Wut im Urlaubsparadies

Thailand hat genug von Touristen, die sich danebenbenehmen

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von Sven Hauberg

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Paycheck Thailand: Tempel, Traumstrände und ein Leben zum Spottpreis? (24. August)

Videoclip • 18:11 Min • Ab 12


Thailand lebt vom Tourismus – doch immer häufiger sorgen sich schlecht benehmende Urlauber:innen für Ärger. Die Regierung reagiert mit strengeren Einreiseregeln.

Das Wichtigste in Kürze

  • Thailand ist das beliebteste Urlaubsziel in Südostasien. Doch zuletzt sanken die Besucherzahlen.

  • Gleichzeitig wächst der Unmut über Urlauber:innen, die die lokale Kultur nicht respektieren.

  • Die Politik reagiert – und erlässt unter anderem neue Visa-Regelungen.

Thailand hat Reisenden viel zu bieten: Traumstrände, Megacities und eine uralte Kultur zum Beispiel. Kein anderes Land in der Region ist bei Reisenden so beliebt, knapp 33 Millionen Menschen haben das südostasiatische Königreich im vergangenen Jahr besucht.

Es waren allerdings schon einmal deutlich mehr. 2019, vor der Corona-Pandemie, wurden fast 40 Millionen ausländische Tourist:innen gezählt, so viele wie nie zuvor. Seit dem Ende der Pandemie erholen sich die Besucherzahlen indes kaum, im Gegenteil: Im vergangenen Jahr kamen sogar weniger Reisende nach Thailand als 2024.

Vor allem die Besucher:innen aus China bleiben aus. Zwischen 2024 und 2025 sank ihre Zahl um rund 60 Prozent. Viele Chinesen halten Thailand für ein unsicheres Urlaubsland. Für Schlagzeilen in China sorgte vor allem der Fall des Schauspielers Wang Xing, der Anfang 2025 in Thailand entführt wurde. Wang kam zwar nach wenigen Tagen frei, der Imageschaden für Thailand aber blieb.

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Thailand hängt am Tourismus

Für Thailands Wirtschaft ist das verheerend: Rund ein Fünftel der Wirtschaftsleistung des Landes hängt am Tourismus, etwa vier Millionen Menschen arbeiten in dem Sektor. Man sollte also meinen, Thailand tue alles, um wieder mehr Tourist:innen ins Land zu holen. Stattdessen aber scheint sich die Stimmung im Land zunehmend gegen Reisende zu drehen.

Der Grund: In Thailand macht sich zunehmend Unmut breit über Urlauber:innen, die sich nicht zu benehmen wissen. Die Fälle von Fehlverhalten, über die thailändische Medien berichten, häufen sich. So mussten sich im Juni fünf italienische Schüler und ihre Begleitperson bei einer Thailänderin entschuldigen, nachdem sie die Frau in einem Zug belästigt hatten. Ein Video von der Entschuldigung ging in den sozialen Medien viral.

Meldungen über Fehlverhalten häufen sich

Im Mai sah sich das Büro des thailändischen Premierministers Anutin Charnvirakul sogar genötigt, Urlauber:innen daran zu erinnern, kein "unangemessenes Verhalten" an den Tag zu legen, weil dies "der schönen Kultur Thailands entgegensteht". Zuvor hatten zwei Tourist:innen aus Spanien und Peru landesweit für Schlagzeilen gesorgt, weil sie auf der Insel Phuket Sex in einem Tuk-tuk hatten.

Für Ärger sorgen lokalen Medienberichten zufolge immer wieder auch Urlauber:innen, die illegale Drogen konsumieren, oder Cannabis-Konsument:innen, die über die Stränge schlagen. Cannabis ist in Thailand für medizinische Zwecke legal, aber auch für andere Konsument:innen leicht erhältlich.

"Die Thailänder sind pragmatisch. Wir freuen uns über das Geld, das der Tourismus einbringt", sagte Voranai Vanijaka, ein bekannter politischer und gesellschaftlicher Kommentator, kürzlich der "South China Morning Post". "Gleichzeitig sind wir aber sehr nationalistisch und mögen es nicht, wenn sich Touristen danebenbenehmen."

Thailands Regierung reagiert

Besonders ins Visier geraten sind Tourist:innen aus Israel, von denen viele nach dem langen Militärdienst nach Thailand reisen. Im September demonstrierten Hunderte Menschen gegen angebliches Fehlverhalten israelischer Touristen vor der Botschaft des Landes in Bangkok. Thailands Außenminister forderte zudem den israelischen Botschafter auf, seine Landsleute zur Einhaltung der thailändischen Gesetze und zur Achtung der lokalen Kultur anzuhalten.

Die thailändische Regierung hat die Stimmung im Land jüngst aufgegriffen und vor wenigen Wochen die visumsfreie Aufenthaltsdauer für Staatsangehörige vieler Länder von 60 auf 30 Tage halbiert.

Betroffen davon ist auch Deutschland. Offiziellen Angaben zufolge ging es bei dem Schritt zwar darum, verschiedene Aufenthaltsdauern zu vereinheitlichen. Nur wenige Tage später erklärte Premierminister Anutin allerdings, das Fehlverhalten von Ausländer:innen sei "zu weit" gegangen. Diskutiert werden auch eine Tourismusabgabe in Höhe von umgerechnet zwölf Euro, um touristische Infrastruktur zu finanzieren, sowie eine mehr als doppelt so hohe Ausreisegebühr, die an Flughäfen erhoben werden soll.

Gegen das Vorhaben regt sich allerdings auch Widerstand. Durch die Gebühr könnte der Tourismussektor dreimal so viel an Einnahmen verlieren, wie die Einreisegebühr einbringt, kritisiert die Association of Thai Travel Agents.


Verwendete Quellen:

South China Morning Post: "Thailand has had enough of foreign tourists behaving badly"

Thailand Tourism: "Thailand Tourism Statistics 2025"

Bloomberg: "As Thailand cracks down on foreigners, a tourist paradise reconsiders its welcome"

Bangkok Post: "Warning over massive losses from exit tax"

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