Mehr als 2,7 Millionen Euro Beute
Ex-RAF-Terroristin vor Gericht: Darum geht es im Fall Daniela Klette
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von dpaDer Prozess gegen Daniela Klette zieht sich noch länger.
Bild: Sina Schuldt/dpa
Die Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette steht vor Gericht. Der 67-Jährigen wird unter anderem Beihilfe zu einem bewaffneten Raubüberfall vorgeworfen. Außerdem soll sie Beweismittel vernichtet haben.
Das Wichtigste in Kürze
Im Januar soll der letzte Fall im Prozess um die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette verhandelt werden.
Bei dem Gerichtsverfahren geht es unter anderem um einen Raub, bei dem eine Schwangere mit einem Elektroschocker bedroht worden sein soll.
Insgesamt erbeutete die Gruppe über 2,7 Millionen Euro.
Im Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette soll im Januar der letzte Fall verhandelt werden. Zeug:innen sollen erstmals über einen Raubüberfall in Osnabrück berichten, wie eine Sprecherin des Landgerichts Verden mitteilte.
Hochschwangere bei Raub bedroht
Dafür muss das Gericht eine Tat rekonstruieren, die mehr als elf Jahre zurückliegt: Zwei Männer lauerten damals mit einem Einkaufswagen und Elektroschockern Angestellten eines Supermarkts auf. Sie bedrohten die beiden Mitarbeiterinnen und forderten Geld. Eine Angestellte war im siebten Monat schwanger und gab in der Aufregung zunächst den falschen Code für den Tresor ein, während sie immer wieder das Knistern des Elektroschockers vernahm.
Die maskierten Täter flüchteten schließlich mit mehr als 60.000 Euro aus dem Supermarkt. Daniela Klette soll in einem Auto auf die Männer gewartet haben und mit ihnen in einen Wald gefahren sein. Dort soll das Trio den Fluchtwagen mit Chlor gereinigt haben, um keine Spuren zu hinterlassen.
Mehr als 2,7 Millionen Euro Beute
Mit dem Fall in Osnabrück endet die Verhandlung noch nicht. Immer wieder geht es im Gericht auch um Taten, die zuvor schon Thema waren. "Die Fälle überlappen sich teilweise", sagte die Sprecherin des Gerichts. "Es werden Zeugen gehört, die an einem Tag nicht konnten oder aus anderen Gründen umgeladen wurden."
Ursprünglich ging es um 13 Taten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Dabei soll die Bande für ihr Leben im Untergrund mehr als 2,7 Millionen Euro erbeutet haben. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft werden nur noch acht Überfälle auf Geldtransporter und Supermärkte verhandelt.
Gerichtssprecherin: "Das zieht sich alles."
Einigen Zeug:innen soll so eine Aussage erspart bleiben, im Falle einer Verurteilung würden die Fälle laut Staatsanwaltschaft nicht wesentlich ins Gewicht fallen.
Das Gericht muss nun noch über einige Anträge der Verteidigung entscheiden. "Das zieht sich alles", sagte die Sprecherin. Termine sind bis Ende Juni geplant - Ende offen. "Die Kammer geht davon aus, dass die Verhandlung danach noch weitergehen wird." Wann Plädoyers und Urteil anstehen, lasse sich bislang nicht sagen.
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