Drama im Kanton Freiburg

Busbrand-Täter wohl unter den Toten – Schweiz trauert um die Opfer

Aktualisiert:

von Christopher Schmitt

:newstime

Feuerdrama in der Schweiz: Sechs Tote

Videoclip • 01:23 Min • Ab 12


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Mindestens sechs Menschen sind bei einem Busbrand in der Schweiz ums Leben gekommen, der Staatsanwaltschaft zufolge wohl auch der Täter. Dieser soll mentale Probleme gehabt haben.

Die Schweizer Polizei ermittelt im Fall des tödlichen Linienbus-Brandes am Dienstagabend (10. März) weiter zur Tragödie. In einer Pressekonferenz am frühen Mittwochnachmittag (11. März) informierte die Staatsanwaltschaft darüber, dass der mutmaßliche Täter wohl an "psychischen Störungen" gelitten habe und "anscheinend randständig" gewesen sei.

Formell ist der Mann noch nicht identifiziert. Den Behörden sei er eher medizinisch als strafrechtlich bekannt. Wahrscheinlich gehöre der Täter zu den Todesopfern, so Staatsanwalt Raphaël Bourquin.

Ersten Erkenntnissen zufolge sei ein Mann aus dem Kanton Bern mit Säcken in der Hand in den Bus eingestiegen. Dort habe er sich mit brennbarer Flüssigkeit überschüttet und angezündet. Die Opfer würden seit Mittwochmorgen identifiziert. "Heute teilen wir unsere Trauer", sagte Staatsrat Philippe Demierre zum Ende des Presse-Statements.

Gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Radio RTS hatte Martial Pugin, der Kommunikationschef der Kantonspolizei Freiburg, zuvor bereits gesagt, es gebe derzeit keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. Allerdings wurde zu diesem Zeitpunkt bereits vermutet, dass es sich um eine vorsätzliche Tat handele.

Sechs Menschen kamen bei dem Brand am Dienstagabend ums Leben, vier weitere und ein Sanitäter wurden verletzt. Drei der Verletzten schwebten am Dienstagabend noch in Lebensgefahr.

Die Zeitung "Blick" zitierte einen Augenzeugen, nach dessen Angaben ein Mann Benzin im Bus ausgeschüttet und sich selbst in Brand gesetzt haben soll. Diese Angaben waren auch bei der Polizei eingegangen, wie eine Sprecherin sagte. Bestätigen konnte sie das aber zunächst nicht.

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Handy-Videos zeigen meterhohe Flammen

In sozialen Medien kursierten dramatische Bilder und Videos von dem brennenden Bus. Darauf sind meterhohe Flammen zu sehen. Eine riesige Rauchsäule stieg in den Himmel. Die Feuerwehr löschte die Flammen, aber der Bus brannte völlig aus.

An der Straße war später nur noch das Metallgerippe des Busses zu sehen. Auf Bildern sind zahlreiche Menschen zu erkennen, die den brennenden Bus mit Handy-Kameras filmen. Im Einsatz waren neun Krankenwagen sowie ein Rettungshubschrauber. Die Polizei rief mögliche Zeug:innen auf, sich zu melden.

In der Nacht nach dem Vorfall waren noch viele Fragen offen geblieben. Die Polizei hatte nicht mitgeteilt, wie viele Menschen zum Zeitpunkt des Unglücks an Bord waren. Es hatte sich um einen Bus des Unternehmens Postauto, das in der Schweiz vor allem ländliche Gebiete verbindet, gehandelt. Der Bus war auf einer Strecke zwischen der Ortschaft Düdingen und Kerzers verkehrt. Kerzers liegt etwa 26 Kilometer westlich von Bern.

Unklar war auch geblieben, ob die Person, die den Brand möglicherweise ausgelöst hat, unter den Toten oder Verletzten ist. Zu ihrer Identität hatte die Polizei zunächst keine Angaben gemacht. Die Identifizierung der Todesopfer war im Gange. Ob der Busfahrer unter den Opfern war, blieb ebenfalls offen.

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Verwendete Quellen:

bluewin.ch: "Mann hat sich plötzlich angezündet" +++ Täter wahrscheinlich tot"

Nachrichtenagentur dpa

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