Feuerwehr war vor Ort

"Sie hätten alarmiert werden sollen" – Flughafen München räumt nach Nacht im Flieger Fehler ein

Veröffentlicht:

von Jacqueline Bittl

:newstime

Das ist der schlechteste Flughafen Deutschlands (28. Juli 2025)

Videoclip • 01:36 Min • Ab 12


- Anzeige -
- Anzeige -

Nach stundenlangem Ausharren in Maschinen am Münchner Flughafen räumen Airport und Lufthansa Fehler ein. Verantwortliche sprechen von Versäumnissen und kündigen Konsequenzen an.

Während in der Nacht auf den 21. Februar Hunderte Passagier:innen in Flugzeugen am Münchner Flughafen festsaßen, wären laut Flughafenangaben Einsatzkräfte verfügbar gewesen. Dutzende Feuerwehrleute hätten sich in unmittelbarer Nähe befunden. "Sie hätten alarmiert werden sollen", sagte Thomas Hoff Andersson, Geschäftsführer Aviation und Operation der Flughafen München GmbH.

Eingeständnis von Fehlern

Nach Darstellung des Flughafens habe es mehrere Möglichkeiten gegeben, mit Notfallmaßnahmen zu reagieren. Diese seien jedoch nicht genutzt worden. "Wir haben das nicht gut hingekriegt", räumte Hoff Andersson ein. Er entschuldigte sich bei den betroffenen Passagier:innen und Crews. Künftig solle es klare Regeln geben, wann Vorgänge an die nächste Führungsebene eskaliert werden müssten. Zudem wolle man in vergleichbaren Situationen enger mit der Lufthansa zusammenarbeiten.

Auch Lufthansa-Manager Heiko Reitz sprach von Fehlern. "Wir haben in dieser Nacht Fehler gemacht", sagte er. "So etwas darf nicht passieren." Als Gründe nannte Reitz die außergewöhnlich schwierige Wetterlage, eine falsche Priorisierung beim Einsatz von Busfahrer:innen sowie die Entscheidung, keine Eskalation auszulösen – etwa durch die Alarmierung der Flughafenfeuerwehr.

Nach Angaben des Flughafens hätten 49 Feuerwehrleute sowie Notfalltreppen bereitgestanden. Da keine unmittelbare Gefahr für die Passagier:innen bestanden habe, sei der Notfallplan nicht automatisch in Kraft getreten. Hoff Andersson sprach von einer "Verkettung mehrerer Umstände".

Auch in den News:

- Anzeige -
- Anzeige -

Kritik der Feuerwehr – Staatsanwaltschaft prüft

Betroffen waren laut Flughafen sechs Maschinen mit rund 600 Passagier:innen, die bereits an Bord waren und eigentlich starten sollten. Wegen starken Schneefalls durften die Flüge jedoch nicht abheben. Gleichzeitig hätten Busse gefehlt, um die Menschen zurück ins Terminal zu bringen. Zwischen Mitternacht und 5 Uhr gilt am Flughafen eine Nachtflugregelung. Zwar sei eine Sondergenehmigung erteilt worden, die Starts bis 1 Uhr erlaubte, doch auch dieses Zeitfenster habe der Schneefall blockiert.

Kritik kam von der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft. Deren Bundesvorsitzender Siegfried Maier bemängelte, "dass es nicht zu einer Alarmierung der Flughafenfeuerwehr gekommen ist". Bei einem Einsatz hätten Passagier:innen aussteigen können, auch "ein eventueller Transport in ein Flughafengebäude wäre [...] zu organisieren [...] gewesen", sagte Maier. Zwar nicht für alle gleichzeitig, "aber möglich gewesen".

Die Staatsanwaltschaft Landshut habe inzwischen einen Prüfvorgang eingeleitet und werte einen Polizeibericht aus. Die Polizei sei tätig geworden, nachdem ein "wohl unbeteiligter Dritter" eine Überprüfung angeregt habe. Anzeigen von betroffenen Passagier:innen seien zunächst nicht eingegangen.

Die Lufthansa hatte bereits angekündigt, den Betroffenen eine finanzielle Entschädigung zu zahlen. Fünf der sechs Flüge gehörten zur Lufthansa Group. Reitz forderte die Passagier:innen auf, sich direkt bei der Airline zu melden.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken