestürmt. Die Situation hätte eskalieren können, so der Sparkassenchef. "Rückschauend betrachtet, hätte man sich stellen sollen", resümiert er.

Klotz zeigte sich von den Geschehnissen betroffen: "Seit Ende Dezember ist kaum eine Minute vergangen, in der ich mich nicht mit dem Einbruch beschäftigt hätte, im Büro und außerhalb."  Der Sparkassen-Chef war nach Informationen der "Tagesschau" zum Zeitpunkt der Tat erst seit einigen Wochen im Amt.

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Besorgte Fragen zur Sicherheit und Versicherung

Wie es überhaupt zu der Tat kommen konnte, war eine der drängendsten Fragen des Abends. Details zu den Sicherheitsvorkehrungen nannte Klotz nicht, denn das sei auch für Täter:innen interessant. Auch zu den laufenden Klagen, die der Sparkasse mangelnde Sicherheitsvorkehrungen vorwerfen, äußerte er sich nicht. Sie lägen bislang nicht vor. Nur soviel ließ sich Klotz entlocken: "Wir überprüfen regelmäßig unsere Sicherheitskonzepte, auch zusammen mit Fachfirmen, aber hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht". Die Einbruch- und Brandmeldeanlagen in den Gebäuden der Sparkasse seien seinen Angaben nach in den vergangenen zwei Jahren erneuert worden.

Dass die Versicherung für die gestohlenen Wertgegenstände aufkommen wird, konnte Klotz den Betroffenen nicht versprechen. Die Schließfächer seien vertraglich nur mit maximal 10.300 Euro versichert. Kund:innen müssten belegen, was sich genau darin befand.

Auch in den News:

Ermittlungen gehen weiter – 140 Schließfächer verschont

Der Gelsenkirchener Polizeipräsident Tim Frommeyer, ebenfalls beim Stadtgespräch anwesend, sprach von mehr als 600 Hinweisen, die die Polizei inzwischen verfolge. Bis zu 350 Ermittler:innen in der "BAO Bohrer" würden zeitgleich an dem Fall arbeiten. Tausende Gegenstände müssten auf Spuren untersucht, viele Stunden Videomaterial gesichtet werden. Bislang seien rund 1.800 Schließfachbesitzer:innen befragt worden.

Eine gute Nachricht hatte der Sparkassen-Chef für die Anwesenden: 140 Kund:innen hatten Glück gehabt – ihre Schließfächer blieben unangetastet. Auch Frommeyer zeigte sich optimistisch: Aufgrund der vielen Spuren glaube er, dass die Täter gefasst werden. "Da bin ich positiv."


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Tagesschau: ""Es tut uns leid": Gelsenkirchener Sparkassen-Chef stellt sich Kritik"

WDR: "Lokalzeit Stadtgespräch: Der Sparkassen-Coup von Gelsenkirchen"

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