Chip-Konzern unter Druck
Wegen China-Deals: Trump fordert Rücktritt von Intel-Chef
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von dpaNach Vorwürfen wegen China-Verbindungen: Intel-Chef Lip-Bu Tan steht politisch unter Druck - durch den US-Präsidenten persönlich.
Bild: Andrej Sokolow/dpa
US-Präsident Trump will Intel-Chef Lip-Bu Tan sofort absetzen lassen – wegen angeblicher China-Verbindungen. Der neue CEO steht erst seit Kurzem an der Spitze des Chip-Riesen. Der Konzern steckt ohnehin tief in der Krise.
US-Präsident Donald Trump fordert den sofortigen Rücktritt von Intel-Chef Lip-Bu Tan, nachdem ein amerikanischer Senator dem Chip-Manager zu große Nähe zu China vorgeworfen hat. Intel hatte den 65-Jährigen erst im März nach monatelanger Suche in den Chefposten gehoben. Der Branchenveteran setzte beim kriselnden Intel-Konzern den Rotstift an und gab auch die Milliarden-Pläne zum Bau einer Fabrik in Magdeburg auf.
Lip-Bu Tan führte zuvor den Chipentwickler Cadence. Der republikanische Senator Tom Cotton verwies nun darauf, dass Cadence unter dessen Führung widerrechtlich Produkte an eine Militäruniversität in China verkauft und Technologie an ein chinesisches Unternehmen weitergegeben habe. Auch gebe es Berichte, wonach Lip-Bu Tan "Dutzende" Firmen in China kontrolliere. Cotton forderte eine Antwort vom Intel-Verwaltungsrat bis Mitte August.
Trump: Rücktritt einzige Lösung
Trump schrieb suf seiner Online-Plattform Truth Social, Lip-Bu Tan habe Interessenkonflikte und müsse sofort zurücktreten. "Es gibt keine andere Lösung für dieses Problem." Von Intel gab es zunächst keine Reaktion.
Intel dominierte einst die Chipbranche, fiel dann aber zurück. Ein entscheidender Moment war der verlorene Kampf um den Platz in Smartphones. Intel hoffte, die Stärke im PC-Geschäft auf die Mobilgeräte zu übertragen - doch stromsparendere Prozessoren setzten sich durch. Smartphone-Chips kommen somit nicht von Intel, sondern von Wettbewerbern wie Qualcomm oder TSMC. Und bei Chipsystemen für Künstliche Intelligenz führt mit großem Abstand Nvidia.
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