Bayerisches Raumfahrt-Start-Up
Isar Aerospace: Raketenstart zum vierten Mal verschoben
Veröffentlicht:
von Magdalena Fürst17:30 SAT.1 Bayern
Schon wieder verschoben: Isar Aerospace sagt Raketenstart ab
Videoclip • 22 Sek • Ab 12
Die Rakete will nicht abheben: Das bayerische Raumfahrt-Start-Up Isar Aerospace kämpft zum wiederholten Mal mit technischen Problemen.
Geplanter Testflug zum vierten Mal verschoben
Das bayerische Raumfahrt-Start-Up Isar Aerospace hat den geplanten zweiten Testflug seiner Trägerrakete zum vierten Mal verschoben. Grund war ein neuerliches technisches Problem, wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilte. Demnach gab es eine Fehlfunktion in den Fluidsystemen.
Weitere Erläuterungen gab es in der kurzen Mitteilung nicht. Fluidsysteme einer Rakete regeln die Lagerung und den Transport des flüssigen Treibstoffs zu den Triebwerken. Ursprünglich war der zweite Testflug für Anfang dieses Jahres geplant, doch bereits im Januar, März und April waren die Startvorbereitungen dreimal abgebrochen worden.
Beim ersten Anlauf gab es ein technisches Problem, beim zweiten Mal kam ein norwegischer Fischer dazwischen, der die Sicherheitszone in den Gewässern vor der Startbasis nicht rechtzeitig verlassen hatte. Bei den Versuchen drei und vier kam es erneut zu technischen Problemen.
Ausgebucht bis ins Jahr 2028
Die Spectrum soll nach der Serienreife zivile und militärische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen wenige hundert Kilometer über dem Erdboden bringen. Ziel des in Ottobrunn bei München ansässigen Unternehmens ist die Produktion von 40 Raketen pro Jahr.
Laut Unternehmen ist Isar Aerospace jetzt schon mit Aufträgen über mehrere hundert Millionen Dollar bis zum Jahr 2028 ausgebucht, obwohl die Rakete nicht serienreif ist. Wie wichtig das erst 2018 gegründete Jungunternehmen auch für die deutsche Politik ist, zeigte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der das Gelände in Andøya am 13. März gemeinsam mit dem norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Støhre besucht hatte.
Europa ins Hintertreffen geraten
Grund des großen Interesses ist die derzeitige weitgehende Unfähigkeit Europas, Satelliten mit eigener Technik ins All zu schießen. Seit langem wird die große Mehrheit der europäischen Satelliten von dem US-Raumfahrtunternehmen Space X ins All befördert.
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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