KI trifft Dialekt
Rettung von Dialekten: Künstliche Intelligenz soll Bairisch lernen
Veröffentlicht:
von Alice MajewskiMit Hilfe von Künstlicher Intelligenz wollen Sprachpfleger in Bayern den Dialekt stärken und erhalten. (Symbolbild)
Bild: Sven Hoppe/dpa
Moderne Technik könnte bei der Rettung von Dialekten helfen: Dafür starten Heimatpfleger und Sprachwissenschaftler in Bayern ein gemeinsames Projekt.
KI muss Varianten des Dialekts erlernen
Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz wollen Sprachpfleger in Bayern den Dialekt stärken und erhalten. Dafür muss die KI die Varianten des Dialekts beherrschen - und folglich erst einmal erlernen. Der Landesverein für Heimatpflege in München hat jetzt ein auf drei Jahre angelegtes Projekt gestartet, um die Künstliche Intelligenz im Bairischen zu trainieren.
"Die KI muss verstehen, dass es nicht nur ein Bairisch gibt, sondern eine Vielfalt an lokalen und regionalen Bairisch-Varianten", sagte der Geschäftsführer des Landesvereins, Rudolf Neumaier, der Deutschen Presse-Agentur. Bisher kenne die KI bestenfalls ein Kauderwelsch aus bairischen Mundarten. "Sie differenziert überhaupt nicht."
Sprachforscher trainiert KI auf Dialekt
Nun hat der Landesverein einen Sprachwissenschaftler als KI-Dialekttrainer angestellt, der von Fachleuten der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) unterstützt wird. Das Projekt beginne kleinteilig mit den lokalen Varianten des Bairischen in Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) und im Raum Mühldorf am Inn, so Neumaier. Ab Juli werde dort der Sprachwissenschaftler Interviews mit Einheimischen führen und Sprachaufnahmen sammeln.
Das seien die allerersten Schritte, um die KI gezielt zu trainieren, unterstrich Neumaier. Ziel sei, nach und nach andere Regionen und Bairisch-Varianten hinzuzufügen. "So schaffen wir eine Basis dafür, dass Dialekte in ihrer Vielfalt erhalten bleiben. Diese dialektale Vielfalt ist schließlich eines der wichtigsten Grundelemente bayerischer Kultur."
Dialekt im digitalen Zeitalter
Auch aus Sicht der an dem Projekt beteiligten LMU-Professoren eröffnet die KI der Dialektforschung völlig neue Möglichkeiten. "Mithilfe von KI können wir die Vielfalt der Dialekte systematisch erschließen und für unterschiedliche Anwendungskontexte nutzbar machen – etwa für die automatische Erkennung, Verarbeitung und Übersetzung regionaler Sprachformen", teilten Barbara Plank, Inhaberin des Lehrstuhls für Künstliche Intelligenz und Computerlinguistik, und Lars Bülow, Inhaber des Lehrstuhls für Germanistische Linguistik, mit.
Wenn KI künftig Dialekte besser erkennen, unterscheiden und verarbeiten könne, stärke das die Sichtbarkeit und Wertschätzung regionaler Sprachformen. Für digitale Technologien seien Dialekte dann kein Hindernis mehr, sondern ein sprachlicher Schatz, der mit ihrer Hilfe auch im digitalen Zeitalter bewahrt werden könne, sagen die beiden Professoren.
Lebendige Sprachvielfalt in Bayern
Im Vergleich zu vielen Dialekten in Norddeutschland seien die Dialekte in Bayern noch sehr lebendig. Deshalb sei das neu gestartete Projekt ein wichtiger Schritt. "Das ist nicht nur wissenschaftlich hoch spannend, sondern auch kulturpolitisch bedeutsam. Diese Art der Forschung eröffnet neue Perspektiven dafür, dass die dialektale Vielfalt Bayerns lebendig bleibt", so Plank und Bülow.
Förderung durch Politik und Stiftungen
Als Initiator des Projektes sieht sich der Bund Bairische Sprache. Dieser hatte 2025 das Heimatministerium aufgefordert, die Entwicklung von KI-Programmen in die Wege zu leiten, mittels derer Zeichentrickfilme oder Hörspiele für Kinder in süddeutscher Hochsprache und bayerischen Dialekten generiert werden können. Das nun begonnene Projekt setze den Gedanken der Dialektförderung durch Künstliche Intelligenz um, sagte Niklas Hilber, Vorsitzender beim Bund Bairische Sprache. "Wir sehen in der modernen Technik große Möglichkeiten der Förderung und Revitalisierung regionaltypischer Sprache."
Unterstützt und getragen wird dieses Projekt vom Heimatministerium und von der Regierung von Oberbayern sowie von der Otto und Therese Stumpf Stiftung und der Rosner und Seidl Stiftung.
Weitere News:
Spürhund und Mikrowelle: Berghütten in Bayern kämpfen gegen Bettwanzen
Schwarzfahrer geht in Aschaffenburg an Gleisen weiter: ICE erfasst ihn
Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
Alle Videos bei Joyn:
SAT.1 Bayern verpasst? Hier ansehen:
Mehr entdecken

Öffentlicher Nahverkehr
Oktoberfest 2026: U-Bahn-Sanierung pausiert während der Wiesn

Kontrollen am Eingang
Oktoberfest 2026: Hirschfänger & Co. – Was ist auf der Wiesn erlaubt?

Sicherheit auf der Wiesn
Oktoberfest 2026: Hilfsangebote für Frauen und Mädchen auf der Wiesn

Hilfe per Knopfdruck
Oktoberfest 2026: Diese App sorgt für mehr Sicherheit auf der Wiesn

Wiesn in München
Oktoberfest 2026: Alternativen für Frauen ohne Dirndl

Trachtenhut auf der Wiesn
Oktoberfest 2026: Trachtenhut für den perfekten Wiesn-Look

Styling für die Wiesn in München
Oktoberfest 2026: So gelingt der perfekte Wiesn-Make-up-Look

Wiesn in München
Oktoberfest 2026: Das Charivari – ein Wiesn-Accessoire für sie und ihn

Trends zur Wiesn 2026
Oktoberfest 2026: So wertet das Kropfband euer Wiesn-Outfit auf


