Über die App der eigenen Bank
Wero Bezahlsystem: Alles über die europäische PayPal-Alternative
Veröffentlicht:
von Claudia Frickel:newstime
Europäisches Bezahlsystem Wero gestartet (Juli 2024)
Videoclip • 01:37 Min • Ab 12
Das Bezahlsystem Wero will Zahlungen in Europa vereinfachen – direkt vom eigenen Bankkonto. Doch wie funktioniert die europäische PayPal-Alternative, welche Banken machen mit und was kostet die Nutzung?
Das Wichtigste in Kürze
Wero ist ein Bezahlsystem, hinter dem mehrere europäische Großbanken stehen.
Mit dem Dienst können Nutzer:innen Geld an andere schicken und in Online-Shops bezahlen.
Wero lässt sich direkt über die App der eigenen Bank verwenden.
Was ist Wero?
Wero ist ein europäisches Bezahlsystem, das seit Juli 2024 verfügbar ist. Der Name setzt sich aus "We" für "Wir" und "Euro" zusammen. Der Dienst ermöglicht unkomplizierte Zahlungen zwischen Privatpersonen und in Online-Shops – direkt vom Bankkonto und ohne Umwege über andere Anbieter. Das Geld ist in der Regel innerhalb von zehn Sekunden beim Empfänger.
Die Idee dahinter ist nicht neu: Auch Apple Pay und Google Pay erlauben das Bezahlen per Smartphone. Doch sie setzen auf bestehende Karten. Wero steht eher in Konkurrenz zu PayPal – nutzt aber europäische Echtzeitüberweisungen und kommt ohne US‑Plattformen aus.
Der Dienst gehört zu einem Verbund europäischer Banken und Zahlungsdienstleister und soll Zahlungen über Ländergrenzen hinweg vereinfachen. Neben Deutschland ist Wero bereits in Belgien und Frankreich nutzbar. Die Niederlande und Luxemburg sollen folgen.
Für private Nutzer:innen ist Wero kostenlos. Zum Senden von Geld reichen die E‑Mail-Adresse oder die Handynummer des Empfängers. Der Dienst eignet sich etwa, um Freund:innen Geld zu schicken oder eine Rechnung untereinander aufzuteilen. Auch Zahlungsanforderungen sind möglich. Viele Online-Shops unterstützen Wero bereits. Künftig soll das System auch im stationären Handel nutzbar sein.
Der Europäische Bezahldienst Wero ist bislang in Belgien, Deutschland und Frankreich verfügbar, weitere europäische Länder sollen hinzukommen. (Symbolbild)
Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Wer kann Wero nutzen?
Wero kannst du nutzen, wenn du ein Girokonto bei einer teilnehmenden Bank hast (siehe unten). Die Registrierung erfolgt in der Regel direkt über die App deiner Bank und ist mit wenigen Schritten erledigt. Wero wird dir dort als Funktion angezeigt. Wenn nicht, kannst du die Wero-App für Zahlungen verwenden.
Die Anmeldung bestätigst du über das Sicherheitsverfahren deiner Bank, beispielsweise per TAN. Ein zusätzlicher Identitätsnachweis ist normalerweise nicht nötig. Auch die Empfänger:innen müssen Wero eingerichtet haben, um Geld zu erhalten. Voraussetzung für die Nutzung ist außerdem, dass du volljährig bist.
Ohne Online-Banking und Smartphone ist die Nutzung von Wero nicht möglich.
Was kostet das Wero Bezahlsystem?
Für private Nutzer:innen ist Wero normalerweise kostenlos. Der Dienst selbst erhebt keine Gebühren für Zahlungen oder Geldsendungen, auch nicht beim Bezahlen in Online-Shops.
Banken erheben für das Senden von Geld über Wero ebenfalls keine Gebühren. Es kann allerdings sein, dass bei deinem Kontotyp Gebühren für jede Kontobewegung anfallen – das kann dann auch für Wero gelten.
Einige Online-Shops verlangen für bestimmte Zahlungsarten eigene Gebühren. Achte deshalb auf die Angaben im Warenkorb, bevor du etwas einkaufst.
Wie funktioniert Bezahlen mit Wero?
Das Senden von Geld mit Wero ist unkompliziert. Möchtest du Geld an Freund:innen oder Familie senden, gehst du so vor:
Öffne die Wero-Funktion in deiner Banking-App. Je nach Anbieter wählst du in der App zunächst "Geld senden" und anschließend "Wero" aus.
Wähle den Kontakt aus deinem Handy-Adressbuch aus. Alternativ gibst du die Handynummer oder E‑Mail-Adresse der Person manuell ein.
Tippe den Geldbetrag ein und ergänze optional eine Nachricht.
Bestätige die Zahlung per Fingerabdruck, Face ID oder PIN.
Willst du in Online-Shops mit Wero bezahlen, sind das die Schritte:
Wähle an der Kasse eines teilnehmenden Online-Shops Wero als Zahlungsmethode aus.
Anschließend musst du die Zahlung freigeben. Auf dem Handy wirst du direkt an deine Banking-App weitergeleitet. Sitzt du an einem Rechner, scannst du den angezeigten QR-Code mit deiner Smartphone-Kamera.
Bestätige die Zahlung in der App.
Wer steckt genau hinter Wero?
Die European Payment Initiative (EPI) ist ein Zusammenschluss aus 16 Großbanken und Zahlungsverkehrsdienstleistern aus der EU. Dazu gehören unter anderem die Sparkassen, Volksbanken, die Deutsche Bank mit der Postbank und die ING. 50 Institutionen aus der EU sind Mitglieder bei EPI.
Wero möchte eine europäische Alternative zu bestehenden internationalen Zahlungsverfahren bieten. Die "einheitliche und sichere" Zahlungsmethode soll in ganz Europa etabliert werden, heißt es bei EPI. Mit Wero soll der Zahlungsverkehr in Europa unabhängiger werden.
Welche Banken unterstützen das Wero Bezahlsystem?
Du kannst Wero in Deutschland aktuell unter anderem bei folgenden Banken nutzen (Stand: August 2026):
BB Bank
BW Bank
Deutsche Bank
Edekabank
Ethikbank
Evangelische Bank
GLS Bank
ING
KD Bank
N26
Norisbank
PSD Banken
Postbank
Revolut
Sparkassen
Sparda Banken
Volksbanken
Bei welchen Online-Shops kann man mit Wero bezahlen?
Wero steht in Dutzenden Online-Shops als Zahlungsmöglichkeit zur Verfügung. Bei vielen davon handelt es sich um kleinere Händler:innen. Das Angebot wird nach Angaben des Anbieters ständig ausgebaut. Zu den bekannteren Shops gehören diese:
Lidl (Non-Food)
Eventim
Decathlon
Expert
Teufel
Welche Vorteile bietet Wero?
Wero soll das Bezahlen einfacher machen und ohne zusätzliches Konto bei einem externen Dienst auskommen. Daraus ergeben sich für Nutzer:innen mehrere Vorteile:
Direkt vom Bankkonto: Das Geld wird direkt vom eigenen Girokonto gesendet. Ein Guthaben bei einem separaten Bezahldienst musst du nicht aufladen.
Keine IBAN nötig: Für Geldsendungen reicht die Handynummer oder E-Mail-Adresse der anderen Person. Sie muss aber ebenfalls Wero verwenden.
Schnelle Überweisungen: Geldsendungen werden innerhalb weniger Sekunden auf dem Konto der empfangenden Person gutgeschrieben.
In der Banking-App nutzbar: Bei vielen teilnehmenden Banken ist Wero direkt in die Online-Banking-App integriert.
Europäische Lösung: Wero wurde von europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern entwickelt und soll eine Alternative zu internationalen Bezahldiensten schaffen.
Für Privatkund:innen kostenlos: Für das Senden und Empfangen von Geld verlangt Wero keine Gebühren.
Für Online-Einkäufe geeignet: Wero kann nicht nur für Zahlungen zwischen Privatpersonen, sondern auch in einigen Online-Shops genutzt werden.
Ähnliche Themen:
Wie sicher ist das Wero Bezahlsystem?
Beim Bezahlen mit Wero musst du deine Bankdaten nicht aus der Hand geben. Wenn du Geld an Freund:innen schickst, bleibt die IBAN verborgen. Die E‑Mail-Adresse oder Telefonnummer der Person hast du ohnehin in deinen Kontakten gespeichert, eine Verwechslung ist also sehr unwahrscheinlich.
Beim Online-Einkauf erhalten Händler:innen deine Kontodaten ebenfalls nicht. Die Zahlung läuft stattdessen direkt über Wero und dein eigenes Bankkonto. Da Wero meist direkt in die bestehende App deiner Hausbank integriert ist, greifen dieselben Sicherheitsstandards wie beim normalen Online-Banking.
Damit niemand unbefugt in deinem Namen Geld versenden kann, musst du jede Zahlung bestätigen. Je nach Bank geschieht das zum Beispiel mit Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder PIN.
Deine Zahlungsdaten werden nach den strengen EU-Vorgaben verarbeitet, denn Wero unterliegt der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).
Wero vs. PayPal: Wo liegen die Unterschiede?
Wero und PayPal ermöglichen jeweils digitale Zahlungen und Geldsendungen. Der wichtigste Unterschied: Wero ist direkt mit dem Girokonto bei einer Bank verbunden. PayPal hingegen arbeitet mit einem eigenen Nutzerkonto.
Konto und Registrierung: Für Wero benötigst du ein Girokonto bei einer Bank, in dem du die Bezahlmöglichkeit aktivierst. Bei PayPal eröffnest du ein eigenes Konto und hinterlegst dort dein Bankkonto oder eine Debit- oder Kreditkarte.
Zahlungsabwicklung: Bei Wero wird das Geld direkt von deinem Bankkonto auf das der anderen Person übertragen. Bei PayPal läuft die Zahlung über das PayPal-Konto.
Verfügbarkeit: PayPal ist international deutlich weiter verbreitet. Wero konzentriert sich auf Europa und ist bisher nur in drei Ländern verfügbar.
Gebühren: Wero verlangt keine Gebühren für Zahlungen, bei Banken können jedoch welche anfallen. Auch PayPal ist für viele Zahlungen innerhalb Deutschlands und der EU kostenlos. Bei internationalen Zahlungen oder Währungsumrechnungen können Gebühren entstehen.
Käuferschutz: PayPal bietet für bestimmte Online-Käufe einen Käuferschutz. Kommt eine Ware nicht an oder weicht erheblich von der Beschreibung ab, erstattet PayPal den Kaufpreis unter bestimmten Voraussetzungen. Auch bei Wero können Probleme mit Online-Käufen über ein eigenes Verfahren gemeldet werden. Der Ablauf unterscheidet sich jedoch vom PayPal-Käuferschutz.
Datenschutz: Bei beiden Diensten müssen Händler:innen nicht die vollständigen Bank- oder Kartendaten der Kund:innen erhalten. Wero ist ein europäischer Dienst, PayPal ein US-Anbieter.
FAQ: Wero-Bezahlsystem
Wero ist ein europäisches Bezahlsystem, mit dem Nutzer:innen Geld direkt mit ihrem Girokonto senden und empfangen können. Dafür ist keine Kreditkarte nötig. Wero wurde von europäischen Banken entwickelt und soll eine Alternative zu internationalen Bezahldiensten bieten.
Ja. Mit Wero können Nutzer:innen Geld direkt an andere Personen senden. Dafür genügt in der Regel die Telefonnummer des Empfängers beziehungsweise der Empfängerin. Das Geld wird direkt vom eigenen Bankkonto überwiesen und kommt in der Regel innerhalb weniger Sekunden an.
Wero wird von zahlreichen europäischen Banken und Bankengruppen unterstützt. In Deutschland gehören unter anderem viele Sparkassen und Volksbanken, die Deutsche Bank, die Postbank sowie weitere Banken dazu. Ob Wero verfügbar ist, hängt davon ab, ob die eigene Bank den Dienst unterstützt.
Verwendete Quellen:
Wero-Webseite
EPI-Webseite
DSGV.de: "Wero – Die europäische Bezahlplattform für den Alltag"
NDR: "Paypal-Alternative Wero: So funktioniert der Zahlungsdienst"
Finanztip: "Was kann der europäische Paypal-Konkurrent?"
SWR: "Wero – Ist Europas Antwort auf Paypal und Co. eine gute Alternative?"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Technischer Defekt
Brand in Berliner U-Bahn-Station: Fahrten unterbrochen

Großes Glück
Jackpot: Nur sechs Euro bringen Lottospieler 50 Millionen Euro

Bruder packt aus
Nach Dianas Tod: Bruder enthüllt schweren Streit mit dem König

Das gilt im kommenden Winter
Winterreifenpflicht: Diese Bußgelder und Regeln sind zu beachten

Wetteraussichten für die nächsten Tage
Wetter in Bayern: Sonne bei milden Temperaturen

Politik in Bayern
Rücktritt im bayerischen Kabinett: Justizminister Eisenreich hört auf

