Geräte miteinander verknüpft

WhatsApp-Betrugsmasche: So schützt du dich vor "Ghost Pairing"

Aktualisiert:

von Jacqueline Bittl

:newstime

So lässt sich die WhatsApp-KI deaktivieren (8. Juni)

Videoclip • 01:29 Min • Ab 12


Ein junger Mann aus der Oberpfalz überweist Geld an einen Bekannten, der ihn via WhatsApp um Hilfe bittet. Alles sieht echt aus. Alles wirkt vertraut. Doch hinter dem Account steckt ein Fremder. Die Polizei warnt nun vor der perfiden Masche: "Ghost Pairing".

Beim "Ghost Pairing" verknüpfen Kriminelle ihr eigenes Gerät mit dem WhatsApp-Konto einer fremden Person, ohne dass das Opfer davon etwas bemerkt. Anschließend nutzen sie den gekaperten Account, um in dessen Namen Kontakte um Geld zu bitten.

Das Tückische: Die Empfänger:innen solcher Nachrichten sehen den echten Namen und das echte Profil, schöpfen daher keinen Verdacht.

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Ein QR-Code oder Link als Köder

Damit die Verknüpfung überhaupt funktioniert, müssen die Täter:innen ihr Opfer zunächst dazu bringen, einem gefälschten Link zu folgen, einen präparierten QR-Code zu scannen oder auf anderem Weg unbewusst die Verbindung zu bestätigen.

Eine beliebte Methode: Nachrichten, die zur Teilnahme an einer Online-Abstimmung oder Umfrage einladen und dazu auffordern, einen QR-Code zu scannen. Wer das tut, öffnet den Betrüger:innen ungewollt die Tür zum eigenen Konto.

Dabei nutzen die Täter:innen keine Sicherheitslücke, sondern eine reguläre WhatsApp-Funktion: Das Verknüpfen von Geräten per QR-Code ist vom Dienst selbst vorgesehen – gedacht ist sie allerdings nur für den Einsatz durch die Nutzer:innen selbst.

Einem 26-Jährigen aus dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab wurde genau das zum Verhängnis: Er erhielt über den WhatsApp-Account eines echten Bekannten eine Geldbitte und kam ihr nach. Erst als eine weitere Forderung eintraf und er direkt beim Bekannten nachfragte, stellte sich heraus: Der hatte keinerlei Kenntnis von diesen Nachrichten. Der 26-Jährige hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen hohen dreistelligen Betrag verloren und erstattete Anzeige.

Mit diesen vier Maßnahmen kannst du dich vor "Ghost Pairing" schützen

Die Polizei empfiehlt, im WhatsApp-Einstellungsmenü regelmäßig zu kontrollieren, welche Geräte mit dem eigenen Konto verknüpft sind, und unbekannte Verbindungen sofort zu entfernen. Darüber hinaus gilt:

  1. Keine fremden QR-Codes scannen und Links nur dann folgen, wenn Herkunft und Zweck zweifelsfrei bekannt sind.

  2. Keine Geräteverknüpfung bestätigen, die man nicht selbst angestoßen hat.

  3. Niemals Verifizierungs- oder Sicherheitscodes an andere weitergeben.

  4. Bei unerwarteten Geldbitten – selbst von scheinbar vertrauten Personen – stets über einen anderen Kanal direkt Rücksprache halten.

Wer bereits Opfer einer Kontoübernahme wurde, sollte alle Kontakte schnellstmöglich auf anderem Weg warnen und Nachweise wie Nachrichten, Telefonnummern sowie Zahlungsbelege sichern, bevor Anzeige erstattet wird.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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