Republikaner vor Midterms

Trump versprach "Massenabschiebungen" – seine Partei streicht Begriff aus Wahlkampf

Aktualisiert:

von Christopher Schmitt

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Noch 2024 gehörte "Massenabschiebungen" zum zentralen Wahlkampf-Vokabular von Donald Trump. Vor den Zwischenwahlen wollen die Republikaner das Wort allerdings nicht mehr hören.

Das Wichtigste in Kürze

  • US-Medien berichten, die Republikaner wollen im Wahlkampf vor den Zwischenwahlen im November auf den Begriff "Massenabschiebungen" verzichten.

  • Der stellvertretende Staatschef des Weißen Hauses, James Blair, hat Wahlkämpfer:innen empfohlen, mehr von "gewalttätigen Straftätern" zu sprechen.

  • In seinem Präsidentschaftswahlkampf 2024 hatte Donald Trump immer wieder von "Massenabschiebungen" gesprochen.

Mit dem Versprechen von "Massenabschiebungen" machte Donald Trump 2024 noch erfolgreich Wahlkampf für seine Präsidentschaft. Das kam gut an im MAGA-Lager, welches unter den Republikanern die Oberhand gewonnen hatte. Nun soll ausgerechnet dieser Ausdruck vor den wichtigen Zwischenwahlen im November aus dem Vokabular der Partei für den Wahlkampf gestrichen werden.

Die US-Medien "Axios" und "Washington Post" berichten von einem Strategiewechsel in der Kommunikation der "Grand Old Party" (GOP). James Blair, der stellvertretende Stabschef des Weißen Hauses, habe auf einer Tagung der Republikaner in Florida die Anwesenden angewiesen, den Begriff "Massenabschiebungen" zu vermeiden.

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Blair empfiehlt: nicht auf Demokraten eingehen

Die Ausweisung "gewalttätiger Straftäter" soll nun kommunikativ in den Fokus gerückt werden. Blair habe erklärt, dass dies mehr Unterstützung in der Gesellschaft finde, als von "Massenabschiebungen" zu sprechen. Zum republikanischen Wahlkampf zählt demnach auch eine klare Abgrenzung zu den Demokraten.

Wahlkämpfer:innen sollten betonen, dass die Liberalen die Grenzen öffnen wollen und sich generell gegen Abschiebungen aussprechen. Das Ziel: Demokraten an angebliche Verfehlungen der Biden-Ära zu erinnern – und hierzu zählen demnach auch offene Grenzen. Blair forderte die republikanischen Abgeordneten außerdem auf, sich daran zu erinnern, wie Trump 2024 gewonnen hat. Seine Ableitung: Man solle sich nicht auf die Argumente der Demokraten einlassen.

Regierungssprecherin: "Niemand ändert die Einwanderungspolitik"

Auf eine Anfrage zur Vermeidung des Begriffs machte eine Sprecherin des Weißen Hauses deutlich, dass man programmatisch nicht von der Linie abrücken wolle: "Niemand ändert die Einwanderungspolitik der Regierung." Für Donald Trump sei "die Abschiebung illegaler ausländischer Krimineller, die amerikanische Gemeinden gefährden", demnach schon immer "oberste Priorität". Rund drei Millionen Menschen hätten der Sprecherin zufolge seit dem Amtsantritt Trumps im Januar 2025 das Land verlassen – durch Abschiebungen oder freiwillig.

Die "Midterms" am 3. November gelten einmal mehr als richtungsweisend. In beiden Kammern des Kongresses verfügen die Republikaner aktuell über eine Mehrheit. Im Repräsentantenhaus ist diese jedoch hauchzart und auch die Umfragen, nach denen die GOP Sitze an die Demokraten verlieren könnte, geben den Republikanern Anlass zur Sorge.

Selbst der sonst so selbstsichere Donald Trump zeigt sich beunruhigt. Gegenüber dem Sender One America News erklärte er: "Das eine, was mich beunruhigt, ist, dass (…) die Person, die die Präsidentschaft gewinnt, immer die Zwischenwahlen zu verlieren scheint."

Auch in den News:


Verwendete Quellen:

Axios: "Inside the GOP meeting to save the House"

The Washington Post: "White House tells House GOP to avoid mass deportation talk ahead of midterms"

Frankfurter Rundschau: "Midterms stehen bevor: 2026 wird in den USA gewählt – Das müssen Sie wissen"

NTV: "Trump-Partei will von 'Massenabschiebungen' plötzlich nichts mehr wissen"

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