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Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch: Schulen, Spielplätze und Sportanlagen betroffen
Veröffentlicht:
von Nadine von Parseval17:30 SAT.1 Niedersachsen und Bremen
Eichenprozessionsspinner breitet sich in Niedersachsen aus
Videoclip • 02:14 Min • Ab 12
Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in Deutschland derzeit massiv aus. Die giftigen Brennhaare der Raupen sorgen für Sperrungen von Schulen, Spielplätzen und Sportanlagen.
Das Wichtigste in Kürze
Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in vielen Regionen Deutschlands stark aus.
Schulen, Kitas, Spielplätze und Sportanlagen werden vorsorglich gesperrt.
Die giftigen Brennhaare können Haut, Augen und Atemwege reizen.
Von Berlin bis Niedersachsen schlagen Behörden Alarm. Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in vielen Regionen Deutschlands ungewöhnlich stark aus. Die feinen Brennhaare der Raupen können Hautreizungen, Atembeschwerden und allergische Reaktionen auslösen. Kommunen sperren deshalb öffentliche Bereiche, während Expert:innen den Klimawandel als wichtigen Treiber der Entwicklung sehen.
Eichenprozessionsspinner sorgt bundesweit für Einschränkungen
Besonders deutlich zeigt sich die Lage in Berlin. Nach Angaben von "rbb24" sind dort mehr als 5.000 Eichen an hunderten Standorten betroffen. In mehreren Bezirken wurden Spielplätze und Sportanlagen vorübergehend geschlossen.
Auch in anderen Bundesländern häufen sich die Maßnahmen. Im Landkreis Oldenburg wurden Schulhöfe abgesperrt und Warnhinweise aufgestellt. In Hessen mussten Schulen zeitweise schließen. Kommunen in Baden-Württemberg markieren befallene Bereiche oder sperren sie vollständig. Für Vereine und Freizeiteinrichtungen hat das direkte Folgen. Trainings und Veranstaltungen müssen verlegt oder abgesagt werden.
Bürgermeister spricht von "Invasion"
Besonders angespannt ist die Situation in einigen Gemeinden Brandenburgs. Im Nuthe-Urstromtal sind zahlreiche Eichen befallen. Bürgermeister Stefan Scheddin bezeichnete die Entwicklung laut "rbb" als "Invasion".
Auch Fachleute zeigen sich überrascht. Michael Kopka vom Landesbetrieb Forst Brandenburg erklärte: "Es habe im Vorfeld keine Hinweise auf eine derartige Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners gegeben." Für viele Regionen kommt eine chemische Bekämpfung inzwischen zu spät. Insektizide wirken nur in frühen Entwicklungsstadien der Raupen.
Warum die Raupen für Menschen gefährlich sind
Der Eichenprozessionsspinner ist ein in Europa heimischer Nachtfalter. Problematisch sind nicht die Falter selbst, sondern ihre Raupen. Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Tiere winzige Brennhaare aus. Diese enthalten das Eiweißgift Thaumetopoein. Die Haare können durch Wind über größere Entfernungen verbreitet werden und bleiben teilweise über Monate hinweg aktiv.
Nach Angaben des Umweltbundesamtes und des "NABU" können die Brennhaare Juckreiz, Hautentzündungen und Ausschläge auslösen. Gelangen sie in die Atemwege oder Augen, sind auch stärkere gesundheitliche Beschwerden möglich. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit Atemwegserkrankungen.
Klimawandel begünstigt die Ausbreitung
Expert:innen sehen den Klimawandel als wichtigen Grund für die zunehmende Verbreitung des Eichenprozessionsspinners. Der ursprünglich vor allem in Süd- und Mitteleuropa verbreitete Nachtfalter findet durch wärmere und trockenere Frühjahre zunehmend günstige Bedingungen vor. Dadurch breitet sich die Art seit Jahren weiter nach Norden aus.
Nach Informationen des "NABU" treten immer wieder Phasen mit besonders vielen Raupen auf. Solche Massenvermehrungen sind grundsätzlich ein natürliches Phänomen, werden durch günstige Wetterbedingungen jedoch begünstigt.
Mehr zu dem Thema:
Giftraupen-Alarm in Berlin: Eichenprozessionsspinner breitet sich aus
Was Betroffene jetzt beachten sollten
Behörden raten deshalb dazu, befallene Bereiche möglichst zu meiden und Warnhinweise ernst zu nehmen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, nach einem möglichen Kontakt die Kleidung zu wechseln und betroffene Hautstellen gründlich abzuwaschen. Bei Atembeschwerden oder starken allergischen Reaktionen sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Von einer eigenständigen Entfernung der Nester raten sowohl das Umweltbundesamt als auch der "NABU" ausdrücklich ab. Die Bekämpfung sollte ausschließlich durch spezialisierte Fachfirmen erfolgen.
Dabei wird vor allem das Absaugen der Nester empfohlen. Gleichzeitig appelliert der Naturschutzverband, befallene Eichen nicht vorschnell zu fällen. Alte Eichen seien wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tierarten und spielten eine wichtige Rolle für das Stadtklima.
Verwendete Quellen:
Merkur.de: "Plage breitet sich rasant in Deutschland aus: Schulen und Sportplätze müssen schließen"
NABU: "Wie gefährlich sind Eichenprozessionsspinner?"
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