Am 8. März
Weltfrauentag: Seine Geschichte, seine Bedeutung – und wo er Feiertag ist
Veröffentlicht:
von Max StrumbergerSeit mehr als 100 Jahren demonstrieren Frauen am 8. März für ihre Rechte.
Bild: SOPA Images
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Seit über 100 Jahren wird am 8. März der Weltfrauentag gefeiert. Er erinnert an Fabrikarbeiterinnen, Aktivistinnen und Feministinnen, die für Rechte kämpften, die heute selbstverständlich scheinen – und doch längst nicht für alle gelten.
Das Wichtigste in Kürze
Die Geschichte des Weltfrauentags zeigt, wie eng soziale Gerechtigkeit und Frauenrechte verbunden sind.
Am 8. März wird weltweit deutlich, wie weit wir gekommen sind.
In zwei deutschen Bundesländern ist der Tag bislang ein offizieller Feiertag.
Der Weltfrauentag am 8. März ist weit mehr als ein Kalendereintrag mit Blumen und bunten Social-Media-Posts. Er ist ein politischer Aktionstag, der weltweit auf die Rechte von Frauen, auf Gleichberechtigung und auf bestehende Ungerechtigkeiten aufmerksam macht. Ob Lohnlücke, Gewalt gegen Frauen oder fehlende Repräsentanz in Führungspositionen – der Weltfrauentag hält der Gesellschaft jedes Jahr aufs Neue den Spiegel vor. Und er erinnert daran, dass viele Errungenschaften, die heute selbstverständlich wirken, hart erkämpft wurden.
Seine Wurzeln hat der Weltfrauentag in der Arbeiterinnen- und Frauenbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. 1910 schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf einer internationalen Frauenkonferenz vor, einen besonderen Tag für den Kampf um das Frauenwahlrecht einzuführen. Bereits 1911 wurde der Frauentag in mehreren Ländern zum ersten Mal begangen – mit massiven Demonstrationen und Kundgebungen. Im Mittelpunkt stand damals nicht nur das Wahlrecht, sondern vor allem bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und soziale Absicherung für Frauen in Fabriken und Dienstleistungsberufen.
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Weltfrauentag geriet in Vergessenheit
Über Jahrzehnte hinweg blieb der Weltfrauentag stark von politischen Systemen geprägt: In sozialistischen Staaten war er ein zentraler Gedenk- und Ehrentag, in westlichen Ländern geriet er teilweise in den Hintergrund. Mit der neuen Frauenbewegung ab den 1960er- und 1970er-Jahren erlebte er jedoch einen deutlichen Aufschwung – und wurde zunehmend internationalisiert. 1975 erklärte die UNO das "Jahr der Frau" und begann, den 8. März offiziell zu unterstützen. Seitdem nutzen Frauenorganisationen, Gewerkschaften und NGOs den Tag, um weltweit auf Missstände hinzuweisen.
Heute steht der Weltfrauentag für eine moderne Gleichstellungsagenda: Es geht um gleiche Bezahlung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den Kampf gegen Sexismus und Gewalt, aber auch um Repräsentanz in Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur. Dabei ist der Tag längst nicht nur ein Thema für Frauen: Immer mehr Unternehmen, Institutionen und auch Männer beteiligen sich an Aktionen, Podiumsdiskussionen oder Kampagnen. Der Weltfrauentag zeigt damit jedes Jahr, wie weit die Gesellschaft in Sachen Gleichberechtigung gekommen ist – und wie weit der Weg noch ist.
Nur in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ein Feiertag
In Deutschland ist der Weltfrauentag nur in zwei Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag: Berlin und – seit 2023 – Mecklenburg-Vorpommern. Während Berlin den 8. März bereits 2019 zum arbeitsfreien Feiertag gemacht hat, folgte Mecklenburg-Vorpommern später und schaffte als erstes Flächenland diesen Schritt. In allen anderen Bundesländern bleibt der Weltfrauentag ein regulärer Arbeitstag – auch wenn dort zunehmend mehr Aktionen, Demonstrationen und Veranstaltungen stattfinden, die dem Tag dennoch besondere Aufmerksamkeit verleihen.
Auch in den News:
FAQ: Weltfrauentag
Der 8. März wird seit über 100 Jahren begangen, erstmals 1911 in mehreren europäischen Ländern. Im Mittelpunkt stehen bis heute Gleichberechtigung, politische Teilhabe und wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen – von fairem Lohn über Schutz vor Gewalt bis zur gleichberechtigten Care-Arbeit.
In Deutschland ist der 8. März bislang nur in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ein gesetzlicher Feiertag. In den übrigen Bundesländern ist es ein normaler Arbeitstag – Unternehmen, Schulen und Institutionen nutzen ihn aber zunehmend für Aktionstage, Workshops und Veranstaltungen zu Diversity und Gleichstellung.
Viele Firmen und Organisationen setzen am 8. März gezielt auf sichtbare Maßnahmen, zum Beispiel:
interne Equal-Pay-Checks oder Diskussionen zur Lohntransparenz Workshops und Trainings zu Diversity, unconscious bias oder Führung Netzwerktreffen und Mentoring-Programme für Frauen
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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