Entstehung, Ziele, Kritik

Fridays for Future: Eine junge Bewegung, die für die Umwelt kämpft

Aktualisiert:

von Rebecca Rudolph

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Interesse an Fridays for Future lässt nach (20. September 2024)

Videoclip • 01:31 Min • Ab 12


Eine einzelne Schülerin löst eine weltweite Bewegung aus: Fridays for Future bringt seit 2018 Millionen Menschen auf die Straße, um für konsequenten Klimaschutz zu kämpfen. Doch wie entstand die Bewegung, welche Ziele verfolgt sie und warum steht sie auch in der Kritik?

Das Wichtigste in Kürze

  • Fridays for Future ist eine globale Klimabewegung, die 2018 durch Greta Thunbergs Schulstreik entstand und sich für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens einsetzt.

  • Zentrale Forderungen sind eine schnelle Reduktion von Treibhausgasen, das 1,5-Grad-Ziel sowie konkrete Maßnahmen wie Klimaneutralität und der Ausstieg aus fossilen Energien.

  • Die Bewegung mobilisiert weltweit Millionen Menschen, stößt jedoch auch auf Kritik – etwa wegen Schulstreiks, sozialer Ungleichheiten und ihrer Protestformen.

Fridays for Future (Deutsch: "Freitage für die Zukunft") ist eine internationale Klimaschutzbewegung, die ab 2018 durch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg entstand. Die damals 15-Jährige hatte zu Schulstreiks für den Klimaschutz aufgerufen.

Fridays for Future – Aktivist:innen kämpfen gegen den Klimawandel

Mittlerweile ist Fridays for Future eine Bewegung von Schüler:innen und anderen (jungen) Menschen, die sich global für den Klimaschutz starkmachen. Dabei wird weltweit dafür gestreikt, die Klimaziele einzuhalten, die die Staaten im UN-Weltklima-Abkommen 2015 (Pariser Abkommen) beschlossen haben.

Das Pariser Abkommen hat drei Hauptziele:

  • Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit – und möglichst auf nur 1,5 Grad

  • Reduzierung der Treibhausgasemissionen

  • Finanzielle Unterstützung für ärmere und verwundbare Länder

Mittlerweile haben sich der Bewegung nicht nur junge Menschen, sondern auch die älteren Generationen angeschlossen. Auch sie gehen gemeinsam mit den Schüler:innen und Student:innen zum Demonstrieren auf die Straßen.

Die Bewegung organisiert regelmäßig Demonstrationen und sogenannte "Klimastreiks", bei denen Menschen weltweit für mehr Klimaschutz auf die Straße gehen. In Deutschland finden diese Proteste in zahlreichen Städten statt, wobei teilweise Hunderte von Aktionen gleichzeitig stattfinden.

Entstehung und Entwicklung der Fridays for Future Bewegung

Die Bewegung Fridays for Future (FFF) wurde 2018 von der damals gerade mal 15-jährigen, schwedischen Schülerin Greta Thunberg ins Leben gerufen. Am 20. August, einem Freitag, streikte sie das erste Mal vor dem schwedischen Parlament für mehr Klimaschutz. Zu Beginn saß die Schülerin wochenlang alleine vor dem Parlament. Sie war zunächst täglich während der Unterrichtszeit vor dem Reichstagsgebäude in Stockholm. Dabei hielt sie ein Schild mit der Aufschrift "Skolstrejk för klimatet" (zu Deutsch: Schulstreik fürs Klima) in den Händen.

Die junge Klimaschutz-Aktivistin kündigte am 8. September 2018 an, sie werde nach den Parlamentswahlen am 9. September 2018 ihren Unterrichtsboykott an Freitagen so lange fortsetzen, bis die Klimapolitik Schwedens den Grundsätzen des Pariser Klimaabkommens entspreche. Mit dem Hashtag #FridaysforFuture erlangte Greta Thunberg mit ihrer Bewegung internationale Aufmerksamkeit. Nach und nach bildeten sich weltweit Gruppen, die sich der Aktion anschlossen.

Am 7. Dezember 2018 wurde in Deutschland zum ersten Mal in Bad Segeberg gestreikt. Erstmals große mediale Aufmerksamkeit bekam der darauf folgende Streik am 14. Dezember in Kiel und in weiteren Städten. Mitte März 2019 beteiligten sich dann Länder aus aller Welt an der Bewegung. Das Europäische Parlament reagierte und rief am 28. November 2019 den Klimanotstand aus.

Am 15. März 2019 riefen zum ersten Mal Protagonist:innen von Fridays for Future zur Teilnahme am "Global Climate Strike For Future" auf, einem weltweiten Schülerstreik zur Rettung des Planeten. Insgesamt gab es laut Medienangaben etwa 1.700 Kundgebungen in mehr als 100 Staaten. In Deutschland streikten mehr als 300.000 Schüler:innen in über 230 Städten. Seither finden immer wieder "Global Climate Strike For Future" statt.

Das große Vorbild der weltweiten Streiks ist dabei Greta Thunberg. Die Schwedin reist seither in viele Länder, um für ihre Ziele zu werben. Sie sagte: "Why should I be studying for a future that soon may be no more, when no one is doing anything to save that future?" (Auf Deutsch: "Wieso soll ich für eine Zukunft lernen, die es bald nicht mehr geben wird, wenn niemand dafür sorgt, dass diese Zukunft auch gerettet wird?")

Die Bewegung passte sich verschiedenen Umständen an: Wegen der Corona-Krise und damit verbundenen Versammlungsverboten wich die Bewegung im April 2020 ins Internet aus und organisierte einen Online-Klimagroßprotest mit einem 24-Stunden-Livestream auf YouTube.

Statt weiter in dreckiges Gas zu investieren, muss die Bundesregierung auf der COP für den Ausstieg aus fossilen Energien eintreten und endlich die Klimafinanzierung stärken.

Carla Reemtsma, Sprecherin von Fridays for Future

Die Ziele von Fridays for Future

Die Unterstützer:innen von Fridays for Future schwänzen die Schule, um ein Zeichen gegen die globale Erderwärmung zu setzen. Sie wollen nicht für eine Zukunft lernen, die nicht lebenswert ist. Die konkreten Ziele der Bewegung erläutern die Demonstrant:innen auf ihrer Webseite.

Dabei ist für sie entscheidend, dass für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark reduziert werden.

Explizit fordern sie für Deutschland:

  • Nettonull 2035 erreichen

  • Kohleausstieg bis 2030

  • 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035

  • Das Ende der Subventionen für fossile Energieträger

  • Eine CO₂-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut UBA sind das 180 Euro pro Tonne CO₂.

Wichtige Aktionen und internationale Vernetzung von Fridays for Future

Fridays for Future setzt seit jeher auf bestimmte Protestformen, die sich von anderen Klimagruppen unterscheiden. Zu den Aktionen der Fridays-for-Future-Bewegung gehören allen voran die organisierten Demonstrationen beziehungsweise Schulstreiks an Freitagen. Diese wurden aber teilweise auch in den Ferien fortgesetzt.

Häufige Slogans der Demonstrant:innen sind:

  • What do we want? - Climate Justice! - When do we want it? - Now! ("Was wollen wir? - Kimagerechtigkeit! - Wann wollen wir sie? - Jetzt!")

  • Climate Justice! - Global Justice! ("Klimagerechtigkeit! - Globale Gerechtigkeit!")

  • Power to the people - cause the people got the power ("Macht den Menschen - Denn die Menschen haben die Macht")

  • Change the System! - Not the Climate! ("Ändert das System! - Nicht das Klima!")

Neben den Demonstrationen an Freitagen gibt es national sowie global verschiedene Aktionen der Fridays-for-Future-Aktivist:innen.

Am 21. Juni 2019 hatte die Organisation alle Aktiven aufgerufen, in Aachen an einer internationalen Demonstration gegen den weiteren Braunkohleabbau im Rheinischen Revier und die dortige Braunkohle-Verstromung teilzunehmen. In der ersten Augustwoche 2019 trafen sich rund 1.400 Teilnehmer:innen in Dortmund zum ersten von Jugendlichen für Jugendliche selbst organisierten Kongress. Im selben Monat versammelten sich 450 Delegierte aus 38 europäischen FFF-Bewegungen zum internationalen Gipfeltreffen "SMILE for Future" ("Summer Meeting in Lausanne Europe") in Lausanne und koordinierten die weiteren Organisationen.

Das Klima-Kabinett des Bundes in Deutschland tagte am 20. September 2019. Zeitgleich fanden die Vorbereitungen zum UN Climate Action Summit statt. Die Fridays-for-Future-Aktivist:innen riefen anlässlich dieser Termine weltweit zu verschiedenen Demonstrationen auf. Den Auftakt bildete der Global Climate Strike (deutsch: Globaler Klimastreik), der am 20. September 2019 stattfand.

2020 führten die Unterstützer:innen zusätzlich die sogenannten Klimacamps zu ihrer Taktik hinzu. Hierbei handelt es sich um Zeltlager in Großstädten. Meistens entstehen diese Zeltlager in der Nähe von Kraftwerken oder Ähnlichem. Das soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Kraftwerke lenken und die Umweltaktivist:innen können eine Reduzierung dieser Ressourcennutzung fordern.

Durch die Pandemie Anfang 2020 sagte Fridays for Future alle Präsenz-Klimastreiks und Straßendemonstrationen ab und verlegte sich auf Online-Aktionen. Am 25. September 2020 und danach ab dem 18. Juni 2021 fanden in Deutschland wieder Präsenz-Klimastreiks und Aktionen statt. 2020 kündigte Fridays for Future außerdem an, nur noch einmal im Monat zu demonstrieren, damit die Aktionen nicht an Aufmerksamkeit verlieren.

In Freiburg testete Fridays for Future 2022 ein neues Format namens "Schulsturm", bei dem Aktivist:innen mit Megafon-Durchsagen und lauter Musik den Unterricht störten, um Schüler:innen zur Teilnahme an Demonstrationen zu motivieren.

Ende 2023 verkündete "Fridays for Future" ihre Strategie zu überdenken, um mehr Druck auf die Politik aufzubauen. "Genauso wie die 'Letzte Generation' jetzt beispielsweise ein neues Strategiepapier vorgestellt hat, gehen wir auch diesen Schritt zurück, weil wir merken: Hey, wir stoßen da gerade an Grenzen", sagte Sprecherin Carla Reemtsma bei "Markus Lanz". Fridays for Future grenzt sich aber bewusst von radikaleren Protestformen wie Straßenblockaden ab, die von der Gruppe "Letzte Generation" genutzt werden.

Wer sind die Unterstützer:innen von Fridays for Future?

Fridays for Future erhält Unterstützung aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.

Bei Demonstrationen in Hamburg traten beispielsweise Jan Delay und Zoe Wees auf. Jan Delay begründete seine Teilnahme damit, dass Fridays for Future ihm "das erste Mal Hoffnung gegeben" habe in seiner "Angst vor der drohenden Klimakatastrophe". Auch die Band Juli spielte bei einer Demonstration in Berlin ihren Hit "Perfekte Welle". Bei weiteren Aktionen unterstützten Künstler:innen wie AnnenMayKantereit, Enno Bunger, Brosie und Michèl von Wusso sowie die Sängerin Lina die Bewegung.

Zu den Unterstützer:innen der Bewegung gehören auch viele Prominente wie Schauspielerin Iris Berben, Comedian Carolin Kebekus, Autor Frank Schätzing, Moderator Joko Winterscheidt, Schauspielerin Nora Tschirner, Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar, US-Sängerin Camila Cabello und viele mehr.

Bei den Demonstrationen sind auch regelmäßig Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen vertreten. Dazu gehören BUND, Greenpeace, Amnesty International, die Deutsche Umwelthilfe sowie Scientists for Future. Diese Organisationen beteiligen sich mit eigenen Fahnen und Aktionen an den Klimastreiks.

Auch politische Jugendverbände zeigen Solidarität mit Fridays for Future. Die Jusos (Jungsozialisten) und die Grüne Jugend Niedersachsen nahmen beispielsweise an Protesten gegen das LNG-Terminal auf Borkum teil. Der Bundesvorsitzende der Jusos, Philipp Türmer, demonstrierte gemeinsam mit Klimaaktivistin Luisa Neubauer.

Einzelne Politiker:innen haben ebenfalls ihre Unterstützung für die Bewegung ausgedrückt. Die Bundestagsabgeordnete Emilia Fester (Grüne) war bei einer Kundgebung in Hamburg vor Ort. Der Linken-Politiker Bodo Ramelow schlug vor, dass seine Partei mit Fridays for Future demonstrieren solle: "Unsere Partner können am Freitag die Fridays for Future sein."

Bei Demonstrationen waren auch Fahnen von Gewerkschaften, Tierschutzinitiativen sowie linken Gruppierungen zu sehen. Die Gewerkschaft Verdi und Fridays for Future demonstrierten sogar bereits zwei Mal gemeinsam für einen besseren ÖPNV. Im März 2024 streikten sie unter dem Motto #WirFahrenZusammen und forderten 100 Milliarden Euro mehr an Investitionen in den ÖPNV bis 2030 sowie bessere Arbeitsbedingungen. "Denn egal, ob wir in der Stadt oder auf dem Land leben, wir alle brauchen einen Nahverkehr, auf den wir uns verlassen können", teilten die Organisatoren von FFF mit.

Die Bewegung erhält somit Unterstützung aus einem breiten Spektrum der Zivilgesellschaft.

Für den ÖPNV streiken heißt fürs Klima streiken.

Fridays for Future

Kritik an Fridays for Future

Vorwurf mangelnder Wirksamkeit

Der Berliner Protestforscher Dieter Rucht merkte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) an, dass die Demonstrationen von Fridays for Future zwar häufig wohlwollend zur Kenntnis genommen wurden, "aber sie haben keinen wirklichen Druck aufgebaut".

Kritik an sozialen Aspekten

Der Paritätische Wohlfahrtsverband äußerte 2020 im "Spiegel" Kritik, dass soziale Fragen bei Fridays for Future offenbar keine ausreichende Mehrheit hätten. Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider wurde mit den Worten zitiert: "Wir wollen eine sozial-ökologische Wende", doch die Diskussion mit den Umweltaktivist:innen sei nicht auf Augenhöhe gewesen. "Fridays for Future will allein bestimmen, was passiert." Die Bewegung nahm diese Kritik an und kündigte an, soziale Aspekte stärker zu betonen.

Kritik an Protestformen anderer Klimagruppen

Fridays for Future selbst distanzierte sich gegenüber der dpa von radikaleren Protestformen der "Letzten Generation". Sprecherin Annika Rittmann erklärte: "Die Klimakrise braucht gesamtgesellschaftliche Lösungen, und die finden und erstreiten wir nur gemeinsam und nicht, indem wir Menschen im Alltag gegeneinander aufbringen." Sprecher Pit Terjung betonte: "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren gesehen, dass Straßenblockaden keine große gesellschaftliche Unterstützung genießen."

Antisemitismus-Vorwürfe

Gegen einzelne Ortsgruppen gab es Antisemitismus-Vorwürfe. Die Bremer Ortsgruppe löste sich 2023 auf, nachdem sie den Verein "Palästina Spricht" zu einer Kundgebung eingeladen hatte. Die Ortsgruppe Stendal distanzierte sich von "teils einseitigen und erschreckend antisemitischen" Äußerungen von Fridays for Future International zum Gaza-Krieg.

Auch Greta Thunbergs pro-palästinensischer Auftritt bei einer Klimademonstration in Amsterdam hat scharfe Kritik ausgelöst. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, bezeichnete Thunberg als "sehr, sehr naiv" und sah ihre Aussagen nahe an antisemitischen Positionen. Er kritisierte insbesondere, dass sie ihre Bekanntheit innerhalb der Klimabewegung nutze, um politische Botschaften zum Nahostkonflikt zu verbreiten.

Im Namen von Fridays for Future Deutschland hatte die Klimaaktivistin Luisa Neubauer den Terror der Hamas kritisiert und israelfeindliche Postings auf den Social-Media-Accounts des globalen Netzwerkes verurteilt. "Unsere volle Solidarität gilt den Jüdinnen und Juden weltweit, und wir verurteilen scharf den Terror der Hamas", so Neubauer gegenüber der dpa. "Wir distanzieren uns von den antisemitischen Posts auf internationalen Kanälen nachdrücklich."

Interne Kritik

Die frühere Bremer Ortsgruppe warf der Bewegung bei ihrer Auflösung strategische Fehler vor. Die Organisation habe weiter an der Minimalforderung des 1,5-Grad-Ziels festgehalten, ohne konkrete Maßnahmen zu nennen. Zitiert wurde auch ein Statement, in dem es hieß: "Fridays for Future Deutschland ist strukturell rassistisch."

Auch 2025 sind die Emissionen wieder gestiegen, es steht schlecht um die Bewohnbarkeit des Planeten.

Luisa Neubauer, Klimaaktivistin

Kritik aus der Politik

Auch von politischer Seite gab es Kritik an bestimmten Protestformen. Die Grünen-Politikerin Irene Mihalic kritisierte radikalere Klimaproteste mit den Worten: "Mit ihrem elitären und selbstgerechten Protest bewirkt die letzte Generation das Gegenteil dessen, was wir in der aktuellen Lage bräuchten."

Kritik vom Deutschen Lehrerverband

Der Deutsche Lehrerverband hat sich 2021 klar gegen die Teilnahme von Schüler:innen während der Schulzeit positioniert. Präsident Heinz-Peter Meidinger erklärte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), man lehne es ab, "dass die Schulpflicht zugunsten politischer Aktionen - etwa im Rahmen eines sogenannten Klimastreiks - aufgehoben wird". Er betonte, dass Schulen politisch neutral sein müssten und nicht "zwischen "guten" erlaubten und "schlechten" unerlaubten Aktionen unterscheiden" dürften.

Betroffenheit unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen

Fridays for Future wurde auch vorgeworfen, eine homogene Perspektive zu haben. Damit ist gemeint, dass quasi nur eine bestimmte Bevölkerungsschicht mit einem bestimmten Sozialstatus in der Bewegung vorzufinden ist. Die Organisation wird in diesem Zusammenhang auch als "Rebellion der Privilegierten" bezeichnet. Das kommt daher, da viele der Demonstrant:innen die Schule bestreiken. Allerdings ist es für sehr viele Menschen nicht selbstverständlich, die Schule besuchen zu können. Sie sind entweder mehr als andere darauf angewiesen, einen guten Abschluss zu erlangen, oder sie leben in einem Land, in dem sie um eine Schulausbildung kämpfen müssen.

Die Bewegung selbst thematisiert mittlerweile die ungleiche Betroffenheit verschiedener Gesellschaftsschichten. Anna Röwekamp von Rostock For Future erklärte im Rahmen einer Demonstration für mehr Klimaschutz am 14. November 2025: "Die Klimakrise ist unfassbar ungerecht, denn sie trifft schon heute vor allem die Menschen, die am wenigsten für sie verantwortlich sind: Menschen im Globalen Süden, junge Menschen, Menschen mit geringen Einkommen."

FAQ: Fridays for Future

Ja, Fridays for Future ist weiterhin aktiv. Die Bewegung organisiert nach wie vor regelmäßig Demonstrationen und Protestaktionen in Deutschland und weltweit.
Am 14. November 2025 demonstrierten in Hamburg rund 1.000 Menschen bei einer von Fridays for Future organisierten Kundgebung. Bundesweit waren an diesem Tag mehr als 70 Aktionen geplant.
Aktivistin Luisa Neubauer erklärte im November 2025: "Auch 2025 sind die Emissionen wieder gestiegen, es steht schlecht um die Bewohnbarkeit des Planeten."
Im Mai 2025 kündigte Fridays for Future 100 Protestaktionen in den ersten 100 Tagen der neuen Bundesregierung an. Die Bewegung fordert unter anderem die Stärkung des Klimaschutzgesetzes, einen Gasausstieg bis 2035 und das Ende aller fossilen Projekte.
Auch im April 2026 fanden in mehreren deutschen Städten wie München, Nürnberg, Rostock und Dresden Demonstrationen statt.

Fridays for Future ist eine globale Klimaschutzbewegung, die ab 2018 aus Schulstreiks der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg entstand. Die damals 15 Jahre alte schwedische Schülerin Greta Thunberg rief im August 2018 zu einem Schulstreik für den Klimaschutz auf und rief so die Bewegung Fridays for Future ins Leben.
In Deutschland entwickelte sich die Bewegung zu einer breiten Klimaschutzorganisation mit zahlreichen Ortsgruppen. Zu den bekanntesten deutschen Aktivist:innen gehören Luisa Neubauer und Carla Reemtsma, die regelmäßig als Sprecherinnen der Bewegung auftreten. Die ersten Schulstreiks und Demonstrationen von Fridays for Future in Deutschland gab es im Januar 2019, nachdem Greta Thunbergs Protestaktion in Stockholm international eine breite Resonanz gefunden hatte.

Die Bewegung hat es geschafft, das Thema Klimaschutz prominent in die öffentliche Debatte zu bringen. Der frühere Leopoldina-Präsident Gerald Haug äußerte 2020 gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die Bewegung junger Leute habe gesellschaftlich und politisch vielleicht schon mehr erreicht als viele Klimaforscher:innen in den vergangenen 20 Jahren.
Fridays for Future konnte seit ihrer Entstehung 2018 regelmäßig Tausende bis Zehntausende Menschen zu Demonstrationen mobilisieren. Bei einem weltweiten Klimastreik im September 2022 gingen allein in Berlin mehr als 20.000 Menschen auf die Straße. Die Bewegung organisierte bundesweit und international koordinierte Protestaktionen.
Die Bewegung arbeitete 2020 in Berlin als erstes Bundesland mit der Bildungssenatorin Sandra Scheeres zusammen, um Klimaschutzthemen in Schulen zu bringen – durch Unterrichtsmaterialien, Klimaverträge für Schulen und jährliche Konferenzen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

tagesschau.de: "Wie steht es um Fridays for Future?"

fridaysforfuture.de

cicero.de: "Arzttöchter erklären die Welt"

rnd.de: "42 Prominente rufen eindringlich zu mehr Klimaschutz auf: 'Die Klimakrise ist da'"

bmz.de: "Klimaabkommen von Paris"

tagesschau.de: "'Absolut unanständig' und 'sehr, sehr naiv'"

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