Rauschgift
Berliner Gefängnisse: Justiz findet rund 2,8 Kilo illegale Drogen
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
So arbeitet die Polizei in Deutschland
Videoclip • 01:46 Min • Ab 12
In Berliner Gefängnissen werden immer mehr Drogen sichergestellt. Die Justiz reagiert nun mit Spürhunden und Scannern auf die wachsende Gefahr.
Das Wichtigste in Kürze
In Berliner Gefängnissen wurden im ersten Quartal 2026 über 2,8 Kilogramm Drogen sichergestellt, darunter vor allem gefährliche synthetische Cannabinoide.
Um den Schmuggel zu bekämpfen, setzt die Justiz verstärkt auf den Einsatz von speziellen Spürhunden und modernen Drogenscannern.
Die Situation in den Haftanstalten ist angespannt, was sich in einer steigenden Zahl von Angriffen auf die Justizbeamt:innen widerspiegelt.
In den Berliner Gefängnissen werden immer größere Mengen an illegalen Rauschmitteln sichergestellt. Wie die Justizverwaltung auf eine aktuelle Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte, entdeckten die Beamt:innen allein im ersten Quartal des Jahres 2026 mehr als 2,8 Kilogramm Drogen bei den Inhaftierten.
Besonders auffällig ist dabei der starke Anstieg von synthetischen Cannabinoiden, von denen über 1,8 Kilogramm beschlagnahmt wurden. Diese künstlich hergestellten Stoffe wirken ähnlich wie herkömmliches Marihuana oder Haschisch, bergen jedoch deutlich höhere gesundheitliche Risiken für die Konsument:innen.
Aggressive Reaktionen durch künstliche Stoffe
Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) betonte die enormen Schwierigkeiten für die Haftanstalten: "Den Vollzug stellt das vor große Herausforderungen." Der Konsum dieser Substanzen führt häufig dazu, dass Inhaftierte sehr aggressiv reagieren, was eine erhebliche Gefahr für die Justizbeamt:innen und Mitgefangenen darstellt.
Neben den synthetischen Cannabinoiden, die oft unauffällig auf Papier geträufelt in die Gefängnisse gelangen, fanden die Einsatzkräfte weitere gefährliche Substanzen. Dazu zählten unter anderem 89 Gramm Kokain, Heroin sowie verschreibungspflichtige Schmerzmittel wie Tilidin und Buprenorphin. Auch aufputschende Amphetamine wurden sichergestellt.
Aufrüstung mit Hunden und Scannern
Im gesamten Vorjahr 2025 belief sich die Menge der beschlagnahmten Drogen auf über 11,3 Kilogramm, was eindrucksvoll zeigt, wie allgegenwärtig das Problem in den Anstalten ist. Um dem Schmuggel konsequent entgegenzuwirken, rüstet die Justiz nun massiv auf und ergreift neue Maßnahmen.
Derzeit sind vier spezielle Spürhunde im Einsatz, in Kürze soll die Staffel jedoch wie geplant auf sechs Tiere anwachsen. Zudem nutzen die Mitarbeiter:innen moderne Drogenscanner, die in Kooperation mit dem Land Rheinland-Pfalz ausgeliehen werden. Allein in der Justizvollzugsanstalt Heidering half ein solches Gerät dabei, in den ersten drei Monaten des Jahres rund 570 Gramm Drogen aufzuspüren.
Auch in den Regio News:
Steigende Gewalt gegen das Personal
Bei den regelmäßigen Kontrollen stoßen die Wärter:innen nicht nur auf Drogen, sondern konfiszieren auch verbotene Gegenstände wie Handys, Tätowiergeräte oder Stichwerkzeuge. Die ständige Konfrontation mit den teils berauschten Häftlingen macht den Arbeitsalltag für das Personal zunehmend gefährlich und unberechenbar.
Die Zahl der gewalttätigen Übergriffe ist zuletzt spürbar gestiegen. Im vergangenen Jahr registrierte die Justizverwaltung 69 Angriffe von Gefangenen auf die Bediensteten, die meisten davon ereigneten sich im Gefängnis Plötzensee. Auch die Gewalt unter den Häftlingen bleibt mit 281 erfassten Fällen auf einem konstant hohen Niveau. In den Berliner Gefängnissen arbeiten derzeit etwa 2.770 Menschen, die für knapp 8.670 Inhaftierte zuständig sind.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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