Würzmittel
Aus dem Meer, mit Fluorid oder Speisesalz – welches Salz ist am besten?
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Sommer- oder Winterzeit: Was ist gesünder?
Videoclip • 52 Sek • Ab 12
Ob Meersalz, Himalayasalz oder Fleur de Sel: Die Auswahl im Supermarkt ist groß. Gesundheitlich sind die Unterschiede zwischen den Salzsorten jedoch gering – entscheidend sind die Menge und ein wichtiger Zusatz.
Das Wichtigste in Kürze
Für den Alltag ist jodiertes Speisesalz in kleinen Mengen laut Verbraucherzentrale die sinnvollste Wahl.
Meersalz, Steinsalz und Gourmetsalz bestehen überwiegend aus Natriumchlorid und sind nicht grundsätzlich gesünder.
Wer Salz sparen möchte, sollte einige Dinge beachten.
Gourmetsalz oder Jodsalz: Was gehört wirklich in die Küche?
Salz ist für den Körper lebenswichtig. Die enthaltenen Stoffe Natrium und Chlorid helfen dabei, den Wasserhaushalt zu regulieren, und sind für Nerven, Muskeln sowie den Blutdruck wichtig. Trotzdem nehmen viele Menschen mehr Salz zu sich, als empfohlen wird.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu höchstens sechs Gramm Salz am Tag – etwa einem Teelöffel. Tatsächlich liege der durchschnittliche Konsum in Deutschland bei acht bis zehn Gramm, berichtet die IKK classic. Ein dauerhaft hoher Salzkonsum kann den Blutdruck erhöhen und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern.
Salze zum Würzen gibt es viele: Doch was unterscheidet Speisesalz, Meersalz und Co.?
Bild: IMAGO/Ulrich Roth
Meersalz und Speisesalz sind ähnlich
Normales Speisesalz, auch Koch- oder Tafelsalz genannt, besteht hauptsächlich aus Natriumchlorid. Das gilt ebenso für Meersalz, Steinsalz und teure Gourmetvarianten. Die Verbraucherzentrale stellt klar: "Normales Speisesalz oder teures Gourmetsalz bestehen im Wesentlichen aus Natriumchlorid."
Meersalz entsteht, wenn Meerwasser in Salzgärten durch Sonne und Wind verdunstet. Es enthält zwar geringe Mengen weiterer Mineralstoffe, doch diese haben laut Verbraucherzentrale keinen relevanten gesundheitlichen Vorteil. Auch Meersalz ist nicht automatisch jodhaltig. Zudem können sich darin Spuren von Mikroplastik finden.
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Jodsalz ist die beste Wahl im Alltag
Für die tägliche Küche empfiehlt die Verbraucherzentrale, sparsam jodiertes Speisesalz zu verwenden. Der Grund: Jod wird für die Bildung von Schilddrüsenhormonen benötigt. Die Jodversorgung in Deutschland ist dem Bericht nach wieder rückläufig. Rund 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder nehmen weniger Jod auf als geschätzt benötigt wird.
Beim Einkauf lohnt sich daher ein Blick auf die Packung: Begriffe wie "jodiert" oder "mit Jod angereichert" zeigen, ob das Salz Jod enthält. Bei verpackten Produkten muss jodiertes Salz in der Zutatenliste stehen. Bei Brot, Käse oder Wurst von der Theke können Kund:innen gezielt nachfragen.
Die Zeitschrift "Öko-Test" hatte im Februar jodierte Speisesalze untersucht. Diese lagen preislich weit auseinander - mit 0,29 Euro und 19,45 Euro pro 500 Gramm. Von den getesteten 20 Produkten bekamen nur fünf die Bewertung "sehr gut", weil sie keine unerwünschten Stoffe enthielten. Darunter waren zwei besonders günstige Salze:
Alnatura Meersalz mit Jod feinkörnig für 0,99 Euro pro 500 Gramm Saphir
Saphir Meersalz jodiert für 0,75 Euro pro 500 Gramm
Gourmetsalz ist vor allem Geschmackssache
Fleur de Sel, rosa Himalayasalz oder Rauchsalz können Speisen geschmacklich und optisch verfeinern. Besonders grobe Kristalle eignen sich zum Beispiel zum Nachwürzen. Einen gesundheitlichen Mehrwert liefern sie aber nicht. Viele dieser Salze enthalten zudem kein Jod und sind deutlich teurer als gewöhnliches Speisesalz.
Wichtiger als die Sorte ist ein bewusster Umgang mit Salz. Nach Angaben der IKK classic stammen rund 80 Prozent der aufgenommenen Salzmenge aus verarbeiteten Lebensmitteln wie Brot, Käse, Wurst, Fertiggerichten und Fast Food. Kräuter, Gewürze, Knoblauch, Zwiebeln oder Zitronensaft können beim Kochen Salz ersetzen oder dessen Menge reduzieren.
Verwendete Quellen:
Verbraucherzentrale: "Welches Salz kann ich im Haushalt verwenden?"
ikk Classic: "Ist Salz gesund oder ungesund? Tipps und Rezepte für eine salzarme Ernährung"
Bundeslandwirtschaftsministerium: "Wenn Salz, dann Jodsalz"
Nachrichtenagentur dpa
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