El Niño

Extreme Hitzewellen, sintflutartige Regenfälle oder ungewohnte Wetterumschwünge in Europa: Das Klimaphänomen El Niño beeinflusst das globale Wettergeschehen massiv. Auf dieser Themenseite findest du aktuelle Nachrichten, Analysen von Meteorolog:innen und wissenschaftliche Erkenntnisse rund um El Niño, Super-El-Niño-Ereignisse und die Auswirkungen auf das globale sowie deutsche Klima.

Was ist El Niño und wie entsteht das Wetterphänomen?

El Niño (spanisch für "das Kind" oder „Christkind“) bezeichnet ein natürliches, aber extrem wirkungsmächtes Phänomen im äquatorialen Pazifik. Alle zwei bis sieben Jahre kommt es dabei zu einer ungewöhnlichen Erwärmung der Meeresoberfläche im ostpazifischen Raum. Normalerweise blasen die Passatwinde warmes Oberflächenwasser nach Westen in Richtung Indonesien. Schwächen sich diese Winde ab oder drehen sich um, strömt das warme Wasser zurück an die Westküste Südamerikas.

Der Name "Christkind" geht auf südamerikanische Fischer:innen zurück, die das Phänomen meist zur Weihnachtszeit bemerkten, wenn die gewohnten Fischfänge ausblieben – denn das warme Wasser bringt nährstoffarme Bedingungen für Meeresbewohner mit sich.

Globale Auswirkungen: Von Dürren bis zum Super-El-Niño

Die Erwärmung des Pazifiks bringt das weltweite Klimasystem aus dem Gleichgewicht. Je nach Region führt El Niño zu drastischen Wetterextremen:

  • Südamerika & US-Pazifikküste: Heftige Starkregenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche.

  • Australien, Indonesien & Teile Afrikas: Langanhaltende Dürreperioden, Ernteausfälle und erhöhte Waldbrandgefahr.

  • Globale Temperaturen: El-Niño-Jahre gehören regelmäßig zu den heißesten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnung.

Erreichen die Temperaturabweichungen außergewöhnlich hohe Werte, sprechen Klimaforscher:innen von einem Super-El-Niño. Solche extremen Ausprägungen können globale Lieferketten belasten, die Landwirtschaft gefährden und wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe verursachen.

Welche Folgen hat El Niño für Deutschland und Europa?

Obwohl das Zentrum des Phänomens im Pazifik liegt, bleiben die Fernwirkungen (Telekonnektionen) auch in Europa spürbar. Für Deutschland bedeutet El Niño häufig ein erhöhtes Risiko für ungewohnte Wetterlagen: Meteorolog:innen beobachten, dass El-Niño-Muster verstärkt mildere, nasskalte oder sturmintensive Wintermonate begünstigen können, während in südlicheren Teilen Europas extreme Sommerhitze verstärkt wird.

Zusammenspiel von El Niño und dem globalen Klimawandel

Klimaforscher:innen schlagen Alarm: Der menschengemachte Klimawandel und El Niño verstärken sich gegenseitig. Die ohnehin steigenden Weltmeer- und Lufttemperaturen treffen auf die natürliche Wärmewelle des Phänomens. Die Folge sind neue Temperaturrekorde, ein beschleunigtes Schmelzen von Polareis sowie eine Zunahme extremer Wetterereignisse weltweit.

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