Verdi-Tarifverhandlungen
Warnstreik im Nahverkehr: So ist die Lage für Pendler in Hamburg
Veröffentlicht:
von Jana WejkumWegen des Streiks fahren viele Linienbusse der Hamburger Hochbahn nicht oder nur eingeschränkt. (Symbolbild)
Bild: Marcus Brandt/dpa
In vielen deutschen Städten gibt es am 18. Februar erhebliche Einschränkungen bei Bus und Bahn. Auch vor Autobahnen macht der Streik nicht Halt.
Das Wichtigste in Kürze
Die Gewerkschaft Verdi hat erneut zum Streik im ÖPNV aufgerufen, unter anderem in Hamburg.
Betroffen sind dort alle U-Bahnen sowie mehr als 35 Buslinien, auch über das Stadtgebiet Hamburgs hinaus.
Derzeit laufen ÖPNV-Tarifverhandlungen in allen Bundesländern; auch die Autobahn GmbH ist von Streiks betroffen.
In Hamburg müssen Fahrgäste am Mittwoch (18. Februar) Geduld und Einfallsreichtum beweisen: Wegen des Warnstreiks bei der Hochbahn fahren voraussichtlich 24 Stunden lang keine U-Bahnen. Zudem fallen 35 Buslinien aus, drei weitere fahren nur eingeschränkt.
Auch die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) streiken mit. Fahrgäste im Hamburger Osten sowie in den Kreisen Lauenburg und Stormarn müssen sich auf Einschränkungen einstellen.
Die Hochbahn rät, möglichst auf S-Bahnen und Fähren auszuweichen, die nicht vom Streik betroffen sind. Trotz des Warnstreiks bleibt die Präsenzpflicht für die rund 270.000 Schüler:innen bestehen.
Verdi legt nach: kürzere Vorwarnzeit
Bereits am Vortag und Anfang Februar hatte es einen Warnstreik gegeben. Diesmal hatte die Gewerkschaft Verdi den Fahrgästen statt eines Wochenendes nur gut 15 Stunden Zeit gelassen, sich vorzubereiten. Am Donnerstag (19. Februar) werden erneut Streiks erwartet.
In den Tarifverhandlungen mit der Hochbahn fordert Verdi unter anderem 7,5 Prozent mehr Lohn mit einer sozialen Komponente für die unteren Entgeltgruppen sowie einen 200-Euro-Mietkostenzuschuss für Auszubildende. Bei den VHH-Beschäftigten geht es um einen neuen Manteltarifvertrag.
Auch in den News:
Bundesweite Tarifverhandlungen
Die Gewerkschaft Verdi führt derzeit in allen Bundesländern gleichzeitig ÖPNV-Tarifverhandlungen. Deshalb treffen die wiederholten Warnstreiks nicht nur Hamburg, sondern Städte im gesamten Bundesgebiet. Nicht immer geht es dabei um mehr Lohn. Verbesserte Arbeitsbedingungen sind ebenfalls Teil der Verhandlungen.
Autobahnen: eingeschränkter Winterdienst
Parallel zum öffentlichen Nahverkehr streiken am Mittwoch bundesweit auch Tunnelleitzentralen und Autobahnmeistereien der Autobahn GmbH. Wie die "Stuttgarter Zeitung" berichtet, könnte dabei der Winterdienst entfallen, eingeschränkt oder verzögert sein. Unter anderem betroffen seien die Regionen Göttingen, Braunschweig, Bremen, Hannover, München, Freiburg sowie Teile Nordrhein-Westfalens, Thüringens und Sachsen-Anhalts.
Die Autobahn GmbH gibt an, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet bleibe. In Tunneln könne es jedoch zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen.
Verdi fordert für die Mitarbeitenden sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich mehr bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Stuttgarter Zeitung: "Streikt heute der Winterdienst?"
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