Mutter getötet
Bluttat in Stade: Mehr als 620.000 Euro Spenden für Waisenkinder
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Stade: Schwiegermutter von SPD-Politiker fuhr Fluchtwagen
Videoclip • 01:38 Min • Ab 12
Nach der tödlichen Gewalttat in Stade ist die Hilfsbereitschaft enorm. Für zwei kleine Kinder, die nun Vollwaisen sind, wurden bereits über 620.000 Euro gespendet.
Am Montag (29. Juni) wurden in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade sechs Menschen brutal aus dem Leben gerissen. Ein 45-jähriger Mann soll im Rahmen eines Sorgerechtsstreits um seine Tochter das Feuer eröffnet haben. Unter den Opfern befinden sich Beschäftigte des Jugendamtes der Region Hannover sowie Mitarbeiter:innen der Stader Einrichtung.
Besonders tragisch ist das Schicksal einer 32-jährigen Frau, die bei dem Angriff ebenfalls getötet wurde. Sie hinterlässt zwei kleine Kinder im Alter von drei und vier Jahren, die nun Vollwaisen sind. Erst wenige Wochen zuvor hatten die Geschwister einen schweren Schicksalsschlag erlitten und ihren Vater verloren.
Enorme Spendenbereitschaft im Netz
Um den Kindern in dieser extremen Ausnahmesituation zu helfen, wurde auf der Plattform GoFundMe eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Die Resonanz aus der Bevölkerung ist überwältigend: Binnen kurzer Zeit beteiligten sich über 24.000 Menschen und spendeten mehr als 620.000 Euro. "Am 9. Juni nahm die Familie Abschied vom Vater der Kinder. Nur 20 Tage später wurde auch ihre Mama viel zu früh aus dem Leben gerissen", heißt es in dem emotionalen Spendenaufruf.
Die gesammelten Gelder sollen den Kindern einen möglichst sicheren Start in die Zukunft ermöglichen und Kosten für Betreuung, Bildung sowie therapeutische Unterstützung decken. Die Plattformbetreiber:innen stehen in engem Kontakt mit den Organisator:innen, um sicherzustellen, dass die Spenden direkt bei den Vormündern der Kinder ankommen.
Auch in den Regio News:
Ermittlungen gegen mutmaßliche Fluchthelferin
Der 45-jährige Tatverdächtige sitzt derweil wegen sechsfachen Mordes in Untersuchungshaft. In den Fokus der Ermittler:innen ist zudem die 65-jährige Schwiegermutter des niedersächsischen Migrationsbeauftragten Deniz Kurku gerückt. Sie soll den Fluchtwagen gefahren haben, bevor die Polizei das Fahrzeug mit Schüssen stoppte. Ob sie von den Plänen des Schützen wusste, ist laut Behörden noch unklar.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) stellte sich schützend vor den Migrationsbeauftragten, der die Behörden umgehend nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen seine Schwiegermutter informiert hatte. "Ihn trifft selbst keine Schuld. Wir stehen an seiner Seite", betonte der Politiker.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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