Großer Druck

Batterie-Gigant am Boden: Varta stürzt ins Insolvenzverfahren

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von Michael Reimers

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Insolvenz: Was bedeutet das für Unternehmen? (9. März)

Videoclip • 01:15 Min • Ab 12


Der schwäbische Traditionshersteller Varta kämpft ums Überleben. Aus dem Börsenstar wurde in nur wenigen Jahren ein Sanierungsfall.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der schwäbische Batteriehersteller Varta hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

  • Weggebrochene Großkunden wie Apple, verfehlte Expansionen und der anhaltende Druck aus Fernost zwangen das Traditionsunternehmen in die Knie.

  • Während das Geschäft mit Haushaltsbatterien verschont bleibt, steht die Zukunft des restlichen Konzerns nun auf dem Spiel.

Die Geschichte hätte so schön sein können: Ein deutsches Traditionsunternehmen erobert den Weltmarkt der Zukunftstechnologie. Doch statt Erfolg folgt nun der tiefe Fall.

Der Batteriehersteller Varta aus Ellwangen hat beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Ein dramatisches Ende einer Entwicklung, die vor wenigen Jahren noch so vielversprechend begann.

Das Unternehmen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1887 zurückreichen, will mit diesem Schritt seine wirtschaftliche Zukunft sichern und den Geschäftsbetrieb nachhaltig fortführen. Betroffen sind neben der Konzernmutter auch die operativen Einheiten Varta Microbattery GmbH, Varta Micro Production GmbH und Varta Storage GmbH. Das Geschäft mit Haushaltsbatterien bleibt vom Insolvenzverfahren ausgenommen.

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Vom Hoffnungsträger zur Krisenfirma

Die Gründe für den Absturz sind vielfältig: Verschlechterte Marktbedingungen, schwächere Nachfrage, negative Währungseffekte – und besonders schmerzhaft: die Beendigung der Zusammenarbeit mit Apple. Der US-Konzern war ein Ankerkunde, der Varta-Batterien in seinen kabellosen Ohrhörern verbaut hatte. Als Apple 2022 einen weiteren Zulieferer suchte, geriet das Geschäft massiv unter Druck.

Die wichtigsten Geldgeber – darunter die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox – sehen mittlerweile keine tragfähige Gesamtlösung mehr. Sie wollen das Geschäft mit Haushaltsbatterien herauslösen und eine neue Eigentümerstruktur schaffen. Trotz intensiver Gespräche sei von keiner Seite eine Zusage zur Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel eingegangen, erklärte ein Sprecher der Gruppe.


Zu viel gewollt, zu schnell expandiert

Der Österreicher Michael Tojner, der 2007 einstieg und die Sparte für Mikrobatterien zehn Jahre später an die Börse brachte, zeigte sich selbstkritisch: "Wir haben die Latte zu hoch gelegt. Wir haben verschiedene Projekte gestartet, groß investiert, die Produktion ausgebaut", räumte der heutige Aufsichtsratschef in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) ein. Es sei zu viel Geld zu leichtfertig investiert worden.

Hinzu kam, dass die E-Auto-Batterie von Varta ein Nischenprodukt blieb. Die für Hybridfahrzeuge gedachte Batterie kann nur wenig Strom speichern und dient hauptsächlich dazu, beim Bremsen erzeugte Energie zu speichern. Einziger bekannter Kunde war Porsche.

Die weltweite Wirtschaftsflaute, hohe Teuerung in der Unterhaltungselektronik, Konkurrenz aus Fernost und Probleme in der Lieferkette verschärften die Lage zusätzlich. Beschäftigte mussten in Kurzarbeit, später wurden Hunderte Stellen gestrichen. Arbeitnehmer- und Aktionärsvertreter:innen machen vor allem Managementfehler für die Misere verantwortlich.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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