230 Beschäftige betroffen
Wurst-Gigant Zur-Mühlen-Gruppe schließt Werk
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
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Die Zur-Mühlen-Gruppe gibt ihr Werk im niedersächsischen Dissen auf und verlagert die Produktion ins benachbarte Nordrhein-Westfalen. Für die 230 Beschäftigten gibt es ein Wechselangebot – doch die Entscheidung fällt in einer Branche, die unter Kostendruck steht.
Das Wichtigste in Kürze
Die Zur-Mühlen-Gruppe (ZMG) schließt ihr Werk in Dissen und verlagert die Produktion nach Versmold-Loxten.
Für alle 230 Beschäftigten gibt es laut Unternehmen ein Angebot zum Wechsel an den neuen Standort.
Hinter ZMG stecken zahlreiche bekannte Wurstmarken.
Wurst-Fabrik von ZMG in Dissen macht dicht
Die Zur-Mühlen-Gruppe (ZMG) will ihr Werk in Dissen in Niedersachsen schließen. Die Wurstproduktion soll in das rund neun Kilometer entfernte Werk im nordrhein-westfälischen Versmold-Loxten verlagert werden. Darüber berichten "Bild" und "Agrarheute". ZMG gehört zur Premium Food Group, die früher unter dem Namen Tönnies-Gruppe bekannt war. Einen konkreten Zeitpunkt für die Schließung nennen die Berichte nicht.
Von der Verlagerung sind 230 Beschäftigte betroffen. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, bei The Family Butchers in Loxten weiterzuarbeiten. Dort werden die Beschäftigtenzahlen nach der Zusammenlegung voraussichtlich von rund 650 auf etwa 880 steigen.
Die Zur-Mühlen-Gruppe, Deutschlands größter Wurstproduzent, schließt eines seiner Werke.
Bild: Premium Food Group
Wechselangebot für die Belegschaft
Betriebsrat und Unternehmen hätten sich bereits auf die Bedingungen für einen möglichen Wechsel verständigt. Ein Sprecher der Zur-Mühlen-Gruppe sagte laut "Bild": "Betriebsrat und Arbeitgeber haben sich bereits darauf geeinigt, dass die Arbeitnehmenden dort zu ihren bisherigen Arbeitsbedingungen, insbesondere unter Berücksichtigung ihrer Betriebszugehörigkeit, beschäftigt werden."
Ob alle Beschäftigten das Angebot annehmen, ist noch offen. "Stand jetzt gehen wir daher davon aus, dass der überwiegende Teil der Belegschaft das Angebot annehmen wird", sagte der Unternehmenssprecher. In Dissen und Loxten würden bereits ähnliche Waren hergestellt. Die Verlagerung soll zugleich die Auslastung des Werks in Loxten erhöhen.
Hohe Kosten und nötige Investitionen
Als Gründe nennt die Zur-Mühlen-Gruppe die Lage in der Wurstbranche und Probleme am Standort Dissen. Der Absatz stagniere oder gehe zurück, während Löhne, Energie und Logistik teurer würden. Zudem drängten Anbieter aus dem Ausland mit niedrigeren Kosten auf den deutschen Markt.
Im Werk Dissen wären nach Angaben des Unternehmens außerdem erhebliche Instandhaltungsinvestitionen nötig. Diese ließen sich unter den aktuellen Marktbedingungen mittel- und langfristig nicht wieder erwirtschaften. Die Lage mitten in einem Wohngebiet schränke die Entwicklungsmöglichkeiten ein. Gleichzeitig sei das Werk in Loxten nicht ausgelastet genug. Durch die Bündelung will ZMG beide Standorte wirtschaftlicher nutzen. Hinter ZMG stecken unter anderem die Marken Böklunder, Gutfried, Zimbo und Schulte.
Weitere Einschnitte in der Wurstbranche
"Agrarheute“ beschreibt den deutschen Wurstmarkt als seit Jahren unter Druck: Neben stagnierenden oder sinkenden Absatzmengen belasteten auch Preiswettbewerb und steigende Kosten die Hersteller. Das Fachportal berichtet zudem, dass seit Mitte 2025 mehrere Unternehmen Insolvenz angemeldet oder sich durch Übernahmen gerettet hätten.
Auch bei der Zur-Mühlen-Gruppe gab es bereits einen Einschnitt: Im Februar 2026 wurde die Produktion der Eberswalder Wurstwerke im brandenburgischen Britz eingestellt. Rund 500 Arbeitsplätze fielen dort weg, berichtet "Bild".
Verwendete Quellen:
Bild: "Deutscher Wurst-Riese macht Werk dicht"
Agrarheute: "Wurst-Krise fordert weiteres Opfer – Zur Mühlen schließt Werk Dissen"
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