Erinnerung an 20. Juli 1944

Eklat um AfD-Kranz bei Stauffenberg-Gedenken in Berlin

Veröffentlicht:

von Anne Funk

17:30 SAT.1 Bayern

Debatte um AfD-Verbot: Darum ist Söder dagegen (13. Juli)

Videoclip • 01:37 Min • Ab 12


Beim Gedenken an das gescheiterte Hitler-Attentat sorgte ein Kranz der AfD für Emotionen. Ein Verwandter des Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer versuchte, diesen zu entfernen. Es kommt zum Handgemenge.

Bei der Gedenkveranstaltung der Bundesregierung zum Jahrestag des gescheiterten Stauffenberg-Attentats auf Adolf Hitler kam es am Montag (20. Juli) zu einem Eklat wegen eines Kranzes der AfD-Bundestagsfraktion.

Ein Großneffe des NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, Tobias Korenke, versuchte, das Gebinde an der Gedenkstätte im Bendlerblock in Berlin zu entfernen. Sicherheitsmitarbeitende gingen dazwischen, wobei bei dem Handgemenge der Kranz beschädigt wurde.

Korenke erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa): "Viele Nachkommen und dazu gehöre auch ich, empfinden eine wirklich große Wut, wenn wir sehen, dass die AfD hier Kränze ablegt. Das werden wir hier nicht akzeptieren."

Dass die AfD-Bundestagsfraktion einen Kranz für die Gedenkstunde bereitgestellt hatte, wurde durch einen Sprecher bestätigt. Ob auch Fraktionsmitglieder anwesend gewesen seien, könne er abschließend nicht sagen. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Geschichte der Fraktion, Götz Frömming, erklärte, die Fraktion werde zu diesen offiziellen Gedenkfeiern als im Bundestag vertretene Partei eingeladen.

Auch in den News:

Emotionale Rede von Bundesfamilienministerin Prien

Die Hauptrede der Gedenkveranstaltung hielt Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU), die auch als "Bürgerin und als Nachfahrin von Opfern und Überlebenden der Shoah" sprach. Die CDU-Politikerin berichtete davon, dass ihre Urgroßmutter im NS-Vernichtungslager Sobibor ermordet wurde.

Prien betonte, dass der Widerstand des 20. Juli daran erinnere, dass Demokratie nicht allein durch Institutionen gestützt werde: "Sie lebt von einer Ethik der bürgerlichen Verantwortung - von Menschen, die bereit sind, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen, auch wenn dies unbequem ist."

Reste des Gedenkkranzes der AfD liegen während einer Gedenkveranstaltung anlässlich des Nationalen Gedenktags an den Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft auf dem Boden. Der Tag erinnert an das missglückte Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944.

Bild: Sebastian Christoph Gollnow/dpa


Appell an bürgerliche Verantwortung

In ihrer Rede mahnte die Ministerin, man dürfe nicht zulassen, dass Menschen sich von der Demokratie abwendeten. "Die Geschichte des Widerstands zeigt uns, Menschen werden nicht als Helden geboren, sie lernen, Verantwortung zu übernehmen, lange bevor Freiheit und Menschenwürde auf dem Spiel steht", sagte Prien. Sie schloss mit den Worten: "Die Freiheit von morgen entscheidet sich in unserem Handeln heute."

Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg vergeblich versucht, Diktator Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten und die nationalsozialistische Herrschaft zu stürzen. Stauffenberg und drei weitere Beteiligte wurden noch am selben Abend im Hof des Bendlerblocks erschossen, wo heute auch das Bundesverteidigungsministerium seinen Sitz hat.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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