Hitzige Debatte

Europa in Sorge: Expertin schlägt bei Illner wegen möglicher AfD-Regierung Alarm

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von Doris Neubauer

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Wirtschaftsverbände warnen vor AfD-Plänen

Videoclip • 01:34 Min • Ab 12


"Vor der AfD hat jeder tausendfach mehr Sorge als vor Le Pen": Bei "Maybrit Illner" umriss Liana Fix die möglichen Auswirkungen einer Regierungsbeteiligung der AfD auf Europa. Laut der Historikerin handelt es sich um ein "Schreckensszenario".

Zwei Parteien innerhalb von einer? Diesen Widerspruch attestierte Maybrit Illner der AfD hinsichtlich der außenpolitischen Ausrichtung der Rechtsaußenpartei. In ihrer letzten Sendung vor der Sommerpause prallte diese Kritik an ihrem Gast Rüdiger Lucassen ab: Der AfD-Politiker verwies auf die "Meinungsvielfalt" und hoffte darauf, dass sich die Spitzen der Partei darauf einigen, den völkerrechtswidrigen Einsatz Russlands in der Ukraine zu beenden. Im Anschluss sei laut des AfD-Politikers eine "friedliche Koexistenz" mit Moskau anzustreben und zu einem "stärkeren Europa" zu kommen.

Während ihm diese Position laut Armin Laschet die Rolle als verteidigungspolitischer Sprecher seiner Partei gekostet habe, folgte Lucassen an anderer Stelle dem Parteiprogramm. "Deutschland hat als drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt nicht nur die Potenz, sondern die Verantwortung, in Europa voranzugehen", betonte er.

Ein Verbleib der NATO sei nicht infrage gestellt. Allerdings müsse die NATO geändert und eine europäische NATO mit eigener Militärstrategie gegründet werden, die sich sukzessive aus dem amerikanischen Einfluss löse, forderte Lucassen. "Aber dann muss Deutschland eine wirtschaftliche Stärke haben - und nicht eine Regierung, die uns als Industrienation abbaut", wetterte er gegen die schwarz-rote Koalition.


Laschet platzt nach Argumentation von AfD-Mann der Kragen

Genau diese Vorstellung von der Rolle Deutschlands in Europa sei "das eine Schreckensszenario, das niemand will in Europa", wusste die Politikwissenschaftlerin Liana Fix und fügte hinzu: "Vor der AfD hat jeder tausendfach mehr Sorge als vor Le Pen, weil sich die AfD radikalisiert und nicht in den Mainstream übergeht."

Trotz dieser Angst könne ihrer Ansicht die Antwort nicht lauten, dass Deutschland nicht aufrüste. Schließlich sei es ein reales Problem, dass sich die USA zurückziehe und derzeit könne man sich nicht darauf verlassen, dass die Amerikaner im Fall eines Konflikts helfen. Statt um die Aufrüstung an sich ginge es vielmehr um die Frage, wie die Aufrüstung stattfinde: "Wir müssen noch mehr darauf achten, wie wir es in die europäische Aufrüstung einbetten", betonte sie. "Ein militärisch starkes Deutschland ist nur so lange akzeptabel, wie es in Europa tief integriert ist - genau das ist das, was die AfD nicht möchte."

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"Dann sind sie eine Gefahr"

"Sie verwechseln die EU und Europa", widersprach Lucassen - hatte aber nicht mit Laschet gerechnet. "Sie reden abstrakt über Europa", reagierte der CDU-Politiker emotional, "Sie sagen es extra so unklar, weil Sie eine schwache EU wollen (...). Solange Sie sich nicht klar zu Europa bekennen, sind Sie eine Gefahr." Dass das "Wahlkampf" war, wie Lucassen ihm vorwarf, brachte Laschet nur noch mehr in Rage - und der Abend endete so, wie es fast zu erwarten war: in weiteren Wortgefechten.

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