Alarmierende Entwicklung

Folgen von El Niño: NASA entdeckt dramatischen Farbwechsel im Pazifik

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von Max Strumberger

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Super-El-Niño könnte mehr als 450.000 Todesopfer fordern

Videoclip • 01:32 Min • Ab 12


Der Pazifik wird blauer – und das ist kein gutes Zeichen. Der Grund ist der in diesem Jahr extrem starke El-Niño-Effekt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Farbe des Pazifiks verändert sich dramatisch.

  • Hinter dem Farbwechsel steckt ein das folgenschwere Wetterphänomen El Niño.

  • NASA-Daten zeigen, dass dort, wo sonst Phytoplankton blüht, zunehmend tiefblaues Wasser dominiert.

Der Pazifik verändert seine Farbe: Wo sich im äquatorialen Meer normalerweise ein grünlicher Streifen ausbreitet, zeigen aktuelle NASA-Satellitendaten zunehmend tiefblaues Wasser. Verantwortlich ist ein außergewöhnlich starker El Niño, der die Meeresoberfläche erwärmt und das empfindliche Ökosystem im Pazifik unter Druck setzt.

Die Farbveränderung geht vor allem auf den Rückgang von Phytoplankton zurück. Die mikroskopisch kleinen, photosynthetisch aktiven Organismen enthalten grünes Chlorophyll und bilden die Grundlage der marinen Nahrungskette. Wo sie in großer Zahl vorkommen, kann das Wasser grün, türkis oder bräunlich erscheinen. Gehen ihre Bestände zurück, wirkt der Ozean klarer und blauer.


Weniger Nahrung durch El Niño

Normalerweise treiben kräftige Passatwinde nährstoffreiches, kaltes Tiefenwasser an die Oberfläche. Dieses sogenannte Aufquellen versorgt das Phytoplankton mit den Stoffen, die es zum Wachsen benötigt. Während des El Niño schwächen sich die Passatwinde jedoch ab. Das warme Oberflächenwasser bleibt dadurch stärker an Ort und Stelle, während der Nachschub aus der Tiefe ausbleibt.

Die Folgen reichen durch die gesamte Nahrungskette: Krill, Zooplankton, Muscheln und andere Kleinstlebewesen finden weniger Nahrung. Fische wie Thunfisch und Anchovis weichen in kühlere Regionen aus. Entlang der südamerikanischen Pazifikküste berichten Fischer deshalb von deutlich geringeren Fängen. Steigende Preise und Versorgungsprobleme könnten die Konsequenzen dieses ökologischen Schocks verstärken.

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Phytoplankton wichtig für CO2-Abbau

Auch für das globale Klima ist der Vorgang bedeutsam. Phytoplankton bindet Kohlendioxid und trägt damit zur Aufnahme von Treibhausgasen durch die Ozeane bei. Ein länger anhaltender Rückgang könnte diese Funktion schwächen. Zugleich beeinflusst El Niño weltweit Wettermuster, Temperaturen und die Entwicklung heftiger Stürme. Die Satellitenbilder machen damit sichtbar, wie eng ein regionales Meeresereignis mit den globalen Lebensbedingungen verbunden ist.


Verwendete Quellen:

NASA

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