Giftspritze überlebt
Christa Pike: Schockierende neue Details zur gescheiterten Hinrichtung in den USA
Veröffentlicht:
von Valentin Kronberger:newstime
Pike-Anwälte: Venen vor Hinrichtung gerissen
Videoclip • 01:28 Min • Ab 12
Neue Details zur gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike schockieren die USA. Jetzt ist bekannt, wie die Exekution ablief – und warum sie nicht tödlich war.
Das Wichtigste in Kürze
Bei der Hinrichtung von Christa Pike in den USA kam es zu massiven Komplikationen.
Mitarbeiter:innen konnten fast eine Stunde lang keine Vene finden.
Pike überlebte die Giftspritzen und kam schwerverletzt ins Krankenhaus.
Zur gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee sind neue Details öffentlich geworden. Demnach gab es laut Medien schon während der Hinrichtung massive Komplikationen. Das für die Infusion zuständige Personal habe mit etwa zehn Nadeln an beiden Armen versucht, Zugänge zu legen – und habe sogar vor gerissenen Venen gewarnt.
Auch in den News:
Nadel nach dem Herausziehen "stark verbogen"
Immer wieder glaubten Mitarbeiter:innen, eine Vene erwischt zu haben – nur um dann das Gegenteil festzustellen. Fast eine Stunde lang habe die Suche gedauert, so der "Guardian". Eine der Nadeln soll nach dem Herausziehen "stark verbogen" gewesen sein. Mehrfach habe das Personal gewarnt, die Venen seien beschädigt.
Irgendwann hätten die Mitarbeiter:innen geglaubt, erfolgreich einen Zugang gefunden zu haben, und spritzten Pike das Gift Pentobarbital. Nach den Vorschriften wurde ihr eine zweite Dosis gegeben, weil die erste Injektion nicht tödlich war – doch auch diese Spritze überlebte sie.
"Mein Arm wird gleich platzen"
"Ich habe das Gefühl, mein Arm wird gleich platzen", sagte Pike den Angaben nach. "Es brennt." Ihre Arme sollen geschwollen und mit Blasen übersät gewesen sein, als sie in kritischem Zustand ins Krankenhaus kam. Ursache dafür könnte laut Expert:innen sein, dass das Gift ins umliegende Gewebe und nicht in den Blutkreislauf gelangt sei – dies würde auch erklären, warum Pike überlebte.
UN-Menschenrechtsbüro kritisiert Vorfall
Bald könnte Pike eine zweite Hinrichtung drohen. Daran gab es Kritik: UN-Hochkommissar Volker Türk forderte die US-Behörden auf, keine weiteren Hinrichtungsversuche an der 50-Jährigen mehr durchzuführen.
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Kein vergleichbarer Fall in den USA
Pikes Hinrichtung hatte für Aufsehen gesorgt, weil in den USA kein vergleichbarer Fall aus der jüngeren Geschichte bekannt ist, in dem die Hinrichtungsmedikamente verabreicht wurden und die verurteilte Person weiterlebte. Tennessees Strafvollzugschef Frank Strada musste nach dem Vorfall zurücktreten.
Inzwischen konnte Pike das Krankenhaus wieder verlassen und sitzt aktuell erneut im Gefängnis – wo sie bereits rund 30 Jahre inhaftiert ist. Verurteilt wurde sie für den Mord an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
X: UN Human Rights
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