Toter Säugling in Nordrhein-Westfalen
Fall "Alina" in Beckum: Polizei findet Eltern – Hinweise auf Gewalt am Baby
Veröffentlicht:
von Nadine von Parseval:newstime
So arbeitet die Polizei in Deutschland
Videoclip • 01:46 Min • Ab 12
Nach dem Fund eines toten Säuglings in Beckum hat die Polizei die Eltern identifiziert. Beide wurden vorläufig festgenommen, sind inzwischen aber wieder frei. Rechtsmedizinische Untersuchungen liefern Hinweise auf mögliche Gewalt.
Das Wichtigste in Kürze
Rund einen Monat nach dem Fund eines toten Babys in Beckum hat die Polizei die Eltern ermittelt.
Bei der Obduktion wurden Verletzungen entdeckt, die auf mögliche Gewalteinwirkung hindeuten.
Die Eltern wurden vorläufig festgenommen, mangels dringenden Tatverdachts aber wieder freigelassen.
Mehr als einen Monat nach dem Fund eines toten Säuglings in Beckum (Nordrhein-Westfalen) haben die Ermittler:innen die Eltern des kleinen Mädchens identifiziert. Es handelt sich um eine 42-jährige Frau und einen 37-jährigen Mann aus Hamm. Beide wurden zunächst festgenommen, befinden sich inzwischen jedoch wieder auf freiem Fuß.
Das Baby war am 26. September von Passant:innen an einem Feldweg in Beckum entdeckt worden. Die Ermittler:innen gaben dem Mädchen den Namen "Alina", da seine Identität zunächst unbekannt war.
Nach dem Fund eines toten Säuglings an einem Feldweg in Beckum hat die Polizei die Eltern identifiziert. Die Todesumstände des Mädchens sind weiterhin ungeklärt.
Bild: Henning Kaiser/dpa
DNA-Spur führt Ermittler:innen zu den Eltern von "Alina"
Den entscheidenden Hinweis lieferte ein DNA-Abgleich. Laut "WDR" wurden am Körper des Säuglings DNA-Spuren des 37-jährigen Vaters gefunden. Da der Mann bereits polizeibekannt war, ergab sich ein Treffer in der Polizeidatenbank. Über ihn konnten die Ermittler:innen schließlich auch die Mutter identifizieren.
Am 3. November durchsuchte die Polizei die gemeinsame Wohnung der beiden in Hamm. Die Eltern wurden vorläufig festgenommen. Ein dringender Tatverdacht ließ sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft jedoch nicht begründen. Der Vater wurde deshalb am Dienstag, den 3. November, aus dem Polizeigewahrsam entlassen, die Mutter folgte am Mittwoch, 4. November.
Obduktion zeigt Verletzungen im Gesicht des toten Babys
Die Todesumstände des Säuglings sind weiterhin ungeklärt. Bei der Obduktion am 27. September entdeckten Rechtsmediziner:innen knöcherne Verletzungen im Gesicht des Kindes. Diese könnten auf eine Gewalteinwirkung hindeuten. Woher die Verletzungen stammen, ist bislang unklar. Auch ob das Mädchen lebend oder bereits tot zur Welt kam, konnte zunächst nicht zweifelsfrei festgestellt werden.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erklärte die 42-jährige Mutter bei ihrer Vernehmung, dass sie ihre Schwangerschaft vor ihrem gesamten Umfeld geheim gehalten habe. Das Mädchen habe sie allein in ihrer Wohnung zur Welt gebracht.
Die bisherigen Untersuchungsergebnisse deuten laut Staatsanwaltschaft darauf hin, dass es sich um eine Totgeburt gehandelt haben könnte. "Die bisherigen Befunde sprechen dafür, dass das Kind nicht gelebt hat", erklärte Felix Giesenregen von der Staatsanwaltschaft Dortmund gegenüber dem WDR. Er stellte zudem klar: "an einem toten Säugling kann man auch kein Tötungsdelikt begehen".
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Totes Baby "Alina" in Beckum beigesetzt – Ermittlungen dauern an
Während die Ermittlungen weitergehen, wurde das Mädchen bereits Mitte Oktober auf einem Friedhof in Beckum beigesetzt. Mehr als 100 Menschen nahmen an der Trauerfeier teil und verabschiedeten sich von dem Kind.
Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat das Verfahren inzwischen von der Staatsanwaltschaft Münster übernommen. Grund dafür sind der Wohnort der Eltern sowie der mögliche Tatort in Hamm. Ob die Verletzungen des Säuglings durch Gewalteinwirkung entstanden sind und unter welchen Umständen das Mädchen zur Welt kam, bleibt Gegenstand der Ermittlungen.
Verwendete Quellen:
wdr: "Polizei findet Eltern von "Alina" - Hinweise auf Gewalteinwirkung"
Polizei Münster: "Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Dortmund: Fund eines toten Säuglings in Beckum"
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